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BaSta Nr. 5, Mai 2004

Titelbild Nr. 5

Redaktionsteam & BeitragsverfasserInnen:

Carsten Müller, Erika Draeger (Druckvorlagen, Layout, Text), Helga Kelling, Melanie Voß, Björn Kelling, Claudia Falk, Alina Steinborn, Arche Nora e.V., Frauenhand Werkstatt, Britha Krause, Quartiersbüro Dehnhaide, Christoph Porschke, Kulturhaus Dehnhaide, Medienbüro LogIn, Bund der Schwerhörigen e.V., IG Barmbek Süd

V.i.S.d.P.: Medienbüro LogIn/KiFaZ,
Vogelweide 36, 22081 Hamburg,
Tel.: 2000 48 00
eMail: info@medienburo-barmbek.de
Druck: P+N Offsetdruck, Auflage: 3000
Online-Ausgabe: E. Draeger

Inhalt   (online-Ausgabe unbebildert)

Vorwort
Kurzmeldungen
mal zum Nachdenken
Medienbüro LogIn
Barmbini - die Kinderseite
Kolumne MellDung
Arche Nora e.V.
Frauenhand-Werkstatt
Tanzt Ihr Mann auch?
Hilfe für Hörgeschädigte
Barmbeker Bilderbogen
Nachrichten aus dem Quartiersbüro
Gewerbeuntersuchung
Dütt un datt op Platt
Nachbarn: Der Künstler
Pinnwand
IG Barmbek Süd
Neues von Kellalian
Kulturhaus / Veranstaltungen
Adressen in und um Barmbek Süd


 
Vorwort

Frühling! Endlich ist er da, hat uns ja lange warten lassen, wenn es der Sonne auch hin und wieder gelang, unsere Vorfreude zu stimulieren. Aber nun: Sonne satt, am Tag der Schlussredaktion Außentemperaturen von ca. 17 Grad Celsius, die Vögel jubilieren und die ersten Magnolien blühen. Nur in der Nacht ist es noch recht kühl, wie bei einer kleinen Pause vor dem Medienbüro LogIn zu bemerken war. Die Druckvorlagen sind fast fertig...
Das Vorwort gilt diesmal einer kleinen Neuerung, der lange Gespräche vorausgegangen sind. Ab sofort ist auch die IG Barmbek Süd (Initiatorin der Zeitschrift "Barmbeker Markt") in der BaSta mit eigenen Seiten vertreten, das Quartiersbüro hat sich sehr dafür eingesetzt und der Quartiersbeirat seinen Segen gegeben.

Die bisherigen ZeitungsmacherInnen hatten sich ein wenig schwer getan, galt ihnen BaSta doch bisher als ein Projekt mit dem Schwerpunkt "Bewohnerinitiative", das als Forum allen im Stadtteil engagierten Initiativen und Einrichtungen für Beiträge zur Verfügung stehen sollte, ohne Hervorhebung bestimmter Interessensgruppen - mit Ausnahme des Quartiersbüros, dessen Aufgabe es ist, im Rahmen der Quartiersentwicklung regelmäßig über den Stand der Dinge zu informieren.
Aber auch unterschiedliche Weltanschauungen sind ein Feld, auf dem wir gemeinsam lernen können. In diesem Sinne ein Willkommen und auf gute Zusammenarbeit!
Die BaSta-Redaktion


Kurzmeldungen für Barmbek

Umwandlung von Mietwohnungen -
Kündigungssperrfrist verlängert

Die Kündigungsbeschränkungen bei der Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen wurden im Januar vom Hamburger Senat verlängert - betroffenen Mietern kommt eine zehnjährige Kündigungssperrfrist zugute.
Der Bundesgesetzgeber hat die Länder ermächtigt, in Regionen mit unzureichender Versorgung der Bevölkerung mit Mietwohnungen die Kündigungssperrfrist auf zehn Jahre festzulegen. Die bisherige Sozialklauselverordnung mit zehnjähriger Kündigungssperrfrist für das gesamte Hamburger Stadtgebiet war bis September 2004 begrenzt.
Entgegen den Wünschen des Grundeigentümerverbandes hat der Senat nicht anerkannt, dass es in Hamburg genügend Mietwohnungen gäbe und durch eine lange Kündigungssperrfrist die Schaffung von Eigentum behindert würde.
Die Kündigungssperrfrist von zehn Jahren wurde bis zum Jahre 2014 verlängert.

Weitere Auskünfte sind bei den Mietervereinen erhältlich, z.B.
Mieter helfen Mietern, Tel. 040 - 431 39 40,
email: info@mhmhamburg.de
Homepage: www.mhmhamburg.de


Prominente BarmbekerInnen
Zweimal 85 Jahre - eine lange Zeit. Und die längste davon gemeinsam als Ehepaar, schon auf der Schulbank lernten sie sich kennen: Helmuth und Loki Schmidt.
Nun wurden Geburtstage gefeiert, Helmuth ist der Ältere und sammelte Glückwünsche aus der ganzen Welt schon im Dezember ein, im Januar folgte die offizielle Feier für den Ehrenbürger im Hamburger Rathaus.
Im Frühjahr wurde dann Frau Hannelore geehrt, bekannter als Loki. Die taz nannte sie liebevoll "die Orchideenfachfrau, die jahrzehntelang mit der Kanzlerorchidee fertig geworden ist....", ihre Leidenschaft für Pflanzen ist Legende, ihr Witz und ihre aufrichtige Natürlichkeit "ohne Fisematenten" haben ihr sicher geholfen, viele anstrengende Jahre zu überstehen und die nicht sehr einfache Parkinsonsche Krankheit, mit der ihr Lebensabend belastet ist, in Schach zu halten.
Wussten Sie eigentlich, dass die beiden aus Barmbek stammen und sich auf der damaligen Reformschule am Vossberg kennengelernt haben?
Ein guter Grund, ganz herzliche und völlig unpolitische Glückwünsche von Barmbek nach Langenhorn zu senden, wo sie ihr zu Hause gefunden haben. Als waschechte BarmbekerInnen können wir uns glatt ein wenig darauf einbilden, dass "Barmbek basch" auf "Schmidtschnauze" abgefärbt und die Weltpolitik entscheidend mitgeprägt hat! ;-)


Barmbeker Gemeinden
Zur Drucklegung der letzten BaSta-Ausgabe war es noch ungewiss, nun ist es "amtlich": die Kirchengemeinde Alt Barmbek, bisher eine Gemeinschaft der Heiligengeist- und der Kreuzkirchengemeinde, wird bald Zuwachs erhalten und auch die Mitglieder der Bugenhagengemeinde in ihrem Kreis Willkommen heißen.


Arbeitslosen-Telefonhilfe umgezogen
Die Berater der Arbeitslosen-Telefonhilfe mit bisherigem Standort in der Bachstraße haben neue Räume. Sie sind jetzt zu finden im Humboldt-Campus,
Humboldtstraße 58, 22083 Hamburg

Gebührenfreie Tel.nr. für Hamburg: 0800 111 0 444
Für andere Bundesländer: 040 - 22 75 74 73
Fax. 040 - 22 75 74 777
email: arbeitslosen-telefonhilfe@t-online.de
Homepage: http://www.arbeitslosen-telefonhilfe.de

Die Beratungen sind kostenlos und vertraulich.
Persönliche Beratung: Mo-Do 9.00-17.15 Uhr, Fr. 9.00-14.00 Uhr
Telefonische Beratung: Mo-Fr 9.00 bis 21.00 Uhr

Notiz: Hamburgs Arbeitslosen-Telefonhilfe, seit 20 Jahren aktiv, hat im vergangenen Jahr so viele Beratungen wie noch nie seit ihrer Gründung geleistet. 40 228 persönliche oder telefonische Gespräche sind geführt worden, im Jahr zuvor waren es 38 129. Seit 1995 hat sich die Zahl der Ratsuchenden nahezu verdoppelt.
Die häufigsten Fragen betrafen das Thema Arbeitslosengeld, der zweite Schwerpunkt lag beim Umgang mit den Behörden, der dritte bei der Arbeitssuche. Fast zwei Drittel der Ratsuchenden waren zwischen 30 und 50 Jahre alt.


