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BaSta Nr. 13, Dezember 2006



Redaktionsteam & BeitragsverfasserInnen dieser Ausgabe:

Erika Draeger, Helga Kelling, Claudia Falk, Björn Kelling, Quartiersbüro Dehnhaide: Peter Lauenburg + Arno Siebert, IG Barmbek Süd: Tilo Westphal


V.i.S.d.P.: Medienbüro LogIn/KiFaZ,
Vogelweide 36, 22081 Hamburg,
Tel.: 2000 48 00
eMail: info@medienburo-barmbek.de
Druck: P+N Offsetdruck, Auflage: 3500
Online-Ausgabe: E. Draeger

Inhalt   (online-Ausgabe unbebildert)  

Vorwort
Kurzmeldungen
Barmbini - die Kinderseite
Schulreif?
Wie wohnen wir morgen?
Baugenossenschaften in Barmbek
Der Blinden- und Sehbehindertenverein
Nachrichten aus dem Quartiersbüro Dehnhaide
Kellalien und Rio Raiser
Dütt un datt op Platt
IG Gewerbe Barmbek Süd
Fruchtbare Schule
20 Jahre Geschichtswerkstatt
Fernwehlieder - Hörspielfür Kinder
Adressen

 

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,
diese BaSta-Ausgabe wird möglicherweise die letzte sein, denn bisher hat unser Aufruf nach weiteren Freizeitredakteuren und Mitarbeitern an der Erstellung der Seiten künftiger Ausgaben keinen Erfolg gehabt. Da nun auch das Quartiersmanagement zuende geht und auch die Druckkosten nicht mehr wie bisher übernommen werden können, wird es ganz sicher erst einmal eine längere Pause geben.
Gäbe es eines Tages eine neue BaSta, würde sie nicht mehr in Hausbriefkästen liegen sondern überall dort, wo im Stadtteil Publikumsverkehr stattfindet (in sozialen und kulturellen Einrichtungen, öffentlichen Institutionen usw.).
Die bisherigen MitstreiterInnen verabschieden sich von Ihnen/von Euch mit guten Wünschen für die Weihnachtszeit und das neue Jahr 2007!
Ihr BaSta-Redaktionsteam



Kurzmeldungen für Barmbek

Bahnhof Barmbek: Die Sanierungspläne

Die seit August von Stadtentwicklungssenator Michael Freytag eingesetzte "Task Force", die möglichst schnell einen Zeit- und Finanzierungsplan für den maroden Bahnhof Barmbek erarbeiten soll, hat im November dem Stadtplanungs-ausschuss der Bezirksversammlung Nord erste Ergebnisse präsentiert.
"Die Verkehrsführung rund um den Bahnhof wird neu geordnet, damit die Busse von 2008 an sowohl an der südlichen als auch an der nördlichen Seite halten können", sagt Peter Hansen, Sprecher des Bezirksamts Nord. Der alte Busbahnhof an der nördlichen Seite soll 2008 abgerissen und dort ein neuer öffentlicher Platz geschaffen werden. "Ein neuer überdachter Abfahrtsbereich wird dann an der Nordseite entstehen, dieser soll bis 2009 fertiggestellt sein", so Sprecher Peter Hansen.
In einer weiteren Bauphase soll dann von 2010 an eine Passage entstehen, die vom Wiesendamm durch den Bahnhof zur Fuhlsbüttler Straße führt.

Senator Freytag hatte die "Task Force" einberufen, weil seit fast zehn Jahren die Grundsanierung des maroden Bahnhofs und der Abriss des Busbahnhofs diskutiert werden (wir berichteten), aber bisher nichts passiert ist.
Die hochkarätig besetzte Arbeitsgruppe unter Leitung von Oberbaudirektor Jörn Walter, der Vertreter von Bahn, Hochbahn und dem Bezirk Nord angehören, wird jedoch noch häufiger tagen müssen. Grund: "Es besteht noch keine Einigkeit der Beteiligten über die Finanzierung der Umgestaltung und Sanierung des Bahnhofs", sagt Helma Krstanoski, Sprecherin der Stadtentwicklungsbehörde.

Quelle: Hamburger Abendblatt
Weitere Informationen über Aktivitäten in Barmbek Nord und über den Barmbeker Bahnhof finden Sie unter www.barmbek-nord.info

MOOK WAT PC

In diesem Beschäftigungsprojekt am alten Teichweg in Dulsberg werden gespendete Computer aufgearbeitet und neben Schulen und gemeinnützigen Vereinen auch an Empfänger von Arbeitslosengeld II zu einem sehr geringen Selbstkostenpreis abgegeben. Die gebrauchten, durchaus leistungsfähigen Computer inklusive Tastatur, Maus, Monitor und Drucker kosten für einen ALG II-Empfänger ca. 120 Euro, für eine soziale Einrichtung etwas mehr.

Angeschlossen ist gleichzeitig eine PC-Selbsthilfewerkstatt für Arbeitslose, die sich in der Werkstatt bei der Reparatur ihres Computers helfen lassen können.
Die gemeinnützig beschäftigten PC-Techniker des Projektes helfen bei der Suche nach Hardwarefehlern und erstellen nach einer detaillierten, schriftlichen Fehlerdiagnose und -beschreibung einen Kostenvoranschlag über benötigte Ersatzteile.

Das Projekt stellt Werkzeuge und Prüfgeräte zur Verfügung. Wer die Reparatur seines Computers nicht selbst durchführen kann, bekommt selbstverständlich Hilfe.
Angeboten werden auch (je nach Bedarf, Verfügbarkeit und Wunsch) gebrauchte und neue Ersatzteile, die gleich vor Ort eingebaut werden können, zum niedrigen Selbstkostenpreis.
Für die schriftliche Fehlerdiagnose und den Kostenvoranschlag wird eine Schutzgebühr von 5 Euro erhoben. Die Gebühr wird bei einem Ersatzteilkauf ab 10 Euro wieder verrechnet.

Nutzung der PC-Selbsthilfewerkstatt nach telefonischer Terminabsprache unter 69 79 69 25.
Öffnungszeiten: Mo - Do 8.30-12.00 h, 12.30-15.00 h und Fr 8.30 - 12.00 Uhr
Adresse: Alter Teichweg 55b (Seiteneingang, links am Gebäude entlang in Richtung Autobetrieb)
22049 Hamburg-Dulsberg
Homepage: www.mookwat-pc.de

Traditionsfirma Beese&Schmidt hat aufgegeben

"Für immer geschlossen" heißt es auf einem Schild an der Tür. Nach 85 Jahren hat der 1921 als Eisenwarenhandlung gegründete Familienbetrieb, weit über Barmbeks Grenzen bekannt, nun nach einem Ausverkauf das Geschäft in der Wagnerstraße am U-Bahnhof Hamburger Straße aufgegeben.
Die Inhaber selbst haben sich aus Altersgründen für den Rückzug entschieden, es wurden auch Nachfolger gesucht, doch vergeblich. Sich dem Konkurrenzdruck der Baumärkte stellen zu müssen, war wohl ein zu hohes Risiko. Zwar ist die kompetente Fachberatung immer ein Markenzeichen von Beese&Schmidt gewesen, aber die hatte ihren Preis und jüngere Unternehmer bringen eine andere Geschäftsphilosophie mit.
40 MitarbeiterInnen haben ihre Arbeitsplätze verloren, für die angesichts der konjunkturellen Lage in der Baubranche die Aussichten schwierig sein werden.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum

Einer Forsa-Umfrage zufolge verzichten 37 Prozent der Befragten schon immer auf einen Tannenbaum zur Weihnachtszeit, 13 Prozent wollen in diesem Jahr verzichten wegen der angekündigten Preiserhöhungen.
Als weitere Gründe wären denkbar: es tut einem leid um die vielen Bäume, die Jahr für Jahr für ein paar Tage herhalten müssen, um dann bei der Müllabfuhr zu landen. Andere wieder mögen keine Tannenadeln im Teppich, wieder andere feiern Weihnachten gar nicht oder ganz anders...

