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BaSta Nr. 10, Dezember 2005



Redaktionsteam & BeitragsverfasserInnen:
Carsten Müller, Erika Draeger, Helga Kelling, Claudia Falk, Melanie Voss, Ingeborg Ahrens, Petra Steinborn, Björn Kelling, Medienbüro LogIn, KiFaZ Barmbek Süd, Quartiersbüro Dehnhaide, Thielo Westphal/IG Barmbek Süd, Adolph-Schönfelder-Schule

V.i.S.d.P.: Medienbüro LogIn/KiFaZ,
Vogelweide 36, 22081 Hamburg,
Tel.: 2000 48 00
eMail: info@medienburo-barmbek.de
Druck: P+N Offsetdruck, Auflage: 3000
Online-Ausgabe: E. Draeger

Inhalt   (online-Ausgabe unbebildert)  

Vorwort
Kurzmeldungen
Neues von der Adolph-Schönfelder-Schule
Rückblick auf den Sommer

Barmbini - die Kinderseite
Grüne Hose auf Wanderschaft
Seniorenspecial: Alter und Pflege
Modellprojekt Pflegebegleiter
Pflegerische Versorgung der Stadt HH
Kellalien, Leserbrief
Nachrichten aus dem Quartiersbüro
Leerstandsböse für Gewerberäume geplant
Dütt un datt op Platt
IG Gewerbe Barmbek Süd
Kolumne Mellos
Haus Dehnhaide: Veranstaltungen
Adressen in und um Barmbek Süd

 

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr 2005 war angefüllt mit Katastrophennachrichten, die uns erbarmungslos aus den Medien erreichten.
Nicht nur Menschen verursachen immer neues Leid, auch die Natur lässt uns spüren, dass die Zeit der Ruhe vorbei ist: die Erde bebt recht häufig, der Klimawandel ist nicht mehr zu stoppen.

Ein politischer Klimawandel hat noch unklare Konturen, von weltweiten Mechanismen sind wir ebenso betroffen wie alle übrigen Länder, als Folge davon haben wir bereits verschiedene „Reformen“ zu spüren bekommen...
Die wirtschaftliche Situation im Land macht sich seit längerem bemerkbar und auch bei uns in Barmbek Süd sind Gewerbetreibende wie Einzelhaushalte von empfindlichen Einschnitten betroffen, die das Leben kälter erscheinen lassen.

Eine Zeit, in der - unabhängig von politischer Ausrichtung - Fragen gestellt werden nach den Dingen, auf die es „wirklich ankommt“.
Um allen Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen, auch denen, die mit kleinen Einkommen, Renten, sozialen Hilfen auskommen müssen, ist sicher ein Umdenken erforderlich: die (noch) Starken sollten sich ihrer Mitverantwortung bewusst werden, der Wert eines Menschen kann nicht allein an sozialem Status, Karriere oder Einkommen bemessen werden - wir haben alle mehr zu bieten und soziales Verhalten sowie die Einbeziehung der sogenannten Schwächeren in unser soziales Leben sind eine Herausforderung, der wir uns täglich neu zu stellen haben.
In diesem Sinne wünscht Ihnen das BaSta-Team ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches
neues Jahr!



Kurzmeldungen für Barmbek

Jubiläum

Die Bartholomäus-Therme in Barmbek Süd feierte am 5. Dezember ihr 10. Jubiläum.
1995 wurde die Schwimmhalle in eine Therme umgebaut, ein Erlebnisbad für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahre, das auch Dampfbäder zu bieten hat.
Die ehemalige Badeanstalt in der Bartholomäusstraße wurde im Jahre 1908 auf dem Gelände des ehemaligen Schützenhofes für Baukosten von 1 Million Mark fertiggestellt – eines der wenigen historischen Bauwerke, die nach der Zerstörung des Stadtteils erhalten geblieben sind. Es gab zunächst getrennte Schwimmbecken für Frauen und Mädchen sowie Männer und Jungen, außerdem 77 Wannenbäder und 30 Brausebäder.
Damals waren in dem Gebäude auch eine Bücherhalle und ein Standesamt untergebracht.
www.baederland.de

Senioren - Begleitservice

Bis zum 23. Dezember bietet der Arbeiter-Samariter-Bund einen kostenlosen Begleitservice für Senioren bei Weihnachtseinkäufen an. 30 Helfer stehen zur Verfügung, die ältere Menschen zu Hause abholen, in Geschäfte begleiten, beim Tragen der Taschen helfen und sie wieder nach Hause bringen. Fragen und Anmeldungen unter Tel. 83 39 82 45