Selbstverteidigung für Senioren
Das Deutsche Rote Kreuz bietet einen Selbstverteidigungskursus für Senioren an. Einmal wöchentlich ist Training, achtmal insgesamt. Es geht um richtiges Verhalten in Gefahrensituationen und Verteidigungstechniken. Kosten: 38 Euro.
Veranstaltungsort ist das DRK-Gemeinschaftszentrum Barmbek, Steilshooper Straße 2. Telefon: 29 80 39 50.


Nicht Lesen können
ist für die meisten von uns kaum vorstellbar. Und doch gibt es viele Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen keinen Zugang zur Schrift gefunden haben und an einer Menge Informationen, die uns selbstverständlich scheinen, nicht teilhaben können.
Das Leben ist in einer Informationsgesellschaft ohne Beherrschung der Schriftzeichen schwierig, die Betroffenen merken es in allen Lebenslagen, auch die Berufswahl ist sehr eingeengt.

In den vergangenen Jahren wurden endlich einige Bildungseinrichtungen aufmerksam und dann tauchten erstaunliche Zahlen in den Medien auf: bis zu 4 Millionen Menschen, 5% der Bevölkerung sollen in Deutschland und annähernd 83 500 Männer und Frauen aller Altersstufen in Hamburg betroffen sein.
Die meisten von ihnen sind so genannte funktionale Analphabeten. Sie haben in der Regel zwar die Schule besucht und können auch ein wenig lesen und schreiben, aber nicht genug, um privat oder am Arbeitsplatz zurechtzukommen, heißt es auf Seiten des Bundesverbandes Alphabetisierung, der zusammen mit anderen engagierten Einrichtungen und Gruppen um Aufklärung bemüht ist.
(Der Künstler Benjamin Schubert aus Barmbek führt gerade eine Kampagne durch, sh. Seite 22/23).

In Barmbek gibt es die Anlaufstelle Gesellschaft für Berufsbildung (gfb) an der Fuhlsbüttler Straße 113. Ansprechpartner ist Dieter Herbst, Tel. 69 79 77 16.
Auch die Volkshochschule Hamburg bietet Kurse zur Förderung der Lese- und Schreibkompetenz an. Infos unter Tel. 73 61 71 23
Lesende Angehörige und Freunde können die Informationen weitergeben.


Planetarium - das größte "Sternentheater" in Norddeutschland
Seit der Wiedereröffnung des umgebauten und moder-nisiertenPlanetariums im Stadtpark sind die Besucherzahlen gestiegen und haben sich im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt.
Das Hamburger Planetarium ist das modernste weltweit. Ein neuer Sternenprojektor bietet als "Kosmos-Simulator" beste Bildqualität, weitere technische Verbesserungen lassen die Reisen durchs Planetensystem und zu fernen Galaxien, aber auch literarisch-musikalische Ereignisse, zu einem Erlebnis werden - bequem vom Liegesessel aus .

Der Vortragsschwerpunkt liegt in diesen Monaten bei den erdnahen Planeten, die sich zur Zeit wie aneinandergereiht am Himmel beobachten lassen.
Das Sommerprogramm bietet eine Reise durch unser Sonnensystem, sicher wird zuvor noch ein Jahrhundertereignis gewürdigt: Die Venus schiebt sich über die Sonne. Ab September wird das Herbstprogramm sich mit einem sehr aktuellen Thema befassen - der Suche nach außerirdischem Leben.
Karten im Vorverkauf sind telefonisch zu buchen oder über die Homepage (mit Programminhalten für's ganze Jahr): www.planetarium-hamburg.de


Lange Nacht der Museen
Am 15. Mai 2004 ist es wieder so weit: auf zur Langen Nacht! Alle Museen haben von 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr geöffnet, mit einer einzigen Eintrittskarte können Schnup-perbesuche stattfinden, so viele, wie in einer Nacht möglich sind...
Das Ticket kostet wie bisher 10,- Euro, bzw. 8,- Euro ermäßigt. Die Eintrittskarte gilt auch für den Internationalen Museumstag am Sonntag, 16. Mai 2004 von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

Die Karte beinhaltet ein integriertes HVV-Ticket, mit dem Besucher die Hamburger Verkehrsmittel von Sam-stag ab ca. 17:00 Uhr bis Sonntag um 10:00 Uhr nutzen können. Auch mehrere Sonderbusrouten werden die Museen miteinander verbinden.
Zur Langen Nacht der Museen erscheint ein ausführliches Programmheft mit allen 365 Veranstaltungen, ab Ende April in allen teilnehmenden Museen und den Vorverkaufsstellen erhältlich. Infos: Museumsdienst Hamburg, Tel: 040/ 428131-0, Fax: 42824 324.

Ticket-Verkauf:
an allen Museumskassen
in den Geschäftsstellen des Hamburger Abendblatts in der Hamburger Tourismuszentrale am Hauptbahnhof über die Ticket-Hotline 040-30 05 12 34
im Radio Hamburg Shop
sowie allen bekannten Vorverkaufsstellen und Reisebüros
http://www.langenachtdermuseen.hamburg.de
ed



Einfach mal zum Nachdenken...

Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade und nahm ein in Seidenpapier gehülltes Päckchen heraus. Er wickelte es aus und betrachtete wunderschöne Wäschestücke aus Seide und Spitze. "Dies kaufte ich ihr, als wir zusammen auf einer Reise waren, das ist lange her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Spätestens heute, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!"
Er legte die Teile zu den anderen Dingen, die zum Bestattungsinstitut gebracht werden sollten. Seine Frau war vor zwei Tagen bei einem Unfall gestorben.
Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: "Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass."

Ich denke immer wieder an diese Worte... sie haben mein Leben verändert. Heute lese ich viel mehr als früher und vertrödele meine Zeit nicht mit Unwichtigem. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Sonne, ohne auf die ungeputzten Fenster zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei Routinearbeiten, die niemandem etwas nützen. Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung von wichtigen Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt , und dass Menschen diese Erfahrungen mit anderen Menschen und nicht mit Dingen machen.

Von jetzt an bewahre und schiebe ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich mein bestes Geschirr. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen, lade spontan meine Nachbarin zum Kaffee ein und denke mit ihr zusammen darüber nach, wie wir für den gehbehinderten alten Herrn ganz oben abwechselnd den Einkauf organisieren können.

Sätze, die mit "Sobald ich dazu komme..." oder "An einem der nächsten Tage..." beginnen, werden nun aus meinem Vokabular verbannt. Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und tun.
Ich bin mir nicht ganz sicher, wie die Frau meines Freundes reagiert hätte, wenn ihr bewusst gewesen wäre, wie wenig Zeit sie noch hat. Ich glaube, sie hätte noch ihre Familie getroffen und sich von engen Freunde verabschiedet. Möglicherweise hätte sie auch ein paar alte Bekannte angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für zurückliegende Streitigkeiten zu entschuldigen. Mir gefällt der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre, das war ihre Lieblingsküche...