Die BaSta-Redaktion stellt eine Alternative vor: einen Weihnachtsbaum aus Lebkuchen! Sie können ihn dekorieren, trocknen, anmalen oder einfach aufessen, das wäre eine umweltfreundliche Entsorgung.
Frohes Fest!

200 Jahre Franzosenzeit

Es hat nun doch jemand bemerkt, das Abendblatt berichtete und ein paar Veranstaltungen hat es auch gegeben: vor 200 Jahren, im Herbst 1806, geriet Hamburg unter napoleonische Besatzung.
Bis 1814 verweilten französische und spanische Soldaten in unserer Stadt und waren teilweise in Privathaushalten untergebracht, weil die Armee so nicht für Unterkunft und Verpflegung sorgen musste.

Auch Barmbek trägt Spuren dieser Zeit. Während der Kampfhandlungen gegen alliierte feindliche Truppen wurden umliegende Dörfer einfach niedergebrannt, der besseren Sicht wegen. Ein Herr von Essen hatte guten Kontakt zu einem der Generäle, wird gesagt, und das damalige Dorf Barmbeck für 100 Goldtaler freigekauft. Geehrt wurde er durch die von-Essen-Straße.

Ein weiteres Denkmal, das an diese Zeit erinnert, steht am Pfenningsbusch, südlich vom Kinderspielplatz. Es zeugt für den bitter kalten Winter 1912-13, als beschlossen wurde, alle Menschen aus der mit Toren und Wällen umschlossenen Stadt Hamburg auszuweisen, die nicht in der Lage waren, Vorräte für einen ganzen Winter vorzuweisen und eine Belagerung zu überstehen.
Hunderte wurden einen Tag vor Weihnachten aus der Stadt verwiesen, viele versuchten, in Hamm Notunterkünfte zu finden, viele andere wanderten bis Barmbek und ein großer Teil von Ihnen kam um, geschwächt, erfroren. Sie wurden in einem Massengrab bestattet.
Der Stein zeugt davon und mahnt: Kriegszeiten haben der Zivilbevölkerung zu allen Zeiten hohe Opfer abverlangt.

ed



BARMBINI - DIE KINDERSEITE

Basteleien aus Karton

Diesmal habe ich Bastelideen für die Winter- und Weihnachtszeit mitgebracht - lauter schöne Sachen aus Karton oder farbigem Tonpapier!

Mond und Sterne

Zuerst werden wir ein Mobilé herstellen, das Material sollte fester gelber oder golden bzw. silbern beschichteter Karton sein.
Als Vorlage für die Sterne könnt ihr die auf Seite 3 nehmen (durchdrücken oder Kopierpapier verwenden), für den Mond braucht ihr entweder einen Zirkel oder zwei verschieden große Teller als Schablone.
Mund, Nase und Augen werdet ihr leicht hinzuzeichnen können.

Alle Teile ausschneiden und mit einer dicken Nadel Löcher für die Fäden stechen, nicht zu nah am Rand. Immer je 2 Sterne mit sehr dünnen Fäden verbinden und diese verknoten, den obersten Stern am Mond befestigen.
Der Mond selber erhält dann noch einen Extrafaden mit Schlaufe zum Aufhängen.

Weihnachtskarten

Dünner Karton oder Tonpapier eignen sich sehr gut dafür. Wollt ihr die Karten auch verschicken, sollte die die Größe den gängigen Briefumschlägen angepasst sein. Wir übernehmen also die Maße einer DIN A4-Seite (zweimal zu je 1/3 falten und ein Drittel abschneiden), oder eine halbe A4-Seite, die nur einmal gefaltet wird.
Auf die Vorderseite zeichnet ihr mit Bleistift ein Motiv, um es dann mit kleiner Schere vorsichtig auszuschneiden.

Nun ein Stück Transparenttpapier auf die Rückseite kleben, auf die Vorderseite mit einem Glimmerstift gute Weihnachtswünsche in Schönschrift schreiben und die Konturen der ausgeschnittenen Figur mit dem Stift freihändig nachzeichnen. Nach Geschmack noch zusätzlich dekorieren. Bei dunklem Karton empfiehlt es sich, ein weißes, passendes Blatt für die etwas ausführlicheren Weihnachtsgrüße hineinzulegen.

Lesezeichen

Schmale Kartonstreifen zuschneiden (ca. 5x15 cm) und mit Dekoration schmücken, ganz nach Wahl, hier ist kreatives Gestalten gefragt. Es kann auch ein schönes Monogramm sein, der Glimmerstift liegt ja noch in der Nähe... Am oberen Rand mittig mit Bürolocher lochen und Schleife oder Kordel hindurchziehen -fertig ist das kleine Kunstwerk!

Dreieckige Geschenkschachtel

Schnell hergestellt, sehr individuell und für kleine Geschenke oder Süßigkeiten geeignet. Links ein Vorschlag für die Größe des Kartons. Die Faltlinien mit Lineal und spitzem Gegenstand (kein Messer, das ist zu scharf) vorprägen/falzen, damit es bei dickerem Material einen exakten Knick gibt. Auf den schmalen Seiten genau mittig mit dem Bürolocher lochen und den Karton erst einmal in der Mitte, dann an den vier Ecken entlang den Linien nach innen knicken. Anschließend ineinanderstecken und durch die Löcher eine schöne Kordel oder Schleife ziehen. Natürlich könnt ihr den Karton vorher auch dekorieren!
Ich wünsche allen Kindern wunderschöne Weihnachts- und Ferientage und ein frohes neues Jahr!!!


Eure kleine Bastelhexe




Schulreif?

Als der Schulbesuch noch blanke Theorie war, bewunderte Clara die Kinder, die mit gigantischen Containern auf dem Rücken aus der Grundschule in den Hortbereich ihrer KITA kamen und sich nach dem Essen über Karohefte beugten.
"Das sind die Großen" sagte sie halb ehrfurchtsvoll, wies aber nicht ohne Stolz auf ihr Etappenziel hin: "Aber ich bin auch schon Vorschulkind und kann sogar Schleifen binden."

Endlich stand auch für meine Fünfjährige der Schulreifetest an - Dauerthema schon Wochen vorher. Als so genannte "Vorgezogene" (früher: Kann-Kind") sollte er ohne die Eltern in einer Gruppe mit acht anderen kleinen Kandidaten in der Schule stattfinden. Als der Tag noch jung war, erschien Clara cool. Als wir aber gerade den Fuß in das Schulgebäude setzen wollten, blieb sie störrisch stehen und verkündete: "Nö, ich lass mich doch nicht testen." Nun, da hatte ich die Quittung für meine Erziehung zu einem kritischen, hinterfragenden Menschen.

Mit dem uralten Ablenkungsmanöver "Guck mal da hinten, die schönen Bilder" gelang es mir schließlich, sie in die Schulfalle, äh, -halle zu locken und dem Lehrkörper zuzuführen.
Trottete sie noch mit dem Blick einer zum Schafott Geführten der Lehrerin und den anderen Probanden hinterher, so kam sie nach einer Stunde mit erhabenem Blick als Erste zurück. Bestanden!
"War ja eierleicht", kam es von oben herab. Was aber genau hinter den verschlossenen Türen passiert war, blieb zunächst ihr Geheimnis. Auffällig war nur ihr aufkeimendes Interesse an Buchstaben. Das Wort-Erkennungsprogramm des Kindercomputers lief fast heiß, und sie erfand immer Alphabet-Spiele: Mal erriet sie die Buchstaben, die ich ihr mit dem Finger auf den Rücken "malen" musste, dann knabberte sie sogar aus dem Schwarzbrot kunstvoll zunächst ein L, beim nächsten Haps ein I.