Schuldnerberatung in Barmbek

Im Mai 2005 eröffnete das Diakonische Werk Hamburg in der Wohldorfer Straße 7 eine Schuldnerberatungsstelle. Jeden Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr können sich Ratsuchende unter Telefon 87 87 99 70 anmelden.
Das Diakonische Werk Hamburg betreibt die anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle am Hauptsitz in Altona dank großzügiger finanzieller Unterstützung durch Prof. Jan Philipp Reemtsma, kirchlichen Eigenmitteln und Zuwendungen der BSF bereits seit 1998. Die Erhöhung des Fallpauschalenbudgets der Behörde für Soziales und Familie machte die Einrichtung der neuen, mit drei erfahrenen Kräften besetzten Außenstelle möglich.
Bundesweit sind 3,5 Millionen Haushalte überschuldet, in Hamburg waren bis Mitte 2005 ca. 70.000 Haushalte zahlungsunfähig. Hauptursache für die Überschuldung ist der Eintritt von Arbeitslosigkeit, auch die Trennung vom Lebenspartner und Unerfahrenheit mit Kredit- und Konsumangeboten spielen eine Rolle.
Die bezirkliche Schuldnerberatungen wurden eingestellt und an freie Träger abgegeben. Bis zum Beratungsbeginn gibt es Wartezeiten von bis zu neun Monaten, die neue Stelle der Diakonie-Schuldnerberatung soll diese schwierige Lage lindern.

Weitere Beratungsangebote:

  • Verbraucherzentrale Hamburg
  • Altonaer Arbeitsförderungsgesellschaft
  • Hamburger Schuldner- u. Insolvenzberatung H.S.I.
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Hamburger Fürsorgeverein von 1948 e.V.

Beratungen für Arbeitslose

Die Arbeitslosen-Telefonhilfe (ATH) bietet in ihrem Be-ratungszentrum in Barmbek Süd in der Humboldtstraße 58, weiterhin kostenlose telefonische und persönliche Beratungen zu allen Fragen der Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Existenzgründungen etc. an.
Unter Telefon 0800 111 0 444 (kostenlos für Hamburg) oder 040 22 75 74 73 (für alle anderen Bundesländer) können Fragen gestellt oder Termine vereinbart werden.

Unterkunft für Wohnungslose

Im Bodelschwingh-Haus an der Humboldtstraße 40 wurde nach zweijähriger Umbauphase am 18. November ein Wohnhaus für die Unterbringung wohnungsloser Männer eingeweiht. Vierzig Bewohner leben in eigenen kleinen, möblierten Appartements mit Kochnische, WC und Dusche und werden sozialpädagogisch betreut mit dem Ziel einer Reintegration in die Gesellschaft. Viele finden hier zum ersten Mal ein richtiges Zuhause.

AKTIVOLI - Netzwerk

Am Sonntag, dem 22. Januar 2006 findet im Börsensaal der Handelskammer Hamburg die 7. Freiwilligenbörse statt. Von 11 bis 17 Uhr werden zahlreiche gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen ihre Aktivitäten vorstellen. Besucher mit Interesse an ehrenamtlichem Engagement können sich über Projekte zu informieren und an Work-Shops teilnehmen. Essen und Getränke sowie Kinderbetreuung werden ebenfalls geboten. Der Eintritt ist frei.

Im Stadtteilbüro Dulsberg gibt es eine Zweigstelle des AKTIVOLI-Netzwerks, Ansprechpartnerin ist Frau Schröder, Tel. 652 80 16, Fax 68 00 09
E-Mail: stb@dulsberg.de - www.aktivoli.de

Frauen-Klamottenflohmarkt

im Kulturhof Dulsberg am Sonntag, den 29.01.06 von 15 - 18 Uhr - nur für Frauen!
Quillt der Kleiderschrank über von Klamotten, die schon seit mehreren Jahren nicht mehr getragen sind? Oder ist die neue Bluse zu Hause doch nicht mehr so schön? Dann nichts wie auf den ersten Frauen-Klamottenflohmarkt in Dulsberg! Für Kaffee und Kuchen und eine nette Atmosphäre zum Stöbern und Klönen ist gesorgt.
Und damit auch Mütter in Ruhe shoppen können: für Kinder ab 6 Jahren bietet die AWO Barmbek um 15.00 Uhr im Hörsaal gleich nebenan den Film Pippi Langstrumpf an. Eintritt für Kinder 1 €, für Erwachsene 2 €.
Standkosten: 7 € pro Tisch (2m lang, 80 cm tief, wird zur Verfügung gestellt, muss aber selbst auf- und abgebaut werden).
Anmeldung bis spätestens 20.01.06 im Stadtteilbüro Dulsberg,Tel.: 652 80 16 zu folgenden Zeiten: Mo 13-17.00 Uhr, Mi 10-17.00 Uhr, Di+Do 10-18.00 Uhr.

Hörbuch Hamburg

Die Geschichte der Hansestadt zum Anhören - vielleicht ein Weihnachtsgeschenk für Hamburg-Fans? Das Hörbuch „Von der Hammaburg bis zur Hafen- City“ erzählt die Entwicklung Hamburgs von der einstigen kleinen Siedlung bis zur heutigen Metropole, gelesen von Eva Hermann und Jochen Wiegandt. Die Doppel-CD, ein gemeinsames Projekt von Senatspressestelle und der Verlagsgesellschaft Dahms, ist für 19.80 Euro im Buchhandel und in der Rathaus-Diele erhältlich.