Es sind diese kleinen, unerledigten Dinge, um die es mir leid täte, wenn ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich "in den nächsten Wochen" in Verbindung hätte setzen wollen. Nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich "sobald ich Zeit und Ruhe habe" schreiben wollte. Meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie wichtig sie mir sind und zu selten mit ihnen zusammen etwas Schönes unternommen zu haben...
Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte. Ich sage mir, dass jeder Tag etwas Besonderes ist - jeder Tag, jede Stunde und jede Minute!

Dieser Text erreichte uns als eMail-Rundbrief. Da der oder die Verfasserin ihn somit der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat und wir ihn lesenswert finden, findet er seinen Platz auch in der BaSta.



BARMBINI - die Kinderseite

Bei den Pfadfindern "Royal Rangers"

Kinderreporterin Alina schreibt:
Hallo Kinder, wenn ihr Lust habt auf: Schnitzen, Feuer machen, Prüfungen bestehen usw. dann kommt in die Gluckstraße 7 zur Christusgemeinde und guckt euch das an. Es geht immer mittwochs los um 17: 00 Uhr bis 18:30 Uhr (in der Sommerzeit sogar bis 19:00 Uhr).

Wir gehen auch auf Camps. Diese dauern manchmal ein Wochenende, es gibt aber auch Wochencamps. Diese Jahr, in den Sommerferien, machen wir ein ganz besonderes Camp: wir fahren nach Mallorca, das gehört zu Spanien. Letztes Jahr haben wir ein Kanu-camp gemacht.
An einem See haben wir unsere Kothen, das sind unsere Zelte, aufgeschlagen und sind tagsüber mit den Kanus gefahren. Beim Aufbauen der Kothen hat es ganz doll geregnet. Am Abend haben wir ein großes Feuer gemacht und in der Dämmerung Abendbrot gegessen. Es gab Kartoffelsalat mit Würstchen. Das war lecker!
Bei Kerzenschein sind wir in unsere Schlafsäcke gekrochen. Mädchen und Jungen schlafen bei uns getrennt. Mein erstes Camp hat mir sehr gut gefallen.
In Hamburg, beim Stamm (wir haben die Nummer 174) in der Gluckstrasse 7, treffen wir uns zu Beginn in einem Raum in unserem Jugendkeller. Dort beten und singen wir zusammen und dann gehen wir in unsere Teams. Es gibt für die Jungen die Tiger und und für die Mädchen die Elche.

Wir freuen uns über jedes Kind ab 7 Jahre, was mitmacht.
Alle sind bei uns herzlich willkommen!!!
(Der Name "Royal Rangers" bedeutet übrigens, da es sich um christliche Pfadfinder handelt, "Kinder und Diener Gottes")


Ein Puzzle für die Kleinen

Vielleicht habt Ihr kleine Geschwister oder möchtet einem anderen kleinen Kind eine Freude machen? Dann ist der neue Basteltip genau richtig: wir stellen heute ein Puzzle her!

Benötigt werden: ein Stück fester Karton, der sich gut schneiden lässt; eine Schere; Buntstifte oder Tuschkasten.
Der Fisch ist nicht schwer zu zeichnen, Ihr könnt für den runden Körper einen Zirkel nehmen oder einen Teller auf den Karton legen und mit dem Bleistift umfahren. Dann den Schwanz und die Flossen dran zeichnen und die späteren Schnittlinien nach Augenmaß markieren. Daraus ergeben sich einzelne Felder, die in unterschiedlichen Farben bemalt werden. Anschließend werden noch ein Auge und das Fischmaul dargestellt und die Teile auseinander geschnitten.

Wer Tuschfarben benutzt, sollte erst schneiden und die Teile einzeln colorieren, damit die Farben nicht verlaufen!
Viel Spaß wünscht Euch Eure Bastelhexe.



Mell-Dung!

Deutschland besucht den Supermarkt: fast täglich um Highnoon tummelt sich die unterschiedlichste Klientel zwischen, vor, hinter und manchmal auch unter den Regalen im hiesigen Einzelhandel. Für die unglaublich günstige Leasingrate von nur einem Euro wird nahezu jeder Kunde mobil und bis aufs Äußerste belastbar.

Die älteren Semester fahren auch gerne mit ihrem gesamten Fuhrpark inklusive exklusivem Hackenporsche, Modell "Raumwunder" und sportlichem Deltarad vor. Der persönliche Chauffeur namens Zi(eh)vi hat dabei jedes gummibereifte Gefährt vollstens im Griff und beeindruckt mit gewagten Überholmanövern jenseits der Verkehrskaspervorschriften. Und so jagen die EKW´s (=EinKaufsWagen) nach ausgetüfeltem Navigationssystem (=Einholzettel) den kleinen Preisen hinterher.

Hier betteln die Fruchtzwerge im 6er-Pack um Asyl im 5-Sterne Appartementkühlschrank, dort schreit der weiße Riese nach dreckigster Wäsche und stinkenden Socken. In der Büchsenabteilung wird angeregte Konservation betrieben, ja, ist denn heut' schon Dosenmontag? Gleich um die Ecke werben die Ulknudel und die 8-Minuten-Tortellini um die Gunst des leidenschaftlichen Pastaisten.

Der Preis ist Reis! Onkel Bens hat gut lachen, geBrandte Kinder auch: Die Milchzähnchen des zwiebäckigen, weizenblonden Wonneproppens haben selbst nach mindestens 30 Jahren noch keine Karies. Darauf einen Toast! Die Prinzenrolle möchte übrigens keiner mehr übernehmen, nachdem sie unglücklich aus der dritten Etage gestürzt ist. Ob ein Kompott dahinter steckt ist noch zweifelhaft, bewiesen ist aber, dass im Schatten der Morellen bisweilen kriminelle Energie freigesetzt wird. Fragen Sie mal die geschlagene Sahne!

Während der Curryking kühl und feucht gebettet zwischen den Bifiechern thront, lasse ich mich von der wurstfingrigen Fleischereifachver-käuferin weiter vollsülzen: darf´s noch etwas mehr sein? In diesem Augenblick grinst mich diese mondkuchengesichtige Kinderwurst aus der Theke freundlich an und ich sage wie automatisiert: ja, ich hätte gern noch vier Scheiben von der Nettwurst dort.
Nebenan kümmert sich inzwischen die frau-antje-blonde TilSitterin unauffällig schmatzend um die Drei-käse-hochs in ihrer Abteilung und ich weiß
endlich, wie die faustgroßen Löcher in den Leeren Damer kommen!
Weiter gehts zum nächsten Pizz-Stop, Mafiatortenschlacht zwischen schockgefrostetem Junggemüse. Den aufgebretzelten Salzletten aus dem Knabberland ist das alles relativ (R)egal, die krokettieren lieber vor den Chipsendales. Ich entscheide mich schnell noch für´s Studentenfutter, vielleicht langt´s ja zum Diplom.

An der Kasse braucht man mittlerweile schon einen gut geschulten Stauberater, Stop-and-go mit menschlichen Hindernissen und akustischen Schikanen: ein noch nicht ganz vorschulreifer Knirps wälzt sich wild zappelnd und mordsmäßig
brüllend vor meiner EKW-Stoßstange auf dem gekachelten Boden und wechselt chameleongleich die Farben von tomatenrot zu (cordon)bleu und umgekehrt, während seine kleinen Tentakeln gierig zitternd in Richtung Lolliregal greifen.
Offensichtlich ist er schwer auf Lutscherentzug! Die im Stammbaum auf dem höheren Ast sitzende, mutmaßliche Erzeugerin überlegt wahrscheinlich in diesem Moment, sich kopfüber von selbigem zu stürzen. Vielleicht gibt sie den Bengel ja noch vor Weihnachten einfach zur Adoption frei?