Überhaupt fühlte sie jetzt eigentlich schon fast erwachsen. Und konfrontierte mich immer häufiger mit Aufmüpfigkeiten wie: "Ich geh doch noch nicht nach dem Sandmännchen schlafen, du guckst doch auch noch Nachrichten." Oder: "Ich will keine Erdbeer-Zahnpasta mehr, sondern Deine scharfe", "ich will keinen Winnie Pooh-Teller mehr sondern einen aus Porzellan."
Auch bestimmte Bücher, die noch vor wenigen Wochen in Wiederholungsschleife vorgelesen werden mussten, waren plötzlich Baby-Bücher und zum Verschenken gerade noch gut genug.

Als ich allerdings ihre Aufmerksamkeit aufs Rechnen lenkte - zeitlebens meine Schwäche - erkannte ich, dass der Apfel wirklich nicht weit vom Stamm gefallen war: "Guck mal, auf diesem Teller liegen fünf Smarties und auf dem anderen sechs. Wie viele sind das insgesamt? - "Zu wenig".
Auch eine Annäherung. Vielleicht versuche ich die Übung demnächst mal mit Buchstabenkeksen.
Claudia Falk


Wie wohnen wir morgen?
Wohnungsbaugenossenschaften - bewährte Modelle und Konzepte aus der Vergangenheit sind auch in Zukunft attraktiv

Geschichte und Ziele

Bereits 1889 verabschiedete der damalige Reichstag das "Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften", kurz Genossenschaftsgesetz. Grund war ein akuter Mangel an Wohnraumversorgung, als zur Blütezeit der Industrialisierung immer mehr Menschen aus ländlichen Gebieten in die Städte drängten.
Arbeiter und Handwerker erhielten bei geringen Einzahlungen die Möglichkeit, ihre Häuser als Miteigentümer selbst zu bauen.In Barmbek entstanden erste Genossenschaftsbauten ab 1903, erhalten geblieben sind z.B. die "Hamburger Burgen" an Lohkoppel-/Bruckner-/Sentastraße und in der Wohldorfer Straße.

Die Wohnungsnot nach dem 1. Weltkrieg rief Geschäftemacher auf den Plan, deren aggressives Profitstreben Mieten ins Unendliche steigen ließen - der Ruf nach Alternativen zur Spekulation mit Wohnraum ließ eine größere Zahl neuer Wohnungsbaugenossenschaften entstehen.

Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums für Menschen mit kleinen Einkommen stand auf ihren Fahnen. Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Selbstverwaltung und aktive demokratische Mitbestimmung waren Prinzip. Es hat sich seit über acht Jahrzehnten bewährt und ermöglicht inzwischen vielen Tausend Mitgliedern allein in Hamburg nicht nur erschwingliche Wohnungsmieten, sondern auch Sicherheit in der Zukunft: nämlich lebenslanges Wohnrecht.

Seit ihrer Gründungszeit haben die Bauvorhaben vieler Genossenschaften das Bild unseres Stadtteils geprägt. In den 20er Jahren kam die Bebauung in Barmbek Nord und Dulsberg mit großen Wohnblöcken und den typischen Backsteinfassaden nach dem Konzept Kurt Schumachers in Schwung. Zur Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg wurden im nahezu vollkommen zerstörten Barmbeker Süden in wenigen Jahren neue Wohnblöcke und Häuserzeilen errichtet, viele davon unter der Regie von Genossenschaften, deren Förderung des Gemeinschaftsgedanken sich wiederum auf gute Nachbarschaften auswirkte.

Gelebte Demokratie

Basis jeder Genossenschaft sind die Mitglieder, die auf entsprechenden Versammlungen an wichtigen Entscheidungen beteiligt werden. Sie selbst wählen einen Aufsichtsrat, der wiederum den Vorstand für die Geschäftsführung bestellt.
Je nach Größe der Genossenschaften werden entweder alle Mitglieder oder von ihnen gewählte Mitgliedervertreter eingeladen zur aktiven Wahrnehmung ihres Stimmrechts und Mitgestaltung künftiger Entwicklungen. Der Verkauf einer Genossenschaft ohne Zustimmung der Basis ist nicht möglich.

Mitglieder tragen durch Übernahme von Anteilen - je nach Größe und Ausstattung der Wohnungen - zum Vermögen ihrer Genossenschaft bei, das wiederum in neue Projekte oder Instandhaltungen investiert wird und in Form von Dividenden sogar für den Einzelnen Zinsen abwirft. So können sich Mitglieder als Teileigentümer betrachten, die nicht in der Lage wären, auf dem freien Markt Wohnungen zu kaufen.
Der Wert der Anteile für eine Wohnung liegt, je nach Größe, für Mitglieder großer Genossenschaften bei 1-3 durchschnittlichen Monatsgehältern, oft sind Ratenzahlungen möglich. Sehr kleine Genossenschaften mit geringeren Rücklagen sind auf höhere Einlagen angewiesen. Bei Kündigung werden die Anteile nach verabredeter Frist zurückgezahlt.

Guter Service wird meist zusätzlich geboten von Beratungen bis zu eigenen Handwerkern und sozialen Einrichtungen. Die ersten Wohnungsbaugenossenschaften zeigen sich seit einigen Jahren auch aufgeschlossen gegenüber alternativen Wohnformen, die immer beliebter werden.
Mieten oder Nutzungsgebühren orientieren sich in der Regel am Mittelwert des amtlichen Mietenspiegels. Die meisten Genossenschaften haben ihr Ursprungsziel, Wohnungen für Menschen auch mit kleinen Einkommen zu schaffen, bisher im Auge behalten und in ihrem Bestand auch Angebote für Interessenten mit Wohnberechtigungsschein.

Vier Genossenschaften mit Wohnungsbestand in Barmbek werden hier vorgestellt. Sie alle haben eine ähnliche Geschichte, unterscheiden sich aber auch ein wenig voneinander und zeigen auf, welche Schwerpunkte im Laufe der Jahre ihren engagierten Mitgliedern und Vorständen jeweils wichtig gewesen sind.
Im Anschluss finden Sie eine Adressliste, über die Sie zu diesen und weiteren Genossenschaften Kontakt aufnehmen und Näheres erfragen können.


Baugenossenschaft Dennerstraße-Selbsthilfe e.G

Die Gründung fand 1924 statt mit dem Ziel, eine Alternative zur privaten Bauwirtschaft zu schaffen und bessere, billigere Wohnungen zu erstellen. Der heutige Name leitet sich ab aus dem ersten damaligen Projekt in Barmbek im heutigen Straßendreieck Dennerstraße-Bendixenweg-Mildestieg.

Fusionen mit weiteren kleinen Genossenschaften und Bauvereinen ermöglichten eine gegenseitige Stärkung und größere Beteiligung am Wiederaufbau Barmbeks nach dem 2. Weltkrieg.
Durch den Zusammenschluss mit der Genossenschaft Selbsthilfe e.G. 1964 erweiterten sich der Name und die Möglichkeit zu gemeinsamem Engagement im Bezirk Nord sowie angrenzenden Stadtteilen. Inzwischen kann die Baugenossenschaft Dennerstraße-Selbsthilfe e.G. (BDS) auf einen Bestand von mehr als 4.800 Wohnungen blicken.

Die Verbundenheit mit unserem Stadtteil wird unterstrichen durch den Standort in der Barmbeker Hufnerstraße, wo rechtzeitig zum 75-jährigen Jubiläum 1999 das neue Bürogebäude direkt am Osterbekkanal Ecke Flachsland bezogen werden konnte.
Gute Kontakte untereinander und soziales Engagement hatten und haben in der BDS einen hohen Stellenwert. Wie gut die Mitglieder sich aufgehoben fühlen, bestätigt die durchschnittliche Wohndauer von 20 Jahren, auch 50-jährige Wohnjubiläen wurden schon gefeiert.

Heute liegt ein Schwerpunkt der Bautätigkeit in der Modernisierung und Instandhaltung älterer Anlagen, wobei umsichtig und mit langer Vorplanung darauf geachtet wird, größere erforderliche Baumaßnahmen für die Bewohner/innen so erträglich wie möglich zu machen.