WEIHNACHTSMÄRCHEN

Undine die kleine Seejungfrau
Die kleine Seejungfrau Undine rettet eines Tages den mit seinem Schiff verunglückten Prinzen von Ringstätten. Um ihn wiederzusehen, begibt sie sich gegen den Willen ihres Vaters zur Meerhexe, die ihr eine unsterbliche Seele verspricht und ein Menschendasein an der Seite des Prinzen, dessen Liebe sie gewinnen muss. Dafür fordert die Hexe Undines Stimme.
Eine phantastische Geschichte, in der Freundschaft und zarte Liebe im Vordergrund stehen. Ein besonderes Theatererlebnis für alle Altersstufen ab 4 Jahren.

Zinnschmelze, bis 23. Dezember, Mo bis Do täglich um 9.00, 11.30 und 17.00 Uhr, Sa + So um 14.00 + 17.00 Uhr. Maurienstraße 19, 22305 Hamburg
www.zinnschmelze.de

Frau Holle
Das Mädchen Marie träumt wunderbaren Traum. Sie hört Stimmen aus einem Backofen und aus einem Apfelbaum und bemerkt, dass es sie selbst, Marie, gleich zweimal gibt in dieser sonderbaren Welt voller sprechender Brote und singender Äpfel und dieser wunderschönen Frau, die vorüberschwebt. Lieblingspuppe Hans Hahn steht an ihrer Seite, als sie auf eine alte Frau teffen, die sich als Frau Holle vorstellt...
Ernst Deutsch Theater bis 23. Dezember,
Vorführg. täglich um 16.00 Uhr
Mundsburger Damm 60, 22087 Hamburg
www.ernst-deutsch-theater.de


Das hässliche Entlein
Das hässliches Entlein schlüpfte als letztes von 5 Geschwistern aus dem größten Ei, das Mama Ente jemals ausgebrütet hat. Es ist ein bisschen frech und sehr fröhlich, bis es merkt, dass seine Brüder Grümmel, Dümmel, Lümmel und Mümmel nicht mit ihm spielen wollen. Irgend etwas ist anders an ihm, es sieht auch anders aus...
Das hässliche Entlein beschließt fortzugehen, um seinen Platz in dieser Welt zu finden, wo es große Abenteuer bestehen wird. Märchen mit Musik.

Theater an der Marschnerstraße bis 23. Dezember,
Di - Fr. 17.00 Uhr Di + Do. auch 11.00 Uhr
Sa. und So. 11.00, 14.00 und 17.00 Uhr
www.tadm.de

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BARMBINI - die Kinderseite

Der Basteltip: Bunte Sterne für's Fenster

Liebe Barmbinis,
ich habe heute im Bastelladen wunderschönes, farbiges Transparentpapier entdeckt und beschlossen, daraus bunte Sterne für meine Fenster zu basteln, damit das trübe Tageslicht von draußen trotzdem noch ein wenig Farbe in die Zimmer bringen kann. Macht ihr mit??

Wir brauchen:
farbiges Transparentpapier, 1 Schere, 1 Lineal und 1 Bleistift, Klebstoff für Papier.

Unser Stern hat 8 Strahlen, die einzeln gefaltet und später zusammengefügt werden. Dazu werden 8 rechteckige Teile aus Transparentpapier geschnitten, die 5 x 8,5 cm groß sind und aus denen wir nacheinander die Grundformen falten.

Zuerst wird eines der Teile in der Mitte längs gefaltet, dann knicken wir entlang der entstandenen Linie die Ecken um: (Bild 1+2)
Anschließend werden auf einer Seite die entstandenen zugespitzten Ecken noch einmal nach innen gefaltet und wir erhalten eine Form, die an einen kleinen Drachen erinnert: (Bild 3+4)
Die umgefalteten Ecken werden vorsichtig mit dünn aufgetragenem Klebstoff befestigt. Am besten eignen sich ein Klebestift oder Paste, die mit dem Finger auftragen werden kann.
Die anderen 7 Rechtecke müssen dann auf gleiche Weise gefaltet werden.


Wenn alle Teile fertig sind, fügen wir sie zusammen. Dazu legen wir erst vier der kleinen Drachenformen an den breiteren Spitzen aneinander, wie hier auf dem Bild dargestellt.
Die anderen vier Sternstrahlen werden auf der unteren Seite dünn mit Klebstoff bestrichen, passend auf die ersten vier Teile gelegt und festgedrückt.
Das Ergebnis sieht dann aus wie auf dem großen Bild.

Wird derStern nun mit einem Stück Tesafilm an’s Fenster klebt, seht ihr die ausgewählte Papierfarbe in unterschiedlichen Tönen, weil das Transparentpapier in verschiedenen Schichten übereinander liegt. Ihr könnt eine einzige Farbe verwenden, oder einen bunten Stern basteln.

Soll der Stern eine andere Größe haben, müsst ihr beim Zuschneiden der Einzelteile ein Seitenverhältnis von 1 : 1,7 berechnen, das heißt, die Länge ergibt sich aus dem Maß der Breite mal 1,7.