Dieser talentierte, kleine Marktschreier könnte ja auch zu Promozwecken engagiert worden sein, überlege ich, während ich die Kasse(ner Berge) passiere, um meine Beute vom strapaziösen Laufband zu erlösen. Ich nehme meinen Bon, wünsche dem querelenden Winzling einen riesigen Bonbon (der ihm endlich das Maul stopfen möge) und verkaufe mein Vehikel für den investierten Euro.

Super, so ein Markt!
Eure Mellos



Arche Nora e.V. - Frauenpower auch für Seniorinnen

Im April 1991 erschien in zwei Hamburger Tageszeitungen eine kleine Anzeige: "Welche Frauen ab 40 machen sich auch Gedanken über evtl. Lebensformen im Alter und haben Lust, an einem derartigen Projekt mitzuarbeiten?"
Die Initiatorinnen waren überrascht von dem positiven Echo: beinahe 40 Zuschriften flatterten ihnen ins Haus! Eine der Neugierigen, die wissen wollten, was sich dahinter verbirgt, war ich. Länger schon hatte ich mich mit alternativen Wohnformen befasst, noch kurze Zeit zuvor zusammen mit Architektinnen an einem Wettbewerb teilgenommen, in dem viele kreative Ideen gefragt waren. Auf Treffen mit Freunden und Freundinnen war bereits mehrfach - halb im Ernst, halb im Scherz - geäußert worden: "...und als Senioren gründen wir dann eines Tages eine Wohngemeinschaft und versorgen uns gegenseitig!"

Wer steckt dahinter?
Das Inserat hatten drei Arbeitskolleginnen aufgegeben, die nach Trennung, Tod des Partners oder langem Alleinleben einfach nicht glauben mochten, dass "das Alter" mit Rückzug und passivem Erdulden der üblichen Begleitumstände gleichzusetzen ist. Sie wurden nun bestätigt von vielen anderen, die geschrieben hatten und ebenfalls auf der Suche nach Alternativen waren. Bereits im Mai fand ein Treffen statt, beinahe dreißig Frauen kamen und erlebten einen Abend voller Ideen, Aufbruchstimmung, Freude an der Begegnung mit Gleichgesinnten.
Einige waren nur neugierig und meldeten sich später nicht mehr. Eine Gruppe von ca. 20 Interessierten traf sich jedoch von nun an regelmäßig: Frauen mit sehr verschiedenen Biografien, aus unterschiedlichsten Berufen und mit viel Engagement trugen ihre Erfahrungen und Qualifikationen zusammen, um ein erstes Projekt ins Leben zu rufen. Alle 14 Tage trafen wir uns, es fanden Arbeitswochenenden in einem Freizeitheim am Stadtrand und andere gemeinsame Unternehmungen zum Kennenlernen statt, wir sammelten viele Informationen und nahmen Kontakte zu Gruppen auf, die bereits neue Wohnformen erprobt hatten und von eigenen Eindrücken berichten konnten. In diesen Gruppen lebten junge und alte Menschen, Alleinlebende, Alleinerziehende, junge Familien und Paare in einer Gemeinschaft.

Warum nur Frauen?
Wir wollen mit anderen Gruppen kooperieren, doch der Wunsch, ein Projekt von und für Frauen zu realisieren, war eine besondere Motivation. Die Bedürfnisse und Lebensumstände alleinlebender Frauen in der Großstadt haben eine eigene Dynamik, für viele geht es darum, sich endlich selbst behaupten zu lernen und z.B. nach teilweise jahrzehntelanger Zurücknahme in Familienverbänden den dritten Lebensabschnitt selbständig zu gestalten, ohne die alten Klischees zu bedienen. In gemischten Wohnprojekten für Jung und Alt waren z.B. ältere Frauen schnell ungefragt in die Rolle der Kinderfrau oder Gruppengroßmutter geraten...
Hinzu kommt die Tatsache, dass der Anteil alleinstehender älterer Frauen im Vergleich zu älteren Männern extrem hoch ist. In der Altersstufe der 65-Jährigen und älteren haben wir in Hamburg
ein Verhältnis von 77:23 Prozent.
Neben Ideen wie wohnen auf dem Lande, mit großem Garten oder mit Werkstätten, stand im Vordergrund das Vorhaben, eine Hausgemeinschaft nach dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe in der Stadt zu gründen, mit jeweils eigenen Wohnungen und Gemeinschaftsflächen. Wir gründeten einen Verein, weil schnell klar war, dass wir für so ein Vorhaben Unterstützung bräuchten.

Unsere Ziele
Viel Arbeit wartete auf uns, besonders wichtig waren Kontakte zu Wohnungsamt und Baubehörde, einer Architektin, möglichen Unterstützern, Öffentlichkeitsarbeit. Alles unentgeltlich und in der Freizeit, weil wir der Meinung sind, dass ein Gemeinschaftsprojekt, wie wir es uns vorstellen, nur auf freiwilliger Basis funktionieren und nicht 'verordnet' werden kann. Mitglieder zahlen einen geringen Beitrag, von dem Porto- und Kopierkosten o.ä. finanziert werden.

Das Ziel war und ist, Frauen verschiedener Altersgruppen anzusprechen, ein reines Seniorinnenprojekt hatten wir nie vor Augen. Für die Jüngeren geht es darum, sich rechtzeitig zu kümmern, nicht zu warten, bis wichtige Entscheidungen von anderen, gar von Fremden getroffen werden. Für die Älteren ist es ein Wunsch, lange aktiv am Leben teilzuhaben und Erfahrungen einzubringen. Eine Altersobergrenze gibt es nicht, doch Bereitschaft, sich auf Gemeinschaftliches einzulassen und eigene Beiträge einzubringen, muss vorhanden sein.
Alle verbindet das Ziel, nicht nur unter einem Dach zu wohnen und jederzeit Menschen zum Ansprechen und für gemeinsame Aktivitäten in der Nähe zu wissen, sondern miteinander rechnen zu können, wenn Hilfe gebraucht wird.

Bisherige Erfolge
Zwei spannende Projekte sind seither entstanden, ein drittes wird in diesem Jahr verwirklicht. Ein Haus für 10 Frauen in Altona auf den Zeisewiesen wurde vor drei Jahren bezogen, ein weiterer Neubau am Hafenrand ist gerade im Bau und soll im Frühjahr 2005 bezugsfertig sein. Und in einem alten Stift an der Max-Brauer-Allee haben vor acht Jahren Frauen von inzwischen 50-75 eine Gruppe gegründet, deren Mitglieder innerhalb einer Wohnanlage nach dem Prinzip der kurzen Wege die Ideen des Vereins realisieren und weiterentwickeln.

Eine große Hürde ist die Finanzierung solcher Projekte. Die Mehrzahl der Frauen, die zu uns finden, hat eher geringe Ersparnisse, ein Arche-Nora-Wohnprojekt kann also nicht mit Eigenmitteln, wie sonst üblich, sondern nur mit Unterstützung von außen realisiert werden. Im ersten Fall gibt es eine Investorin. Bauherr des gerade entstehenden Neubaus ist der Altonaer Spar- und Bauverein, zu dem schon seit Jahren Kontakt besteht und dessen Vorstand von unseren Ideen sehr angetan war.

Der Verein Arche Nora als "juristische Person" und Projektentwicklerin ist Ansprechpartner, aber die künftigen Bewohnerinnen entscheiden selbst, wie sich das Leben in ihrer Hausgemeinschaft gestalten soll. In Zusammenarbeit mit der Architektin sind sie an der Planung des Hauses beteiligt, als künftige Miterinnen zahlen sie die üblichen Genossenschaftsanteile und dürfen bei Freiwerden einer Wohnung die Nachmieterin vorschlagen.