Die BDS kann von sich behaupten, zu den Vorreitern des generationsübergreifenden Wohnkonzepts zu gehören. Junge Familien, Paare und Singles bewerben sich immer häufiger, woran sich die geplanten Neubauten orientierten, u.a. in der Hafencity.
Seniorengerechte Wohnanlagen gibt es bereits seit 1992, ein weiteres Vorhaben ist in Eilbek geplant.
Aktive Beteiligung an Gemeinschaftsprojekten findet besonders bei den älteren Mitgliedern statt. Aus ihrer Initiative ist der Verein Senioren-Selbsthilfe e.V. entstanden, der bereits seit über zehn Jahren Freizeitaktivitäten organisiert.

Das Ziel, eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversor-gung anzubieten, wird gefördert durch einen genossenschaftseigenen Mietenspiegel und das Bemühen, einen gerechten Ausgleich zwischen Neubau- und Altbaumieten herzustellen. Geschultes und engagiertes Personal entwickelt neue Wohnformen, unterstützt Nachbarschaftshilfe und bietet bedarfsgerechte Dienstleistungen an bis hin zur individuellen Beratung auch in Notfällen.

Interessenten bewerben sich um ein Wohnungsangebot und werden spätestens bei Unterzeichnung des Mietvertrags Mitglieder. 15 Anteile á 52,- Euro sind zum Eintritt zu übernehmen, die Gesmatanteile für eine Wohnung richten sich nach Größe, Lage, Ausstattung.

Baugenossenschaft HANSA

1925 gegründet von Angehörige der Hamburger Hochbahn AG, um in eigener Regie etwas gegen die Wohnungsnot zu tun. Arbeiter, Angestellte, Staatsbedienstete mit geringen Einkommen waren angesprochen, die neben mühsamem angesparten Genossen-schaftsanteilen auch Eigenleistungen beim Hausbau erbrachten.
Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges verfügte die "Gemeinnützige Baugenossenschaft HANSA e.GmbH Hamburg" schon über einen Bestand von über 800 Wohnungen, von denen jedoch nach dem Krieg nur noch die Hälfte intakt war.
Mit viel Elan und Eigenhilfe wurden ab 1945 Wiederaufbau und Neubauten im ganzen Stadtgebiet realisiert; bis heut stieg der Bestand auf mehr als 9.300 Wohnungen, davon über 1.500 in Barmbek, Dulsberg und Winterhude.

In hohem Maße wird auch in Modernisierung und Instandhaltung der älteren Gebäude investiert und auf neue Herausforderungen reagiert. So zählen auch rollstuhlgerechte Wohnungen, Kindertagesstätten, Jugendwohnungen, Mütterberatungsstellen, Tagespflege-stätten, Altenwohnun-gen und Altentagesstätten zu den Angeboten.

Drei Serviceteams stehen im Stadtgebiet für Fragen rund um Vermietung und Verwaltung zur Verfügung, Hauswarte und Techniker für technische Fragen.
Neue Projekte sollen vor allem die gestiegene Nachfrage nach größeren, familiengerechten Wohnungen befriedigen. Auch höherer Komfort wird oft gewünscht, ein Beispiel hierfür ist die Beteiligung am "brau-quartier" in St.Pauli mit hochwertigen, freifinanzierten Wohnungen.
Die HANSA gehört zu den größten Wohnungsbaugenossenschaften in Hamburg und sieht sich gleichzeitig als ein straff geführtes, gut organisiertes Wirtschaftsunternehmen, das am Markt konkurrenzfähig bleiben muss.

In begrenztem Maße werden Mitglieder aufgenommen. Interessenten können sich nach einer persönlichen Beratung vormerken lassen und Wünsche äußern zu Wohnungsgröße und -lage. Für Neumitglieder beträgt das Eintrittsgeld 50,- Euro, erforderlich ist der Erwerb von mindestens 15 Geschäftsanteilen á 50,- Euro. Kommt es zu einem Nutzungsvertrag, wird die Anzahl der Geschäftsanteile erhöht, je nach Größe, Lage und Ausstattung der entsprechenden Wohnung.

Ein Zusatzangebot für die Mitglieder der HANSA ist eine eigene Spareinrichtung. Die Spareinlagen werden fast ausschließlich im eigenen Hausbesitz angelegt und vor allem für die Finanzierung von Modernisierungen verwendet.


Baugenossenschaft freier Gewerkschafter e.G

Bereits 1922 gegründet und eine der ersten im Barmbeker Raum aktiven Genossenschaften, hat die BGFG von Beginn an besonders durch ihre gemeinschaftlich orientierten Mitglieder gewonnen. Am Anfang gehörte zur Mitgliedschaft auch die Gewerkschaftszugehörigkeit, es schlossen sich also Menschen zusammen, denen das Solidaritätsprinzip bereits aus anderen Zusammenhängen vertraut war.
So entstanden gut funktionierende Nachbarschaften in Wohnanlagen, die durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Eigenhilfe zustande kamen.
Auch Vorstands- und Verwaltungstätigkeiten wurden in den ersten Jahren ausschließlich ehrenamtlich geleistet, das Prinzip der Selbstverwaltung in den Wohnanlagen groß geschrieben.

Ihren Namen verdankt die Genossenschaft der Tatsache, dass die Bewegung des damaligen "Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes" (ADGB), der den Gründungsanstoß gegeben hat, als "freie Gewerkschaft" bezeichnet wurde. Ihr Ziel war, Wohnungen zu angemessenen Preisen für minderbemittelte Familien in gesünderen Lebensbedingungen zu schaffen.

Geplante Bauvorhaben der BGFG setzten neue Maßstäbe, schon früh wurden die Wohnanlagen mit Bädern und Naragheizungen ausgestattet, mit Spielangeboten für Kinder und oft eigenen Wäschereien. Fortschrittlich waren auch die frühe Teilnahme von Frauen an Gremienarbeit als gewählte Mitgliedervertreterinnen und die Organisation von Kinderfreizeiten, für die die Genossenschaft einen größeren Teil der Kosten übernahm.

Im Krieg wurde über die Hälfte des Bestandes zerstört. Durch Fusionen mit kleinen Bauvereinen konnte sich die BGFG gestärkt am großen Wiederaufbau beteiligen.
Heute ist die BGFG mit rund 7.700 eigenen Wohnungen - davon ca. 900 im Barmbeker Raum - eine der größeren Wohnungsbaugenossenschaften in Hamburg und bietet ihren Mitgliedern attraktiven Wohnraum zu weiterhin angemessenen Preisen. Immer war wichtig, Meinungen und Bedürfnisse der Mitglieder in zukünftige Planungen einzubeziehen, etwa in Form von aufwendigen Befragungen mit anschließender Analyse.

Die Investition in Modernisierungsmaßnahmen hat auch bei der BGFG heute hohen Stellenwert. Dies geschieht u.a. durch Zusammenlegung kleiner Wohnungen, Energiesparmaßnahmen, Wohnraumanpassung für Bedürfnisse von Senioren.

Erneuerung durch Ersatz, so heißt das Motto für die nächsten Jahre. Den betroffenen Mitgliedern steht dabei ein aktives Umzugs- und Sozialmanagement helfend zur Seite.
Eine Stiftung, benannt nach der Namensgeberin und ersten Stifterin Elisabth Kleber, nimmt sich weiterer sozialer Belange an wie Förderung von Jugend- und Altenhilfe, von Völkerverständigung durch Kultur-veranstaltungen und Hilfe in individuellen Notfällen.

Vorausetzung zum Bezug einer Wohnung ist die BGFG-Mitgliedschaft. Sie wird durch die Zahlung von mindestens vier Geschäftsanteilen von je 150,- Euro und einem Eintrittsgeld in Höhe von 50,- Euro erworben. Die Höhe der weiteren Anteile richtet sich nach der Wohnungsgröße (je Quadratmeter Wohnfläche ca. 45 Euro).