Ich wünsche euch viel Spaß und viele schöne Sterne! Eure Bastelhexe



Grüne Hose auf Wanderschaft
oder: Gnadenbrot für Leo


Es ist immer gut, wenn man als Mutter eine Freundin mit älteren Kindern hat.
Man profitiert von ihren Erfahrungen mit kleineren und größeren Erziehungssorgen und: Der Geldbeutel wird geschont, da immer mal wieder abgelegte Sachen „vererbt“ werden.

Vor einiger Zeit schenkte Marion’s Tochter Leonie meiner Clara eine grüne Latzhose. Ein gut erhaltenes Stück aus robuster Baumwolle, auf dessen Latz ein lustiger Löwe prangte. Meine Tochter liebte den Löwen und damit die Hose. Doch es kam der Tag, an dem die Verstellbarkeit der Träger und damit die Tragezeit ausgereizt waren. Aber wie gut, dass ich auch eine Freundin habe, die ihre Tochter ein Jahr später zur Welt gebracht hatte. Maren’s kleine Nele fand grün toll. Und die Mutter das bügelfreie Beinkleid - flugs hatte die Latzhose eine neue Besitzerin gefunden. Gut, der Löwe leuchtete nicht mehr so frisch wie einst, aber Nele war zufrieden.

Natürlich hat auch Maren Bekannte mit jüngeren Kindern. Und wie sie mir versicherte, habe sie die zu eng gewordene Baumwollbüx einem Löwen-begeisterten Mädchen anvertraut, dessen rote Haare obendrein famos mit dem inzwischen leicht verblichenen Grün harmonieren.

Weiter konnte ich den Weg der Wanderhose nicht verfolgen. Andere Dinge beschäftigten mich auch mehr, denn meine Freundin Marion hatte überraschend noch einen Nachzügler bekommen: Jan. Ein süßer Bengel, der allerdings nun schlecht dran war. Jedenfalls, was die Vererbungskette von Kindertextilien betraf. Alle Kleidungsstücke waren längst an den jüngeren Nachwuchs unserer Freunde verteilt, und Mädchensachen waren vielleicht auch nicht das Wahre für Jan. Obwohl: Die grüne Latzhose war eigentlich ein Unisex-Prachtstück gewesen. Und so praktisch.

Marion beschloss, die Gebrauchtkleider-Lücke auf einem Kinder-Flohmarkt zu schließen, und ich begleitete sie dabei. Wir schlenderten an Fahrradsitzen, Vaporisateuren, Hüpf-Pferden vorbei, durchwühlten Kisten und Kartons mit Pullis, Bodys und T-Shirts, Jacken und auch allerlei Hosen. Aber entweder waren sie langweilig, zu klein, zu groß oder zu verschlissen.

Wir wollten schon gehen, als ich sie sah. Zuerst den Rotschopf und dann die grüne Hose mit so etwas wie einem gerupften Tier auf dem Latz.
Von Müttern umringt, pries das rothaarige Mädchen unseren alten Bekannten an: „Nur zwei Euro für die Leo-Hose!“ Marion überlegte nicht lange. „Ich geb’ dir 2,50“, rief sie mit Rührung im Gesicht, schnappte sich die Hose und beschloss, dass Leo bei Jan sein Gnadenbrot bekommen sollte.
Claudia Falk



Seniorenspecial: Alter und Pflege

Das Modellprojekt "Pflegebegleiter"

Unterstützung für pflegende Angehörige

Ca. 29.000 pflegebedürftige Menschen in Hamburg werden zu Hause versorgt, überwiegend von den eigenen Angehörigen, die oft bis an die Grenzen ihrer Kräfte aktiv sind und kaum Zeit für sich selbst haben. Überlastungen ziehen oft eigene Isolation und Erkrankungen nach sich. Das bundesweite Modellprojekt „Pflegebegleiter“ soll diesen Angehörigen Unterstützung anbieten.

Pflegebegleiter und –begleiterinnen sind ehrenamtlich tätige Menschen, die dafür ausgebildet sind, belasteten pflegenden Angehörigen zur Seite zu stehen und deren Lebenssituation zu verbessern.
Sie haben spezielle Schulungen absolviert und gehören jeweils zum Team eines sogenannten Pflegebegleiter-Treffpunkts, der an eine professionelle Einrichtung angebunden ist. Die Qualifizierung findet an 12 Tagen in einem Zeitraum von einem viertel Jahr statt und ist kostenfrei. Sie beinhaltet theoretische und aktuelle Einblicke in und um das Thema „Pflege im Alter“, sowie Praxiserkundungen.

In Hamburg gibt es bisher drei Standorte für Pflegebegleitergruppen: Eimsbüttel, Wandsbek und Barmbek. Die Gruppe in Barmbek kooperiert eng mit dem Hamburger Seniorenbüro und dem sozialen Träger Alter & Pflege, der auch Tagespflegestationen betreut.