Ein neues Projekt in Barmbek?
Vor fünf Jahren sollte ein Arche-Nora-Wohnprojekt in Barmbek entstehen, die Liegenschaftsverwaltung hatte etwas voreilig ein Grundstück an der Von-Essen-Straße freigegeben. Eine Bürgerinitiative kämpfte 1999/2000 erfolgreich um den Erhalt der Freifläche am Rande des Schulhofes der Adolph-Schönfelder-Grundschule und der Verein Arche Nora e.V. konzentrierte sich auf das Projekt in Altona.
Damals waren nach einem Wochenblattartikel beinahe 20 Barmbekerinnen zu den ersten Treffen gekommen!

Ob wir in Barmbek Süd eine Chance für ein Bauvorhaben erhalten und geeignete Unterstützer finden, ist sehr ungewiss, doch wir wollen eine neue Arche-Nora-Gruppe in Barmbek gründen nach dem Motto, mit dem alles anfing: "Welche Frauen ab 40 bis 100 machen sich auch Gedanken....?"
Es kann ja auch eine ganz neue, eben eine Barmbeker Variante daraus entstehen! Ein Nachbarschaftsprojekt mit kurzen Wegen wäre ein guter Anfang und das Kulturhaus Dehnhaide ein schöner Ort zum Treffen...
Kontakt: Erika Draeger, Tel. 299 14 00
eMail: info@archenora.de, Homepage: www.archenora.de
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Noch mehr Power:
Die Frauenhand-Werkstatt geht neue Wege


Was im Jahre 1982 aus der Emanzipationsbewegung heraus gegründet wurde, ist schnell zu einem beliebten Treffpunkt und einer Stätte der Selbstverwirklichung für Frauen aus ganz Hamburg geworden: Die Frauenhand-Werkstatt e.V., in welcher Frauen jeden Alters die Möglichkeit haben, ihre handwerklich-gestalterischen Vorstellungen gemeinsam in die Tat umzusetzen.

Der Verein verfügt heute über eine Keramikwerkstatt und eine Tischlerei, die beide semi-professionell ausgestattet sind und in denen in kreativer Arbeitsatmosphäre und auf sehr hohem Schaffensniveau gefertigt wird. eit 1994 wurde der Verein von der Sozialbehörde der Hansestadt gefördert. Diese Förderung ermöglichte einen Umzug in die 240 Quadratmter großen Räume in der Elsässer Straße 4 in Dulsberg und es konnten drei feste Mitarbeiterinnen eingestellt werden, nämlich eine Tischlerin, eine Keramikerin und eine Sozialpädagogin. Seitdem finden hier bei offenen Anleitungszeiten und regelmäßigen Kursangeboten viele Frauen Beratung und Unterstützung, auch und besonders in beruflichen Umbruchsituationen.

Da ab diesem Jahr kein müder Cent mehr von Seiten der Stadt fließt, muss der Verein nunmehr den beschwerlichen Marsch in Richtung Selbstfinanzierung antreten. "Wir haben das große Glück, eine Mäzenin gefunden zu haben, die einen sehr großzügigen Betrag gespendet hat.
Sonst hätten wir schließen müssen" sagt Regine Kränz, Vorsitzende des Vereins.
Somit ist die Existenz des Vereins zumindest vorerst gesichert.
Dennoch gibt es bis zum Ziel finanzieller Unabhängigkeit noch einiges zu tun. Als erste Maßnahme hat die Frauenhand-Werkstatt ihr Kursangebot erweitert. Für alle interessierten Frauen und Kinder (auch Jungen) bietet der Verein fortan kostenpflichtige Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse zu Töpferei und Tischlerei an. Den momentan etwa 80 Vereinsfrauen stehen darüberhinaus natürlich die Werkstätten zu Verfügung, in denen zu festen Nutzungszeiten auch eine Fachfrau beratend zur Seite steht.
Wenn gerade nicht gewerkelt wird, kann man auch einfach gemütlich bei Kaffee oder Tee beisammensitzen, wobei für die Betreuung der Kinder und ausreichend Raum zum Toben ebenfalls gesorgt ist.
"Die Nutzung der Werkstätten ist mehr als ein Hobby", sagt Regine Kränz. Man kann über die Arbeit Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen. Soziale Unterschiede gibt es hier nicht."

Interessierte Frauen können sich dienstags zwischen 10 und 13 Uhr unter der Rufnummer 696 19 49 über das Angebot der Werkstatt informieren.
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Tanzt Ihr Mann auch (nicht)?

Mein Mann hat zwei linke Füße. Tanzfüße jedenfalls, denn gehen, ja sogar joggen kann er schon.
O.K., das, wusste ich schon vor unserer Heirat; sogar auf unseren Hochzeitswalzer hatte ich verzichtet. Ärgerlich ist es aber doch, dass mein Ronald so ein takt-ignorierender Klumpfuß ist.

Dabei habe ich vieles versucht: Suchte gezielt rhythmusintensive Stücke heraus, die einem den Takt geradezu aufdrängen. Bat ihn, doch einmal spielerisch mit zu klatschen. Mein Gatte schaffte es, die Hände mit einer Synkope Verzögerung zusammenzuschlagen. Auch eine Leistung. Aber leider keine, die fürs Tanzen hilfreich wäre.
Dann probierte ich es mit der Ganzkörper- Methode: drückte ihn fest an mich und versuchte, ihn zu einem Max-Greger-Tanzorchester-Foxtrott zu bewegen. Schon bald bildeten sich blaue Flecken an meinen Füßen, aber wer jaulte auf! - Mein Mann: Bei so einer Musik fühle er sich nicht inspiriert.

Klar, verstand ich, legte also die peppigere Variante auf: Disco-Fox. Schritt, Schritt, ran und zurück. Er nickte mutig. Und wirklich: vor, vor, tap - rück, rück tap. Er schaffte es! Aber nur, wenn er sich diese komplizierte Choreographie laut vorsagte und ich - noch lauter - den Takt mitzählte.
Wir waren fast heiser und auf dem Wohnzimmer-Teppich tanzten bereits Wollflocken vom Füßeschaben, als es schließlich zum Ehekrach kam: "Was willst Du denn noch?" schrie Ronald aufgebracht, als ich es gewagt hatte, vom sturen Vor- und Rückwärtslaufen (tanzen mag ich es kaum nennen) abzuweichen, um eine Drehung einzuleiten. "Aber das ist doch der selbe Schritt, nur eben leicht gedreht..." Er brach ab, murmelte gereizt etwas von "kleiner Zeh - ganzer Fuß".

Fortan mieden wir das Thema Takt und Tanzen. Bis die Einladung zur goldenen Hochzeit meiner Eltern kam. Sie wollten in großem Rahmen feiern, mit Fünf-Gänge-Menü und anschließendem Ball. "Soll ich absagen?" fragte ich Ronald spitz, "oder alleine hingehen?"
Er schwieg.
Noch war es einige Wochen hin bis zur Feier, und ich vertiefte die Frage lieber nicht...

Dabei konnte Ronald wirklich nett sein: brachte mir manchmal meinen Lieblingswein mit oder Karten für einen gemeinsamen Theaterabend. Doch dafür fehlte uns in den vergangenen Wochen die Zeit, denn Ronald musste plötzlich viele Überstunden machen. Häufig kam er erst nach 22 Uhr nach Hause. "Schwierige Kunden", antwortete er knapp, wenn ich mehr wissen wollte.
Allmählich machte ich mir Sorgen. Misstrauisch wurde ich, als ich an seinem Stofftaschentuch fremdes Damenparfum erschnupperte. Was ging da vor?
Bevor ich tiefer in die Beweislage einsteigen konnte, mussten wir diese goldene Hochzeit überstehen.