Baugenossenschaft FLUWOG - Nordmark

Der Name FLUWOG entstand als Kürzel aus dem Wort "FLUg-hafen-WOhnungs-bau-Genossen-schaft", die Gründung 1949 ist auf Mitarbeiter des Flughafens Hamburg zurückzuführen.
Nach der Fusion 1969 mit dem Bauverein Nordmark, dessen Geschichte bis in das Jahr 1920 zurückreicht, kam es zu dem heutigen Namen.

Etwa zwei Drittel des Bestandes von 4.300 Wohnungen sind im Norden der Stadt zu finden, ein Teil in Wandsbek und anderen Bezirken, aber auch in Barmbek hat sich die Genossenschaft engagiert und ca. 1.000 Wohnungen errichtet.
Seit jüngster Zeit gibt es einen Neubau an der Osterbek- und Sentastraße und in 1-2 Jahren wird am Wiesendamm ein Projekt entstehen, in dem auch neue Wohnformen, Wohnen für Behinderte und das Nachbarschaftsprojekt einer Wohngruppengemein-schaft realisiert werden sollen.

Neue Wohnformen sind zur Zeit ein Schwerpunkt der geplanten Neubauvorhaben. Ein spannendes Projekt entsteht bald in Langenhorn in Zusammenarbeit mit zwei Baugemein-schaftsgruppen, von denen eine sich seit langem mit dem Thema Seniorenwohnen in eigener Regie befasst hat unter Einbeziehung optimaler Betreuung in Krankheitsfällen. Die andere Gruppe favorisiert das generationsübergreifende Wohnen und will Jung und Alt unter einem Dach integrieren. Die Gruppen sind von Anfang an der Planung beteiligt und werden als Hausgemeinschaften einziehen, die schon einen längeren Kennlernprozess durchlaufen haben.

Das Thema seniorenfreundliches Wohnen leitet sich von dem hohen Anteil der älteren Mitglieder ab. Ihnen soll ein weiteres Neubauprojekt in Langenhorn zugute kommen, in dem die Anpassung des Wohnungsbestandes an die Bedürfnisse älterer Menschen im Vordergrund steht. Das Betreiberkonzept bezieht auch die Möglichkeit des betreuten Wohnens mit ein.

Natürlich wird der Altbaubestand ebenfalls nicht vernachlässigt; seit langem investiert die Fluwog in Modernisierung und Instandhaltung. Soziale Angebote für Mitglieder sind Standard.
Die Geschäftsstelle soll um 2010 übrigens nach Barmbek verlegt werden.

Für Mitgliedschaftsinteressenten: die Nachfrage ist groß, aber es gibt keinen Aufnahmestopp.
Jedes Mitglied muss mindestens drei Anteile á 155 Euro halten, später werden die ergänzt auf 50,- Euro pro m² Wohnfläche (bei Altbauten deutlich darunter).
ed


Wohnungsbaugenossenschaften mit Bestand in Barmbek/ im Bezirk Nord

Der Arbeitskreis Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften
fördert die Kooperation untereinander.
Infos zu freien Wohnungen gibt es unter
0180 - 22 44 66 0
und im Internet:
www.wohnungsbaugenossenschaften.de

Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer Genossenschaft eG
Fuhlsbüttler Str. 672, 22337 HH-Ohlsdorf,
Tel. 638 00 -0
www.schiffszimmerer.de

Altonaer Spar- und Bauverein
Max-Brauer-Allee 69, 22765 HH-Altona,
Tel. 38 90 10 -0
www.altoba.de

Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG
Bergedorfer Straße 122, 21029 HH-Bergedorf
Tel. 72 56 00 -0
www.bergedorf-bille.de

Baugenossenschaft Dennerstrasse Selbsthilfe eG, Hufnerstraße 28, 22083 HH-Barmbek,
Tel. 20 200 -30
www.bds-hamburg.de

Baugenossenschaft der Buch-drucker eG, Pestalozzistraße 24, 22305 HH-Barmbek,
Tel. 69 70 81 -0
www.buchdrucker.de

Baugenossenschaft Deutsches Heim-Union e.G.
Buchsbaumweg 10a, 22299 HH-Winterhude
Tel. 69 70 81 -0
www.d-h-u.de

Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG
Tannenweg 62, 22415 HH-Langenh.,
Tel. 5 31 09 10
www.fluwog-nordmark.de

Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG, Süderstraße 324, 21129 HH-Hamm,
Tel. 21 11 00 -0
www.bgfg.de

Baugenossenschaft Kolping eG
Eulenkamp 18, 22049 HH-Dulsberg
Tel. 652 40 52 /53

Eisenbahnbauverein Harburg eG
Rosentreppe 1a, 21079 HH-Harburg,
Tel. 764 04 -0
www.ebv-harburg.de

 

 

Gemeinnützige Baugenossenschaft Hamburg-Nordost eG
Rübenkamp 54, 22307 HH-Barmbek,
Tel. 69 70 94 -0
www.hamburg-nordost.de

Hamburger Lehrer-Baugenossenschaft eG
Lokstedter Steindamm 74a,
22529 HH-Lokstedt, Tel. 56 00 78 -0
www.lehrerbau.de

HANSA Baugenossenschaft eG
Lämmersieth 49, 22305 HH-Barmbek,
Tel. 6 92 01 -0
www.hansa-baugenossenschaft.de

Hanseatische Baugenossenschaft eG
Lämmersieth 9, 22305 HH-Barmbek,
Tel. 299 09 -0
www.hanseatische.de

Mietergenossenschaft Falkenried-Terrassen eG, Falkenried 34G, 20251 HH-Eppendorf,
Tel. 420 54 21

Vereinigte Hamburger Wohnungsbau-Genossenschaft e.G.
Hohenfelder Allee 2, 22087 HH-Hohenfelde,
Tel. 25 15 12 -0
www.vhw-hamburg.de

WGW - Wohnungsbaugenossenschaft
Gartenstadt Wandsbek eG
Gartenstadtweg 81, 22049 HH-Wandsbek
Tel. 6 96 95 90
www.wgw-gartenstadt.de

Wohnungsbaugenossenschaft
Kaifu Nordland eG
Sophienallee 33, 20257 HH-Eimsbüttel,
Tel. 43 17 02
www.kaifu.de

Wohnungsgenossenschaft Langenfelde eG
Försterweg 46, 22525 HH-Stellingen
Tel. 54 00 06 -0
www.langenfelde.com

Wohnungsbau-Genossenschaft von 1904 eG, Landwehr 34, 22087 HH-Eilbek,
Tel. 42 30 08 -0
www.woge.com

Wohnungsverein Hamburg von 1902 eG
Angerstraße 3, 22087 HH-Hohenfelde,
Tel. 25 19 27 -0, www.wv1902.de

Weitere Genossenschaften finden Sie unter: Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen
www.vnw.de



Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V.

Der BSVHH mit seinem Louis-Braille-Haus im Holsteinischen Kamp ist eine Institution nicht nur für unseren Stadtteil, sondern für den gesamten Hamburger Raum.
Bis zu 5000 Besucher jährlich zählt der Selbsthilfeverein, der nicht nur als Anlaufstelle für fachlich kompetente Beratungen zu allen Formen der Sehbehinderung einschließlich Behördenformalitäten leistet, sondern seinen Mitgliedern auch langfristig Unterstützung bietet bis hin zu vielen Freizeitangeboten. Einige BeraterInnen sind selbst blind und können darum authentisch berichten.

Das Louis-Braille-Center hat in diesem Jahr nach aufwendigen Umbauarbeiten wieder vollen Betrieb aufgenommen und seine Angebote erheblich erweitert. Im neu gestalteten Eingangsbereich am Holsteinischen Kamp werden Interessierte freundlich empfangen und nach ihren Wünschen gefragt. Gleich hier im Erdgeschoss befindet sich auch der neue, übersichtliche Ausstellungsraum mit vielen Hilfsmitteln, die das Leben im Alltag und zu Hause für Blinde und sehbehinderte Menschen sehr erleichtern können.
Dienstags ist die Ausstellung von 9-17 Uhr geöffnet, eine Beraterin erklärt und führt vor. Andere Termine sollten zuvor abgesprochen werden.