Praxis der Pflegebegleiter

Pflegebegleiter/innen haben offene Ohren für die Situation der Angehörigen und Pflegebedürftigen: sie hören zu und nehmen wahr, welche Umstände in der Pflegesituation besonders belastend sind und welche Wünsche zur Veränderung der Lebenssituation geäußert werden. Gemeinsam mit den pflegenden Angehörigen wird überlegt, wie es weitergehen kann und wo Unterstützung benötigt wird und gefunden werden kann.

Pflegebegleiter kennen oder erkunden Wege zur Verbesserung und Entlastung von Überforderungssituationen. Sie nutzen vorhandene Institutionen und Netzwerke im Stadtteil, kooperieren mit Einrichtungen und Selbsthilfegruppen und begleiten die Angehörigen über einen miteinander vereinbarten Zeitraum. So können auch stadtteilbezogene Angehörigennetzwerke entstehen, die gegenseitige Unterstützung ermöglichen.
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Kontakt:
Wenn Sie als pflegende Angehörige Unterstützung oder Beratung benötigen oder als Freiwillige Interesse haben an einer Ausbildung zur Pflegebegleitung, erhalten Sie weitere Informationen unter folgenden Anschriften:

Seniorenbüro Hamburg e.V.
Steindamm 87, 20099 Hamburg
Tel.  30 39 95 07,  Fax  30 39 95 08 
Homepage: www.seniorenbuero-hamburg.de

Alter und Pflege e.V.
Krausestraße 23, 22049 Hamburg
Tel.: 63 64 47 33, Herr Sippel: 63 20 15 24
eMail: info@alterundpflege.de
Homepage: www.alterundpflege.de

Pflegetelefon Hamburg
Hammerbrookstr. 5, 20097 Hamburg
Tel. 28 05-38 22, Mo-Fr 9.00 - 13.00Uhr
Homepage: www.pflegetelefon-hamburg.de



Weihnachtsgeld wird nicht gestrichen

Im November erschien in den Tageszeitungen die Meldung über eine böse Überraschung für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen: im Zuge der „Hartz“-Reformen müssen sie in diesem Jahr erstmals auf ihre Weihnachtsbeihilfe in Höhe von 33 Euro verzichten.
Mehr als 11000 Menschen in Alten- und Pflegeheimen oder in der stationären Behindertenhilfe wären betroffen, weil ihre eigenen Renten nicht für die Unterbringung ausreichen und deshalb die Sozialhilfe (SGB XII) in Anspruch genommen werden muss.
Sogenannte einmalige Leistungen, zu denen auch die Weihnachtsbeihilfe gehörte, wurden im Zuge der Hartz-Reformen abgeschafft und sind - anders als im früheren Bundessozialhilfegesetz - nicht mehr vorgesehen.
Bewohner stationärer Einrichtungen, die Hilfe zum Lebensunterhalt bekommen, erhalten davon nur ein monatliches Taschengeld in Höhe von rund 90 Euro, von denen alle persönlichen Unkosten zu bestreiten sind. 33 Euro sind dann viel Geld.
Nach heftigen Protesten aus den Heimen und von großen sozialen Trägern wie dem Diakonischen Werk hat die Behörde für Soziales und Familie entschieden, den Barbetrag für Heimbewohner im Monat Dezember um die bisherigen 33 Euro zu erhöhen. Hierzu gibt es in den Bundesländern unterschiedliche Auffassungen und Handhabungen.
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Pflegerische Versorgung bleibt gesichert

Die Behörde für Soziales und Familie legte ihre Rahmenplanung bis 2010 vor und stellt fest, dass es in Hamburg ausreichende Versorgungsangebote für pflegebedürftige Menschen gäbe. Dies werde sich in den nächsten Jahren auch nicht ändern, wie aus der „Rahmenplanung der pflegerischen Versorgungsstruktur“ hervorgeht.

Die neue Rahmenplanung leistet eine Bestandsaufnahme der aktuellen Pflegeangebote, prognostiziert den zukünftigen Hilfebedarf und enthält grundsätzliche Weichenstellungen für eine Stärkung der häuslichen Pflege und der Entlastung von pflegenden Angehörigen.

Die wichtigsten Inhalte sind:

Zahl der Pflegebedürftigen:
In Hamburg gibt es derzeit rd. 42.000 Menschen, die pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung sind, 2010 werden es voraussichtlich rd. 45.000 Pflegebedürftige sein.

Häusliche Pflege:
Im eigenen Haushalt werden gegenwärtig 29.000 Personen gepflegt, darunter 17.000 Pflegebedürftige, die ausschließlich von Angehörigen versorgt werden. Weitere 61.000 brauchen  Hilfen, um weiter im eigenen Haushalt leben zu können.
2010 wird es voraussichtlich rd. 31.000 Pflegebedürftige und 66.000 Hilfebedürftige in privaten Haushalten geben. Zurzeit gibt es zur Unterstützung der häuslichen Pflege ausreichend ambulante Dienste. Auch für die Zukunft sind bei den Kapazitäten der Pflegedienste keine Engpässe zu erwarten.