Natürlich gingen wir da bin, schon meinen Eltern zuliebe. Mit aufgesetzter Fröhlichkeit würgte ich die fünf Gänge hinunter, neben mir einen wirklich gut aufgelegten Mann. Das Dessert war verspeist, die Reden gehalten, und nun spielte die Musik auf- Deprimiert sank ich in mich zusammen.
"Darf ich bitten?"
Das konnte doch nicht... doch, Ronald bat mich um diesen Walzer. Verwirrt stolperte ich auf die Tanzfläche.

Was ich dann erlebte, war das pure Glück. Anmutig schwebten wir über das Parkett - im korrekten Dreivierteltakt! Und meine Befürchtungen wegen des Damenparfums verflüchtigten sich en dansant auch sofort: Er hatte mit einer Kollegin einen Tanzkurs besucht und ihr dabei hin und wieder den Schweiß von der Stirn getupft. "Es lernt sich eben entspannter mit einem anderen Linksfüßler", erklärte er schmunzelnd, "Ilka hat auch so einen ehrgeizigen Tänzer zu Hause, der sie zu Höchstleistungen auf dem heimischen Teppich antreiben wollte."
Finden Sie diese Bemerkung nicht auch irgendwie... taktlos?
Claudia Falk



Hilfen für Schwerhörige und Ertaubte
Jeder Zweite über 60 ist schwerhörig!

In Hamburg haben mehr als 320.000 Menschen Hörprobleme, betroffen ist aber nahezu die doppelte Anzahl, denn Schwerhörigkeit als Kommunikationsbehinderung wirkt sich auch auf das Umfeld aus.
Es sind die Kinder, die mit den Eltern nicht mehr telefonieren können oder nicht mehr in die Wohnung gelassen werden, die dadurch das Problem genauso spüren wie der Schwerhörige selbst. Oder Beziehungen werden belastet, weil ein Partner nicht mehr ansprechbar ist oder sich aus allem herauszieht. Es kann sehr einsam machen, in einer Familienfeier zu sitzen und nichts zu verstehen...
Aber: für dieses Problem gibt es Lösungen.

Neben anderem bietet die Hörberatungs- und Informationszentrum gGmbH intensive Beratung zu technischen Hilfen, aber vor allem Betreuung bei sozialen und psychosozialen Belastungen, die durch Schwerhörigkeit und Ertaubung verursacht werden. Eine gute Gelegenheit, die Leistungen des Zentrums kennenzulernen, sind die
Tage der offenen Tür
in der Wagnerstraße 42
am Freitag, 4. Juni, von 13-18 Uhr
und Sonnabend, 5. Jun, von 10-16 Uhr.

Beratung zu allen Fragen, die bei Hörproblemen auftreten:
Notwendigkeit von Hörhilfen und Hilfsmitteln in allen Lebensbereichen, Möglichkeiten finanzieller Entlastung bei der Anschaffung technischer Hilfen, Vermittlung von Kontakten zu aktiven Gruppen des Bundes der Schwerhörigen.
Rehabilitationsmaßnahmen, Weiterbildungskurse, sportliche Freizeitgestaltung - in diesen Bereichen bieten oder vermitteln wir entlastende Gelegenheiten für Betroffene, die wegen der Schwierigkeiten, sich mit dem hörenden Umfeld zu verständigen, unter Stress leiden oder sogar resigniert haben.

Viele Betroffene kennen weder Lichtsignalanlagen (z.B. Leuchtzeichen in Wohnräumen, wenn es an der Haustür klingelt), noch Verstärker beim Telefonieren, Höranlagen beim Fernsehen oder Blitz-/Vibrationswecker, mit denen viele Probleme des alltäglichen Lebens gemildert oder behoben werden könnten. Diese Hilfen werden von Berater Heinz Behrens erklärt und sie können ausprobiert werden. Ausgerichtet an der indivudell ausgeprägten Schwerhörigkeit kann so die passende Lösung für verschiedene Lebensbereiche gefunden werden.

Ein sehr wichtiger Sektor der Betreuungsarbeit des Zentrums sind die nicht-technischen Hilfen, z.B. Rehabilitationskurse für Sprach- und Sprechpflege, Absehen und lautsprachbegleitende Gebärden sowie die Selbsthilfegruppe und verschiedene Gesprächskreise. Diese Angebote ermöglichen es Menschen mit Hörproblemen, auch und vor allem Hilfe für die sozialen Folgen der Schwerhörigkeit zu erhalten.

Das bekannteste Zeugnis dieser Folgen ist das "Heiligenstädter Testament" Ludwig van Beethovens, in dem er sich ausführlich über die schwerwiegenden und - aus seiner Sicht - falsch begründeten Konsequenzen im Verhalten der Mitmenschen ihm gegenüber beklagt. Wenn er nachfragte oder sich irgendwann resigniert abwandte, so wurde das nicht mit den Hörproblemen in Verbindung gebracht, sondern seinem "schwierigen Charakter" zugerechnet.

Diese Problemlage existiert heute nach wie vor, sie ist die Ursache dafür, dass viele Schwerhörige sich scheuen, offen darüber zu sprechen. Dadurch aber vergrößert sich das Problem mehr und mehr und wird irgendwann unkontrollierbar. Unsicherheit beim Verstehen wird zu ständigem Misstrauen den Menschen gegenüber, das führt zu Ausgrenzung, Isolation, Depression...

Die Tage der offenen Tür im Hörberatungszentrum bieten Gelegenheit, nicht nur alle Hilfen, sondern auch die Menschen kennenzulernen, die für diese Unterstützung haupt- und ehrenamtlich arbeiten.
Zu anderen Zeiten können Sie unter 29 16 05 einen individuellen Beratungstermin vereinbaren. Die Beratungen sind kostenlos, doch da die Einrichtung gemeinnützig tätig ist, sind kleine Spenden willkommen.
ed



Nachrichten aus dem Quartiersbüro Dehnhaide


Quartiersplatz Vogelweide: Baufertigstellung verzögert sich!
Der Umbau der Vogelweide zwischen Wohldorfer und Volksdorfer Straße zum neuen Quartiersplatz ist Anfang Januar ins Stocken geraten. Viele Bewohner fragten bei uns im QuartiersBüro nach,
warum die Bauarbeiten nicht weiter fortgeführt werden. Auf Nachfrage unsererseits wurde von der zuständigen Tiefbauabteilung des Bezirksamtes zunächst auf die widrigen Wetterbedingungen verwiesen, die die Baufirma daran hindere, weiterzuarbeiten. Doch auch besseres Wetter brachte keine Fortschritte bei der Bautätigkeit.

Ende Februar war es dann klar: das beauftragte Bauunternehmen musste wegen Zahlungsunfähigkeit die Arbeiten einstellen.
Nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfristen ging die Tiefbauabteilung unverzüglich in Verhandlung mit Bauunternehmen, die bei der öffentlichen Ausschreibung der Bauleistungen nicht zum Zuge gekommen waren und Bereitschaft zur Übernahme der Baustelle signalisierten. Obwohl derartige Verhandlungen aus Gründen der Abrechnung und Gewährleistung nicht ganz einfach sind, soll kurzfristig ein neues Bauunternehmen beauftragt werden, das voraussichtlich nach Ostern die Arbeit aufnehmen und in ca. vier Wochen zum Abschluss bringen wird. Damit kann der Wochenmarkt nicht wie geplant zu Ostern, sondern wenn alles gut geht kurz vor Pfingsten beginnen. Als Markttag ist jeweils der Freitag vorgesehen.