Ebenfalls im Erdgeschoss hat das Restaurant "Living" seinen Betrieb aufgenommen. Es ist für Besucher und MitarbeiterInnen des Hauses wie für Stadtteilbewohner geöffnet und bietet einen guten Mittagstisch und manche Extras zu moderaten Preisen an. Im Sommer sollen die Tische auch auf der Terrasse im Innenhof gedeckt werden.
In diesem Hof ist außerdem ein interessanter Garten angelegt worden: Pflanzen und Kräuter zum Tasten und Riechen sollen auch noch Schilder mit Blindenschrift erhalten und Besucher informieren.

Die Obergeschosse sind in angenehmen Farben und Formen gestaltet, die klare Gliederung der Grundrisse ist natürlich auf Blinde Nutzer ausgerichtet. Für Sehende unauffälige Tastschrifthinweise, wechselnde Bodenbeläge, formschöne Geländer und Handläufe und die Auswahl von mehrfach funktionalen Materialien und Farben beweisen ein gut durchdachtes Design und hohe Sensibilität der Planer.
Alle Planungsgespräche haben natürlich zusammen mit Betroffenen stattgefunden; das neue Braillehaus biette Modellcharakter für Architekten, die sich ebenfalls mit Fragen der Barrierefreiheit in Räumen befassen.
Die Gruppenräume stehen Mitgliedern für Freizeit- und Arbeitstreffs, aber auch anderen Gruppen für geringe Nut-zungsgebühren zur Verfügung. So treffen sich hier regelmäßig Angehörige und Betroffene der Alzheimer-Gesellschaft Hamburg e.V. zum Austausch in gemütlichen Runden.

Der BSVHH bietet in den großen Veranstaltungsräumen auch Informationsabende an, insbesondere zu der sehr häufig bei Senioren auftretenden Makuladegeneration, einer Erkrankung des Augenhintergrundes, an der bis zu 25% älterer Menschen in starker oder schwacher Form leiden.
Im Braille-Haus findet Austausch zwischen Betroffenen statt, auch gemeinsame Freizeitaktivitäten werden geplant. Hierzu gehören übrigens auch ein Studio zur Erstellung eigener Radiosendungen und ein Hotel an der Ostsee, das u.a. für Gruppenreisen genutzt wird.

Neben Informationen zur Blindenschrift und Demonstrationen von elektronischen Geräten, die das Lesen bei Restsehvermögen immer noch zulassen, verfügt das Haus auch über eine Blindenbibliothek mit einer großen Anzahl von Schriften und Büchern. Die hauseigene Blindenschriftdruckerei versetzt den Verein in die Lage, aktuelle Nachrichten und Informationen per Post an Mitglieder zu versenden.

Ausführliches Informationsmaterial über die reichhaltigen Angebote und Veranstaltungen, Kurse und Beratungsmöglichkeiten, mobile und soziale Dienste und Vorteile einer Mitgliedschaft erhalten Sie direkt im


Louis-Braille-Center
Holsteinischer Kamp 26
22081 Hamburg
Telefon 206 404 -0

eMail: info@bsvh.org
Homepage: www.bsvh.org ed


Neues von Kellalien

Hi ihr lieben Erdies!
Neulich hörte ich wie einer sagte:
"Wie soll man denn heutzutage noch auffallen?"

Hm, das ist ganz leicht.
Fahr Fahrrad mit Licht vorn und hinten und Du wirst sehr auffallen, das macht nämlich sonst kaum einer.
Wenn Du dann auch noch auf der richtigen Seite fährst, dann bist Du wirklich positiv auffällig.

Als Fußgänger fällst Du auf, wenn Du den Fahrradweg überhaupt beachtest. Das macht ...
Blink, wenn Du einen Mercedes oder einen Bmw fährst, das macht nämlich sonst kaum einer.

Grüß auch die anderen Kunden und nicht n u r die Verkäuferin beim Bäcker, das macht ...

Entscheidet Euch, bevor die Bedienung an den Tisch kommt, was Ihr zu Essen und zu Trinken bestellen wollt, wenn die Karte schon lange auf dem Tisch liegt.
Aber wer ist schon so scharf darauf, aufzufallen - oder?

Liebe Grüße und ein frohes Fest mit einem saftigen guten Rutsch !
Euer Alien



Dütt un datt op Platt
Erbauliches von Helga Kelling, zu Gast: H. Claudius


De Technik överholt uns ole Lüüd


Also, ick heff jo dacht, as ick mi vorr son poor Johrn een PC anschafft hefft, datt ick doormit in wär? Aber datt wär woll nix!!
Nu heff ick een "niejen" (gebrukten) Laptop, aber de hett all keen Schlitz föör een Discette. Harr mi dormit mol indeckt! Kann ick nu nich mehr bruken! Twee Johrn jünger as mien olen, un ick kann mien
Discetten wechsmieten.
Datt is jo slimmer, as mit de Mode! Is out, aber ick treck datt liekers an.

Allens ward anners un vorr allens lütter! Ton Bispill de Brillen un de Etuis!
Wenn de Mannslüüd eer Kiekgläser ut de Tasch holt, denkst de wüllt sick ´n Zigarr ansteken.
Ick gläuf mien Brägen is ok lütter worrn!
Mien PC mookt jümmers noch Fisematenten un mookt datt, watt ick gornich will! Gifft Dag, door klappt gornix! Geiht Juch datt ok so ?
Jichtenswann klappt datt un wenn datt man bloot de Kökendöör is, de ick achter mi tohau un mi ersmol een "schoin" Tass Koffi kook.



Düür Wiehnacht?

Wedder mol is datt so wiet.
Wi hebbt Wiehnachstied!
Watt föör een Manöver!
De Breefkastens löppt över!

Massenwies kricht wi Bericht;
ohn Präsente geiht datt nich!
Jed een kiekt in d´ Pottjeneè,
op datt langt föör de Schenkeree?

Appels, Nööt un Mandelkern
Harrn de Kinners fröher geern.
Hüüt sünd eer Wünsch bannig groot -
Un Oma kümmt in grote Not!

Knappt sick datt aff vun eer lütt Rent.
Jed een kricht noch watt an´n End!
Opa steiht jo trüch jümmers.
Hett so leev sien Enkelkinners!

De wedder hebbt datt bannig hild!
Ward Tied föör een sülben malted Bild!!


Nahberslüüd

Narms is datt inn' Sommer so sinnig un nett,
as inne Stadt, wenn de Nahber Musik an hett.
Bi dien Flimmerkasten bruuks gorkeen Ton,
denn hüürst vun annern Balkon!

Ünnen steiht een Caprio.
De hett ok ´n Radio!
He teuft op sien Bruut.
De klöört noch eer Snuut!
Treckt eer Lipp no
Un jumpt denn in datt Caprio!

Wenn d´ schoin warm is, kanns di op verloten
hebbt se all de Finsters open!
Ünner di fangt se an to grillen
Un di traant de Pupillen!
Swatten Rook tröckt no dien Balkon.
So hess ok watt dorvon!

Du geihst no binnen ton Pennen,
doch de Nahber find keen Enn´n!
Datt Steak ward mit Beer begoten
un ok sülben dorvun sopen.
Luuthals bölkt door een Quartett
Un du steihst oprecht in dien Bett!

Mookt nix, de Sommer is so kott!
Morgen hebbt de Jolers ´n dicken Kopp.
De anner Nahber fangt datt plietscher an!
De holt di glieks ton Fiern mit ran.
No tein Buddel Beer un twee grote Steak
is ok föör di allens to spät!

Trudelst lallend no Huus,
fallst benusselt to Bett,
resümerst, datt man doch
lewe Nahberslüüd hett!