Pflegeheime:
In Hamburg gibt es 139 Heime mit rd. 15.100 Plätzen und rd. 14.500 Bewohnern. Im Jahr 2010 werden voraussichtlich etwa 15.800 Plätze benötigt werden. Diese Plätze werden durch die schon jetzt erkennbaren Aktivitäten von Trägern und Investoren vorhanden sein.

Schwerpunkte in der Pflege:
Der Schwerpunkt der vorgesehenen Maßnahmen in der Rahmenplanung liegt in der Stärkung der häuslichen Pflege und der Entlastung von pflegenden Angehörigen.
Geplant ist darüber hinaus die Förderung von teilstationären Pflegeangeboten in der Tages- und Kurzzeitpflege, u.a. durch die Entlastung von den Investitionskosten. Damit sollen Tages- und Kurzzeitpflegeangebote als Alternativen zum Heim ausgebaut werden. Auch der Ausbau von Wohngruppen für dementiell erkrankte Menschen wird künftig verstärkt unterstützt.
In den Heimen soll der Aufwand bei der Dokumentation der Pflegeverrichtungen reduziert werden, damit die Pflegekräfte mehr Zeit für die direkte Pflege haben.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Hospizarbeit in der stationären Pflege.

Der Entwurf der vorgelegten Rahmenplanung wurde intensiv im Landespflegeausschuss diskutiert. Zahlreiche Anregungen des Ausschusses wurden in die Planung übernommen.
Die vollständige Rahmenplanung der pflegerischen Versorgungsstruktur ist im Internet erhältlich unter www.bsf.hamburg.de
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Rückfragen:
Behörde für Soziales und Familie,
Pressestelle
Tel: 4 28 63 - 39 35, Fax: 4 28 63 - 38 49
E-Mail: pressestelle@bsf.hamburg.de



Neues von Kellalien

Hi liebe Erdlinge,
Ihr habt hier auf diesem Planeten schöne Bräuche zur Weihnachtszeit.
Ich versteh zwar nicht alles, aber es klingt komisch.
Z.B. wenn in Dänemark, wie mir der Däne Lars Buttercup erzählte, ein Geldstück im festlich zubereiteten Reis versteckt wird, damit die Kinder sich kugelrund essen an derlei Dingen.
Nebenbei, Lars Buttercup (zu deutsch: Butterblume) ist ein Universaltalent der Musik und wir freuen uns, dass er uns die Erlaubnis gab, ihn für den Titel zu fotografieren.
Wenn skandinavische Popstars schon mal nach Barmbek Basch kommen, dann sollte man es auch gleich im Bild festhalten!

Zu den Bräuchen hier gehören ja auch die schönen Geschenke.
Liebe große Erdlinge, wenn ihr etwas schenkt mit Batterien, dann denkt bitte daran, dass Batterien die mit in der Packung sind, meistens nicht mal den „Halben“ oder den halben (h)eiligen Abend überstehen.
Auch wenn es blöd teuer ist, besorgt gleich ein paar gute Batterien mit - an der Tankstelle am 1ten Weihnachtstag sind sie eh teurer und die kleinen Erdlinge haben Spaß bis zum Einschlafen.

Die Weihnachtszeit zeichnet sich auch manchmal dadurch aus, dass große Papas mit den Kleinen die gleiche Höhe einnehmen. Wenn die Autorennbahn zusammen gebaut ist von „Vaters“, dann hat er es sich auch verdient mit der selbigen mal ne Runde zu drehen, oder? Nur, Papas der Erde, nehmt den Aschenbecher gleich mit auf den Teppich, eh die Glut auf den Boden fällt und Mama explodiert, hihi.
Toll finde ich es, wenn sich um die Älteren zur Weihnachtszeit sehr gekümmert wird. Solange jemand zusieht, wird dann auch mal der eigenen Frau aus dem Mantel geholfen. *Grins*

Als ich ca.20 Jahre alt war, hatte ich ein Paar Rollerskates zu Weihnachten bekommen.
Stimmt, ich war schon ein wenig alt vielleicht, aber es waren ja Discoroller, ahem. Es lag kein Schnee den Heiligabend und ich düste sofort los.
Ich traf nacheinander dann 2 Freunde zufällig, die 5 Jahre älter sind als ich und ebenfalls auf ihren Discorollers unterwegs waren.... So haben wir dann gleich unser Essen gut verdauen können.
Das einzige was die kleinen Damen der Erde wahrscheinlich stören könnte zu Weihnachten, ist
die Trennung von Barbie und Ken, oder?

Ich wünsche allen lieben Erdlingen viel Spaß und ein frohes Fest!
Euer Kellalien



Dütt un datt op Platt
Erbauliches von Helga Kelling

Marktlüüd

Bi unsen Markt snackt veele Platt un datt gifft männigmal een drulliget Gesabbel! Ick keup mi jed een Week tein söte Saftappelsins ton Utquetschen bi jim. Aber, wenn datt so koold is, as datt letzt wär, denn doot mi de Marktlüüd bannig leed!
„Schall ick juch ´n Koffi rünnerbring´n?“ heff ick letzt froogt.
De een harr sien Thermosbuddel dorbi, aber de anner harr geern een hatt.
Ick heff emm denn een Beker rünnerbrocht un he hett mi twee Appels schenkt.
Door heff ick mi freit!
Sühst woll, datt sünd de lütten Gesten, de uns ook datt Hart warm mookt!