Bei der Suche nach einem privaten Betreiber für den Wochenmarkt auf dem Quartiersplatz ist das Wirtschafts- und Ordnungsamt fündig geworden. Als Marktbetreiber konnten die Eheleute Pape gewonnen werden, die auch schon Wochenmärkte auf dem Winterhuder Marktplatz sowie im Heubergredder durchführen. Dort sind sie selbst mit einem eigenen Stand vertreten und verkaufen frisches Obst aus dem Alten Land. Viele Marktbeschicker dieser Wochenmärkte werden zukünftig auch auf dem Wochenmarkt in der Vogelweide vertreten sein. Es ist geplant, die einzelnen Anbieter mit ihrem Sortiment in einem Faltblatt, das rechtzeitig zu Marktbeginn erscheinen soll, näher vorzustellen.


Platzkunst
Die geplante Skulptur für den Quartiersplatz wird zur Eröffnung allerdings noch nicht stehen. Der Antrag des QuartiersBüros an die Kunstkommission war teilweise erfolgreich. Es wurde ein Betrag von 12.000,- Euro für einen Künstlerwettbewerb und die eigentlichen Erstellungskosten in Aussicht gestellt, allerdings mit der Maßgabe, dass der gleiche Betrag nochmals von Dritten aufgebracht wird.

Diese Auflage könnte sich noch als Stolperstein erweisen, da die Zahl der potenziellen Sponsoren im Quartier begrenzt ist. Mit anderen Worten: Bis die Skulptur tatsächlich auf dem Quartiersplatz aufgestellt wird, kann es noch eine Weile dauern!


Die Adolph-Schönfelder-Schule gestaltet ihren Schulhof neu.

Hintergrund
Die Adolph-Schönfelder-Grundschule hat sich im Herbst 2003 dazu entschlossen, ihr Schulhofgelände umzugestalten. Gemeinsam mit dem QuartiersBüro Dehnhaide wurde deshalb Kontakt zum Hamburger Forum Spielräume aufgenommen.
Das Forum Spielräume ist ein Verein, der am Fachbereich Sportwissenschaft der Universität arbeitet und bereits zahlreiche Schulen in Hamburg dabei begleitet hat, ihr Außengelände unter Beteiligung von Schülern, Lehrern, Eltern und Menschen aus dem Umfeld umzugestalten. Auch das Verfahren an der Adolph-Schönfelder-Grundschule wird durch das Forum begleitet.

Der Schulhof der Schule stellt mit einer Größe von ca. 8000 m² die größte Freifläche innerhalb des Quartiers dar. Durch die hohe Bewohnerdichte und die fehlenden Alternativflächen im näheren Umkreis kann er auch für Kinder aller Altersklassen, die nicht dort zur Schule gehen, sehr attraktiv sein. Das nun angeschobene Moderations- und Beteiligungsverfahren arbeitet vor dem Hintergrund, die Interessen der Schule, als hauptnutzende Einrichtung, und die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier in den Prozess der Ideenentwicklung einfließen zu lassen.

Wer macht mit?
Innerhalb der Schule werden alle Gruppen (Schüler, Lehrer, Eltern und der Hausmeister) am Entwicklungsprozess beteiligt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Mitte letzten Jahres gegründete AG Schulhofumgestaltung, in der Vertreter der einzelnen Gruppen der Schule mitarbeiten und die den Prozess als Schulgremium begleitet.
Die Interessen des Quartiers werden durch den Quartiersbeirat, bzw. durch die AG Freiflächen vertreten, deren Mitglieder ebenfalls am Entwicklungsprozess beteiligt werden.

Das QuartiersBüro stellt sicher, dass alle Aspekte der Quartiersentwicklung mit in das Verfahren eingebracht werden. Die Quartiersentwickler Arno Siebert und Peter Lauenburg stehen als ständige Ansprechpartner für Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung und stellen zugleich eine Vermittlungsstelle zum Bezirksamt als zu-ständiger Verwaltungseinheit dar. Schließlich werden auch weitere ggf. zukünftige Mitnutzer des Geländes, etwa ein Sportverein bzw. ein nahegelegener Kindergarten Gelegenheit bekommen, ihre Anregungen einzubringen.

Die Verfahrensgrundsätze
Das Hamburger Forum Spielräume verfolgt in seinen Verfahren der Moderation verschiedene Oberziele, deren Erreichung für ein erfolgreiches und nachhaltig wirkendes Umgestaltungsverfahren von Bedeutung sind.

  • Alle Ebenen der Schulgemeinschaft (Leitung, Lehrer, Eltern und Hausmeister) sollen das Prinzip der "Bewegten Schule" mittragen (Informationen zur "Bewegten Schule" finden sich unter www.uni-hamburg.de/forum.)
  • Die Schulraumgestaltung muss von der Schule als pädagogisches Programm verstanden werden.
  • Um ein nachhaltiges Ergebnis der Umgestaltung zu erlangen, ist es zwingend notwendig, dass die gesamte Schulgemeinschaft am Umgestaltungsprozess beteiligt wird.
  • Die Schulhofgestaltung muss auch nachfolgenden Schüler- und Lehrergenerationen die Möglichkeit der Einflussnahme bieten.
  • Alle Schritte des moderierten Planungsverfahrens müssen durchlaufen werden. Bei diesen Schritten handelt es sich um: Bestands- und Nutzungsanalyse, die Erarbeitung von Entwicklungsperspektiven, die Darstellung und Gewichtung der Wünsche, die gemeinsame Erarbeitung von Realisierungsschritten, die Umsetzung der realisierbaren Umgestaltungsideen unter Federführung eines Landschaftsarchitekturbüros und die Pflege des Geländes nach der Umgestaltung.
  • Zentral ist schließlich das Ziel, das Schulgelände auch außerhalb der Schulzeiten fü

Ziele für die Schulhofumgestaltung:
Die Adolph-Schönfelder-Schule verfolgt mit dem Umgestaltungsprozess verschiedene Ziele.

Zunächst erhofft sie sich durch eine bewegungsfördernde Gestaltung des Außengeländes, den Schülerinnen und Schülern einen attraktiven Ausgleich zum meist unbewegten Unterrichtsgeschehen zu bieten. Die Umgestaltung des Geländes soll darüber hinaus durch ihre angestrebte Differenzierung in verschiedene Funktionsbereiche mögliches Konfliktpotenzial zwischen den Schülerinnen und Schülern reduzieren. Der Prozess stellt damit eine sinnvolle Ergänzung des Schulprogramms "Förderung der sozialen Kompetenzen der SchülerInnen" dar, in dem die Adolph-Schönfelder-Schule in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte z.B.zur Gewaltprävention oder zur Streitschlichterausbildung durchgeführt hat. Auch das Programm "Aktive Pause", das in der Schule praktiziert wird, findet durch eine Umgestaltung des Außengeländes eine sehr sinnvolle Ergänzung. Schließlich wird von der Schule eine klare Regelung der Nutzungsbefugnisse des Geländes erwartet.
Das Quartier strebt durch die Neugestaltung einen attraktiven Treffpunkt für die Menschen im Umfeld der Schule an und wünscht sich eine stärkere Einbindung der Schule in das Stadtteilleben. Um eine größere Präsenz der Quartiersbevölkerung zu erreichen, sollen Übereinkünfte über die Nutzung außerhalb der Schulzeit mit der Schule entwickelt werden.

Zentrales Ziel des Moderationsverfahrens wird es sein, die mannigfaltigen Interessen der verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer zu ermitteln und ggf. zu vermitteln.