Kinnerschnack
In´n Kinnergorden heff ick mal mit de Görn över Berufe schnackt un jim vorrslogen, se schulln eer Öllern mal frogen, watt de so op eer Arbeitstell mookt.
Datt wär woll nix! De mersten schnackt woll nich geern över eer Arbeit.
Een Vadder harr meent, he dreegt de Aktenordners hen un her. Door kunn nu keen een watt mit anfangen! Wär jo ok swoor, de Kinner son Büroposten to verkloorn.
Kinner hebbt eer egen Menung dorto.
So kreeg ick son Schnack twischen twee Fievjährige mit un datt güng so:
"Watt mookt dien Vadder?"
"De is Klempner."
"Watt mookt de door denn?"
"Na, weest doch. De klemmt sick denn Finger!"

Schiet anne Technik

Ick sitt so door un denk
Watt hett sick doch de Welt verännert!
De nieje Technik - een Geschenk??
Worüm föhl ick mi so belämmert?

De Kinner speelt an denn PC.
De Hann´n klickt jüst behend.
Wenn ick datt mook - oh, jemine!
Bün ick mit mien Latein an´n End!

Bi de U-Bahn - Euro in´n Atomot
Kümmt de Toch all anfohrt!
Bitt de Kasten mien Knete wesselt hett
is de Bahn allwedder wech!

Op son Parkplatz kümms ropp,
wenn de Schrank opgeiht,
aber wedder ruut? Door is denn STOPP!
Weil sick ohn Koart gornix deiht!

De best Erfinnung is datt Handy.
(Datt heff ick jümmers bi mi)
So kricht mien Kinner mi all Tied tofoten.
Meist geiht datt üm Geld! Kann ick mi op verloten.
Datt finn ick wedder gornich good
Un ick vermoot: segg ick denn jo,
mookt se datt mit Vadder ebenso.

In´n Fernkieker is datt jo ganz schöön,
watt man kann över fofftig Programme sehn.
Kanns de Senders verglieken.
Aber een to Tied kanns jo man bloot kieken!!


Vun´ Wiehnachtsmann
Hermann Claudius (Enkel von Matthias Claudius)

Mien grote Deern, mien lüttje Deern,
de möögt so geern Geschichten höörn.
Un kümmt de Wiehnachtstiet nu ´ran,
vertell ik jem vun´ Wiehnachtsmann.
Denn kiekt se Beid´ mit Ogen groot,
as in so´n blanken, depen Soot.

Un in ehr Ogen deep dor ünn´
ståht all mien Geschichten binn´.
De Wiehnachtsmann, mien söte Muus,
de hett dor buten ´rut sien Huus,
dor buten, wo de Dannen ståht.

Dor sitt he in sien lüttje Kååt
un kiekt. Un fangt dat an to sneen,
denn fleit he. Un denn - - hest´ nich sehn!
denn kååmt de Kreihn un jümmer mehr
mit Wark un Wark em vör de Döör,
mit Wark un Wark, segg an, segg an,
wat schüllt wi denn, ool Wiehnachtsmann!

Denn sett de Ool sien Piep bisiet
un seggt: Dat warrt nu Wiehnachtstiet!
Denn stickt he an dree lange Lichten
un mååkt en fierlich Gesichten
un schüfft tohööcht sien grote Brill - -
un all de swarten Kreihn sitt´ still.

Mien leve Kreihn, so seggt he denn,
ji mööt nu nå de Stadt mål hen,
´naem achter Wall un Steen vermuurt
de leven Kinner lang al luurt.
Tellt se mi all ! Vergaet mi keen!
Dor sünd so vael mang Muur un Steen.
Un nu man gau, mien leve Kreihn!
Ik mutt de´n groten Sack noch neihn!

Wark! Wark!
Nu waes mål still, mien Deern!
Kannst nich de Kreihn al tell´n höörn?



Unsere Schule - das fruchtbare Wesen


Zu Zeiten, in denen ehrbare Bürger unserer Hansestadt Kindergärten auf dem Klageweg den Garaus machen dürfen, ist es nur wenig verwunderlich, dass die Geburtenrate steil nach unten zeigt. Da ist es umso erfreulicher, dass eine kleine tapfere Schar von weiblichen Lehrkräften an unserer Adolph-Schönfelder-Schule dem Trend trotzt und sich der hemmungslosen Kinderproduktion hingibt.

Ein besonders fruchtbares Terrain ist hierbei die vierte Klasse an der Zweigstelle Käthnerkamp. So können diese neun- und zehnjährigen Schüler bereits auf ungezählte schwangerschaftsbedingte Ex-Klassenlehrerinnen zurückblicken.

Bereits anlässlich der Einschulung war dem nüchternen Beobachter klar, dass die junge Klassenlehrerin kaum die vier Grundschuljahre unter Umgehung der Familienplanung absolvieren würde. Schließlich hatte sich die Dame aus liebesbedingten Gründen nach Hamburg versetzen lassen.
Ihre Liaison zu einem knackigen Hamburger Jung führte denn auch sehr bald zu einem zählbaren Ergebnis. Die Freizeit-Mathematiker und Hobby-Gynäkologen unter der Elternschaft vermochten mühelos nachzuvollziehen, dass offenbar aus Anlass der freudigen Einschulung dieses ganz andere freudige Ereignis eingeleitet wurde. So kam es nach etwas mehr als einem halben Jahr zu einem ersten tränenreichen Abschied.

Glücklicherweise ließ jedoch die neue Lehrerin den Abschiedsschmerz schnell vergessen, war sie doch jung und voller Elan. Und es dauerte. Es dauerte immerhin knapp zwei Jahre, bis sich die Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage häuften. In der Elternschaft keimte natürlich ein vager Verdacht. Und dieser sollte sich bestätigen.
Ein wahres Tränenmeer ergoss sich eines Tages über den Schulhof an der Brucknerstraße. Jungs wie Mädchen lagen sich Rotz und Wasser heulend in den Armen. Ein ziemlich blöder Moment für die sympathische Lehrerin. Sie erzählt freudestrahlend von ihrer Empfängnis und alles fängt bitterlich zu weinen an.

Auf der Suche nach der Nachfolgerin von der Nachfolgerin bockte die Schulbehörde zunächst, schreiben ihr doch die Finanzen vor, die Kinder dumm und dusselig zu sparen. Aber es gelang, erneut eine weibliche und junge Kandidatin zu verpflichten, diesmal - sicher ist sicher - nur mit einem Zeitvertrag bis zu den Sommerferien ausgestattet.
Das reichte nicht. Sie blieb nach aktuellem Kenntnisstand die einzige Lehrerin, die diese Klasse jemals unschwanger verlassen hat.

Die bedauernswerte Schuldirektorin hatte also in den Sommerferien erneut das zweifelhafte Vergnügen, eine Lehrkraft zu engagieren. Ob in Ermangelung von Alternativen oder schlicht aus Überzeugung: die Wahl fiel wieder auf eine junge Dame. Instinktiv wurde ihre Vorstellung am Elternabend nur noch halbherzig registriert, allzu verdächtig erschien ihr Alter. Und so wurde die Nachricht ihrer Schwangerschaft keine vier Wochen später auch nur mit einem lakonischen Achselzucken hingenommen. In Erinnerung bleibt sie eigentlich nur wegen ihres beeindruckenden Rekordes der schnellsten Schwangerschaft in dieser Klasse, zumal sie auf ärztliches Anraten auch umgehend aus dem (Schul-) Verkehr gezogen wurde.

Inzwischen waren beide Lerngruppen der vierten Klasse zusammengelegt worden, der Unterricht so durch eine weitere weibliche Lehrkraft gesichert, die sich in einem gänzlich unverdächtigen Alter befindet. Aber zwecks Gewährleistung der Teilungsstunden begab sich die vermutlich inzwischen geringfügig genervte Schulleitung erneut auf Suche.