Fuulheit lot los

Watt sünd datt bloot föör Lüüd, de to fuul sünd eer Pappkartons twei to rieten ?
Se packt eern Backbeernmus eenfach neven denn Container!!
Süht bi de Post jümmers ut, as op de Müllhalde!
Een Tipp vun mi: lütte Kartons kanns vorrher mit de Fööd platt moken!
Feste obpedden!!!
Wenn Du dorbi an Dien Boss, de Di argert hett denkst, bringt datt sogor Spass!!


Ick, een „Opfer“ vonne Gesundheetsreform!

Ick heff bannig Wehdag in mien rechten Arm. Datt heff ick allmol hat. Hebbt de Physio-Therapeuten fein wedder wechkregen. Wull ick dittmol wedder henn.
Aber mien Huusdokter harr meent:“ Sie müssen ja sowieso zum Orthopäden, soll der es man aufschreiben.“ Nu hett de Orthopäde ers in veer Weken een Termin för mi. Mutt ick also töben.
Veer Weken Wehdag sünd ‘n lange Tied!

De letzten Glimmstängels

Een Abend kööm mien Jung mit twee Frünn to mi no boben ton Glas Wien.
Ick heff mi freit. Harr ick mal Besöök!
All dree wärn Smeukers, aber ohn Zigarretts!
Ick harr noch ‘n poor inne Schachtel, aber de güng ´n denn ok op ´n Rest!
Toletzt harr ick noch twee von de Dinger. Een heff ick schmöökt un de letzt heff ick denn op denn Disch smeten un heff seggt: „Haut juch door rüm!“
Se hebbt sick nich haut!
Nee, de letzt Glimmstängel güng reihüm!
Jeden een hett tweemol trocken un denn wär Fofftein!!
Ick föhlte mi as bi de Indianers, de de Fredenspiep smeukt!!
Schoin, nich?
Wär een Vorrslag för uns Politikers, wenn se sick mol wedder datt Kabbeln kricht!!

„Du bist Deutschland“

Wokeen kann mi verkloorn, worüm ick Düütschland bin?
De Kerl in´n TV wiest mit denn Finger to mi und seggt datt jümmers wedder.
Watt hett datt mit Düütschland to dohn? Sünd de Utlänners nich meent?
Ward de allwedder utgrenzt ? Watt wüllt se uns doormit suggereern?

Wo wär datt mit „du büst good“ „du höllpst jeden een“ „büst een tollen Minschen“ usw. Viellicht bringt datt watt? Wenn een datt jümmers wedder seggt ward, glööft man dooran.
(Sowatt harrn wi doch allmol? Bloot inne verkehrte Richtung!“)
Dorüm passt mi datt gornich! Ick bünn nich Düütschland!
Ick bünn Helga Kelling

Nu ward datt ernst!

Keen nu een nijen Pass bruukt, mutt bi datt Foto no vöörn kieken und een ernsthaftig Snuut moken! Vun wegen de biometrischen Merkmale! Keen door smustert oder lacht, kann nich digital „erfasst“ werden.
Tja, een Freet hebbt wi man bloot, aber datt schall nu digital op son Chip.
Also Lüüd, op datt Passbild nich smustern! Worüm ok ?
Wi hebbt sowieso nix mehr to lachen!!

Wi schenkt uns nix!

„Wi schenkt uns nix“,
hett mien Söhn vorrslogen,
„hess keen Arger un bruuks nix besorgen!“
Tschä, denn spoor ick veel Geld.
Harr ick nich all watt ut´n Katalog bestellt?

Gornix? Ick weet nich recht.
Son lütt Deel wär doch nich slecht?
Mit leere Hann´n ton Wiehnachsfest?
Nee....datt is datt Letzt!

Bruukt jo man bloot watt Lüttet sien!
(bringt ook Kopppien!)
Ick meen, datt is de Kasuswuppdi,
ick denk an de un överleg mi!

Mook mi veel Gedanken
üm mien Kinner un Tanten,
de denn seggt:
„Datt se door an dacht hett?“

So hett Wiehnachten sien Sinn!
Irgendwatt fallt mi woll in!
Nu loop ick ook glieks los!
Tschä, watt verschenk ick denn nu bloots???

Lewe gode Wiehnachsmann
 
„Lewe Gode Wiehnachsmann....“,
so füng mien Riemel jümmers an.
Ick denk männigmal an mien Kinnertied.
Watt heff ick tööft! Wann wär d´ so wiet?
 Kümmt he mal sülben bi mi an,
de lewe gode Wiehnachsmann?
 
Denn güng datt endlich rinn!
Door stünn he, schoin, as een Droom
mit veel Kringels binn´n
de smucke Wiehnachsboom!
De Lüchten danzten un mien groten Wunsch stünn door!
Een nieje Popp un ´n Poppenkoor.
 