Und das Ergebnis? Tja, es muss wohl nicht erwähnt werden, in welchem Alter sich die Neue befindet. Und dass sie noch kinderlos ist. Dafür wurden aber schon Eltern gesichtet, wie sie im gut sortierten Wettbüro ihr Geld in quotenträchtige Tipps investierten. Ach, sagte ich schon, dass sich das krankheitsbedingte Fehlen der Dame zuletzt verdächtig häufte…

Eingesandt von einem Vater, dessen Kind die Schule besucht. Name ist der Redaktion bekannt.



20 Jahre Geschichtswerkstatt

Die Geschichtswerkstatt Barmbek wollt sich zum Jubiläum nicht selbst feiern, sondern etwas Dauerhafteres zu diesem Anlass entstehen lassen.
Herausgekommen ist ein Buch, das allen geschichtsinteressierten, historisch neugierigen, selbst aus dem alten Barmbek kommenden Stadtteilbewohnern Freude machen wird: die Reproduktionen einer Sammlung von Aquarellen des 1983 verstorbenen Lehrers und Hobbykünstlers Herrmann Funke.

Liebevoll zusammengestellt sind die Bilder aus der Vergangenheit, ihnen gegenüber jeweils ein Foto des Standortes von damals oder heute, damit der Betrachter sich an den Platz versetzen und evtl. wiedererkennen kann. Die teils farbenfrohen Aquarelle strahlen eine Liebe zu den Objekten aus, Herrmann Funke, erst beruflich nach Barmbek gekommen, muss unseren Stadtteil damals sehr gemocht haben.

Im Anschluss an die Bilderreihe erfahren wir auch Biografisches über den Künstler. Das Buch ist gebunden und seinem Anlass entsprechend gestaltet.
Eine kleine Rarität, wie Dieter Thiele von der Geschichtswerkstatt zu Recht sagt.

Die Grußworte von Ralf Giordano, ebenfalls in Barmbek aufgewachsen und dem Team an der Hufnerstraße verbunden, sprechen für sich: "Bravo! Ich hätte nicht gedacht, dass der Stadtteil, der meine eigentliche Heimat war, ist und bleiben wird, einmal eine solche Erhöhung finden wird. Dafür Dank an alle, die dabei mitgewirkt haben."
Da kann die BaSta-Redaktion sich nur anschließen!

Buchempfehlungen für die Weihnachtswunschliste:

Barmbek-Bilder
von Herrman Funke, 116 Seiten
Herausgeber: Geschichtswerkstatt,
Kaufpreis 21,80 E, Versand 4,- Euro
gebunden, Format 29x21,5 cm,
erhältlich in der Geschichtswerkstatt Barmbek,
Wiesendamm 25, 22305 HH,
Tel. 293 107, Fax 295 216

Die Bertinis
von Ralf Giordano, 784 Seiten
Fischer-Tschenbuch, 12,95 Euro
ISBN 3-596-25961-4

Neger, Neger, Schornsteinfeger
von Hans J. Massaquoi, 512 Seiten
Knaur-Taschenbuch, 9,95 Euro
ISBN 3-426-61-854-0



In zwölf Liedern um die Welt:
"Fernwehlieder" - ein Musik-Hörspiel für Kinder ab fünf

Da hieß es dann üben, üben, üben
Thomas Harder ist nicht nur Gründer des Saxofon-Trios, das regelmäßig im Kulturhaus Dehnhaide probt, er ist auch Vater. Auf langen Autofahrten wurden er und seine Frau Beate von ihren Kindern oft bedrängt, Kinderlieder-Kassetten einzulegen. Das war zwar vergnüglich für die Kleinen, aber mit der Zeit reichlich eintönig für die Eltern.
"Kann man nicht auch Kindermusik kreieren, die auch für Erwachsene einigermaßen attraktiv klingt?", fragten sich die beiden und hatten bald die Idee, eine multikulturelle Kinderlieder-CD zu gestalten. Schließlich tanzte schon ihr Zweijähriger gern zu Son- oder Reggaemusik - kein Wunder in einem Haushalt, in dem Musik aus fast allen Teilen der Erde gespielt wird.

Thomas Harder: "Wir wollten den Kindern über die Lieder die ganze kulturelle und musikalische Vielfalt dieser Welt näher bringen und dabei möglichst viel über die Geografie, Sitten und Gebräuche der jeweiligen Länder erzählen." Doch von der Idee bis zum fertigen Produkt ist es ein langer Weg - drei Jahre dauerte die Arbeit, die der Musiktherapeut und die Lehrerin "nebenher" leisteten.
"Am meisten Spaß machte es, Musik und Text zu gestalten und aufeinander abzustimmen", erinnert sich Thomas Harder, der nächtelang in seinem kleinen Studio an den Stücken feilte. "Uns war es wichtig, authentische Instrumente einzusetzen, um so ein realistisches Klangbild des jeweiligen Themenlandes zu schaffen. Dabei sind wir immer wieder in die Kulturen eingetaucht: Was ist das Besondere am Rap, am englischen Pop, am Calypso, an der Samba? Schließlich wollten wir das ,Typische' der jeweiligen Musik zum Ausdruck bringen."

So spaßig wie auch schwierig waren die Aufnahmen mit den Kindern. Thomas und Beate wollten nicht, dass - wie bei vielen Produktionen - eine Erwachsenenstimme "den Ton angibt", sondern holten ausschließlich Kinder an die Mikrofone. Ein klassisches "Casting" fand bewusst nicht statt - sie arbeiteten ausschließlich mit Kindern aus dem Freundes- und Familienkreis.

"So wollten wir eine möglichst fröhliche und unverkrampfte Atmosphäre schaffen und ,Klang pur', von dem sich möglichst viele Kinder angesprochen fühlen", erläutert Thomas, den auf den ersten Blick nichts aus der Ruhe zu bringen scheint. "Eine tragende Gesangslinie hinzubekommen war allerdings gar nicht einfach." Um mit den zwölf Liedern um die Welt zu kommen, hieß es dann: üben, üben, üben.
Auf jeden Fall, so versichern Beate und Thomas, hatten die Kinder einen Riesenspaß bei der Arbeit und sind jetzt sehr stolz auf ihr Produkt. Zu Recht.
Claudia Falk

"Fernwehlieder" - Die CD nicht nur für Kinder
Sie rappen in New York, schlagen die Trommel in Afrika, beobachten Kängurus in Australien, tanzen Salsa auf Kuba, Samba in Brasilien, Tango in Argentinien - die Kinder, die mit Käpt´n Knudsen und Smutje Hannes an den Hamburger Landungsbrücken auf große Fahrt gehen.
Und was man auf so 'ner Weltreise nicht alles kennen lernen und erleben kann:
Seekrankheit, Seemannsknoten und Bordkarten, exotische Musik und fremde Instrumente, Köstlichkeiten, die man vorher noch nie probiert hat, tropisches Klima, seltsame Tiere, Leute, die ganz anders leben als zu Hause, aber auch Obdachlosigkeit und Hunger.

Liebevoll, sehr kindgerecht und amüsant - aber nicht ohne kritische Zwischentöne - hat das Hamburger Ehepaar Beate Behrendt und Thomas Harder dieses Kinder-Musik-Hörspiel kreiert und in langen Monaten eine hoch motivierte Kindergruppe zu den Sprechrollen und Liedern geführt.
Die Songs laden zum Mitsingen und -wippen ein, einige sind sogar ohrwurmverdächtig!

12 Lieder, 13 Zwischendialoge, Gesamtdauer 66,47 Min.
Text: Beate Behrendt, Englisch- und Religionslehrerin an einer Gesamtschule in Hamburg.
Musik und Arrangements: Thomas Harder, Musiktherapeut; er spielt Alt-Saxofon, Mandoline, Gitarre, Bass.
Erhältlich ist die CD per Bestellung über fernwehlieder@email.de, www.fernwehlieder.de (11,80 plus 2,50 Euro Versandgebühr) oder für 13,60 Euro im Laden - Büchergilde Hamburg, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg (gegenüber ZOB)