Ick harr mi geern bedankt bi emm. Wär schöön.
Aber denn Wiehnachsmann kreech ick wedder nich to sehn.
„He harr datt bannig ielig“, sä mien Vadder,
„he müss noch inne Kinnerklinik.“
 
Föör een betolten Wiehnachsmann
hebbt de Schiens nie nich langt!!
Datt weet ick nu ers achterran!
Heff mi jümmers ditthalben beswert!

Hüüt froog ick mi, wo to heff ick mien Riemel lehrt?

Sünnerklaas (von Johann Beyer)

Kiek ins, watt is de Häwen so rot!
Datt sünd de Engels, de backt datt Brot,
se backt denn Wiehnachsmann sien Stuten
för all de lüttschen Leckerssnuten.
Nu gau de Tellers ünnert Bett
un leggt juch henn un weest recht nett!
De Sünnerklaas steiht vör de Döör,
de Wiehnachsmann, de schickt emm her.
Watt de Engels backt, datt schüllt ji probeern
un smeckt datt good, denn hört he datt geern.
Un de Wiehnachsmann lacht:
„Nu backt man mehr!“
Och, wenn doch man erst Wiehnachten wär!!!



Mell-Dung!


Ge-niesen Sie die dunkle Jahreszeit auch so wie ich? Hat-schies auch schon kalt erwischt?
Also neulich, so Ende Oktober, da zogen einige kleine vervirte Rotznasen schräg singend von Haus zu Haus und husteten „süßes oder saures“ in die geöffneten Türen. Happy Melloween, der reinste Kinderwahn!

Und das vorweihnachtliche Grippenspiel beginnt: Epi-soden oder besser –demien voller Leidenschafft in der Gaststätte „Zur (Ba)Zille“.
Als potenzieller Virenwirt wird mit Lokalrunden natürlich nicht gegeizt. „Me Nasa se su Nasa“, geteiltes Leid ist halbes Leid. So wird nach und nach die nähere bis weitere Umgebung systematisch influenziert. Schwenkt einer die weiße Fahne, so ist das nicht als Friedensangebot zu verstehen. Synchronhusten und elefantöses Trompeten erweisen sich als akustisches Zoobehör mit Ansteckungsgarantie; ein echt kulturelles Vergnügen. Na ja, kulturell im Sinne von bakteriell.

Hals- und Rachenräume werden ungefragt von ganzen Kolonien solcher Gattung bevölkert und wer es schafft, die Halsbesetzer ohne juristische Mittel auszuwerfen, hat schon die halbe Miete gewonnen. Oft muss aber gegen die schnoddrige Biomasse die antibiotische Keule eingesetzt werden. Hartnäckig halten sich die Eindringlinge im Milieu versteckt und rauben einem die Luft zum Atmen, abhusten ausgeschlossen. Wo ist bloß der Rachendrachen (lat.Bazillosaurus) oder war´s der Happy Grippo? Die Gesundheitspolizei ermittelt.
Wenn die hauseigene Temperatur dann auch noch subtropische Werte erreicht und der Frost uns schüttelt, dann haben wir Betthütepflicht samt Schläfchen zählen auf dem Krankenblatt stehen.

Und nun hat diese gemeine europäische Grippe doch tatsächlich neuerdings einen einflussreichen Vertragspartner aus Asien gewonnen. Diese Abart nennt sich zum tierischen Vergnügen aller „flying flu“ oder auf neudeutsch: Vogelgrippe.
Da fragt man sich natürlich, was man von so einem fiesen, chinesischen Hühnerhusten wohl zu erwarten hat, wenn man mit dem europäischen Standard schon komplett zum erliegen kommt. Also, ich für meinen Teil mach jetzt jedenfalls einen großen Bogen um Federvieh jeder Art. Das Vogelhaus im Garten ist vorsorglich verrammelt und großzügig abgesperrt, für Zugvögel wird keine Landeerlaubnis mehr erteilt und zu Martins Gans habe ich auch keinen Körperkontakt mehr! Mit anderen Worten: Ich bin vogelfrei! Doch wie schützen sich passionierte Ornithologen vor der hochinfektiösen Federpest? Surft ab sofort jeder simple Sittich auf der Grippewelle?

Meiner vogelvernarrten Großtante habe ich jedenfalls dringlichst geraten, die Koffer für ihren quietschgelben Kanarienpiepser zu packen und ihn dahin zu schicken, wo sich seine Vorfahren ursprünglich mal aus dem Ei gepellt haben. Bei der Gelegenheit, wer war denn jetzt eigentlich zuerst da: das Huhn oder das Ei? Der Infekt oder der Defekt? Gehören geflügelte Worte ab sofort auch zur Risikogruppe? Und was passiert, wenn man mal einen zwitschert?

Werde jetzt flugs die Antikörper mobilisieren, das Immunsystem starten und die Heilsarmee in die Krisenregion entsenden. Ente gut, alles gut!
Hatschi la vista und gute Besserung!
Mellos