Stand des Verfahrens
Das Verfahren befindet sich zurzeit in der Phase der Bestands- und Nutzungsanalyse. Die Lehrerschaft hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Elternrates und dem Hausmeister ihre Eindrücke der derzeitigen Nutzungssituation zusammengetragen. Zudem sind erste Analysen des Pausengeschehens durchgeführt worden. Die Adolph-Schönfelder-Schule beabsichtigt, die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler selbst durchzuführen. Zu diesem Zweck wurde durch das Hamburger Forum Spielräume ein Methodenworkshop durchgeführt, in dem verschiedene Beteiligungsinstrumente vorstellt wurden.

Wie es weiter geht
Die Schule wird ihr Schulfest am 18. Juni 2004 schwerpunktmäßig zum Thema der Schulhofumgestaltung durchführen. Hier werden die ersten Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden. Bis dahin wird auch eine gemeinsame Veranstaltung von Vertreterinnen und Vertretern der Schule und des Quartiers stattgefunden haben, um gemeinsame Perspektiven für das Gelände zu entwickeln.
Sehr erfreulich ist die zügige Auftragsvergabe an eine Landschaftsarchitektin, die durch das frühzeitige Engagement den Beteiligungsprozess und die wichtigsten Anliegen der Nutzerinnen und Nutzer des Geländes unmittelbar erfahren kann.
Christoph Porschke, Hamburger Forum Spielräume


Verschönerung des Hauses Dehnhaide
Das Haus Dehnhaide in der Vogelweide 20b soll umfassend renoviert und verschönert werden.
Neben den notwendigen Malerarbeiten soll vor allem die Beleuchtung des großen Saals verbessert werden. Hier sind nicht nur neue Einbauleuchten, sondern auch verbesserte Bühnenstrahler und Wandleuchten vorgesehen.

In der Flurnische rechts neben dem Eingang zur Bücherhalle soll eine gemütliche Leseecke entstehen. Hierfür wird, soweit der Vermieter und das Bezirksamt Nord als Hauptmieter zustimmen, ein zusätzliches Fenster eingebaut. So erhält dieser Raum nicht nur eine Sichtverbindung nach außen, sondern vor allem auch Tageslicht zum Lesen. Da hierfür jedoch ein Bauantrag gestellt werden muss, wird der Einbau erst nach Abschluss der übrigen Renovierung möglich sein.
Auch im Außenbereich sind Verbesserungen vorgesehen: Die östlich des Eingangs, neben den neuen Fahrradanschlussbügeln gelegene, wenig ansprechenden Außenanlage soll durch eine Neueinfriedung und Bepflanzung mit Stauden, Sträuchern und Bodendeckern aufgewertet werden. Die Klinkerfassade soll im Zusammenhang mit dem Fenstereinbau komplett gereinigt werden.
Durch die optische Aufwertung des Hauses Dehnhaide hoffen wir, die Attraktivität der im Haus Dehnhaide ansässigen Einrichtungen Kulturhaus Dehnhaide, Öffentliche Bücherhalle Dehnhaide und AWO-Begegnungsstätte weiter zu erhöhen.
Die Planung und Bauleitung wird vom QuartiersBüro Dehnhaide durchgeführt, die Finanzierung wurde durch Mittel des hamburgischen Programms Soziale Stadtteilentwicklung, Quartiersentwicklung Dehnhaide, ermöglicht.


Kanustützpunkt
Weil im kalten November keiner mehr Lust hatte Boot zu fahren, wurde die Einweihungsfeier für den neuen Kanustützpunkt am Alten Teichweg 43 (siehe BASTA Nr.4) auf Mai 2004 verlegt. Die feierliche Eröffnung des Stützpunktes und des daran angeschlossenen neuen Jugendcontainers des HDJ-Flachsland findet nun am 3. Mai um 15.00 Uhr statt. Alle Kinder und Jugendlichen aus dem Quartier Dehnhaide sind herzlich zum "Anpaddeln" eingeladen. Die weiteren Öffnungszeiten des Kanustützpunktes und des Jugendcontainers können im HDJ-Flachsland (Tel. 20 40 53) oder im KiFaZ (Tel. 298 213 11) abgefragt werden. Kanustützpunkt und Erneuerung des Jugendcontainers wurden ermöglicht durch Kofinanzierung durch das Programm Soziale Stadtteilentwicklung der Stadt Hamburg, Quartiersentwicklung Barmbek-Süd.


Quartiersbeirat
Wie bereits im letzten Jahr stehen auch im Jahr 2004 dem Quartier Dehnhaide Verfügungsfondsmittel von 10.000,- Euro zur Finanzierung kleinerer, kurzfristig umsetzbarer Projekte zur Verfügung. Diese Projekte sollen nachbarschaftliche Kontakte stärken, die Stadtteilkultur beleben oder die Übernahme von Eigenverantwortung und Selbsthilfe fördern.
Antragsberechtigt sind alle BewohnerInnen des Quartiers Dehnhaide, wie auch alle vor Ort tätigen Personen oder Einrichtungen. Die Anträge können formlos im Quar-tiersBüro gestellt und müssen vom Quartiersbeirat Dehnhaide beschlossen werden. So können kleinere Projekte oft schnell und unbürokratisch umgesetzt werden.
Sie erreichen uns im QuartiersBüro unter Tel. 68 00 41, Mo.-Fr. von 9:00-17:00 Uhr, Di-Do. auch persönlich in der Hamburger Straße 180, 2.OG.
Die öffentlichen Beiratssitzungen finden an jedem 1. Mittwoch im Monat statt, 19 Uhr im Haus Dehnhaide, Vogelweide 20b


Quartiersfest
In diesem Jahr findet, nach dem großen Erfolg des Quartiersfestes in der Wohldorfer Straße im Jahr 2002, wieder ein Straßenfest statt.
Am Samstag den 4. September 2004 soll in gemeinsamer Verantwortung der Kreuzkirche zu Barmbek, des Kulturhauses Dehnhaide, des Kinder- und Familienzentrums Barmbek-Süd und des QuartiersBüros Dehnhaide das Straßenfest Vogelweide mit viel Musik, Essen, Trinken und Kultur auf dem neuen Quartiersplatz steigen.



Umfrage bei den Einzelhändlern - die Ergebnisse liegen vor

Im Oktober und November letzten Jahres führte Britha Krause für die Interessensgemeinschaft (IG) der Gewerbetreibenden in Barmbek Süd, eine Umfrage bei den Einzelhändlern entlang der Straßen Dehnhaide, Hamburger Straße und Barmbeker Markt durch. Die spezifischen Probleme der Gewerbetreibenden und die Standortvor- und Nachteile sollten erfasst werden.
Entlang der Straßen, die den Nahversorgungsstandort Dehnhaide bilden, gibt es ca. 60 Ladengeschäfte. Insgesamt wurden 70% (42 Geschäfte) befragt.

Der seit Jahren andauernde Strukturwandel im Einzelhandel, also das Verschwinden der kleinen Inhabergeführten Fachgeschäfte in der Nachbarschaft ist auch an der Dehnhaide nicht vorbei gegangen. Der Grund ist unter Anderem die starke Konkurrenz der Einkaufszentren und Discountläden aber auch ein verändertes Kaufverhalten der Kundschaft.

An dem Standort Dehnhaide konnte sich trotzdem bis jetzt eine relativ vielfältige Ladenstruktur erhalten. Die Hälfte der befragten Läden sind schon seit 20 Jahren oder länger an diesem Standort. Der Inhaber oder die Familie bedient selber. 46% der Ladeninhaber wohnen auch im Stadtteil Barmbek Süd.
Als Vorteile des Standortes wurden von den Einzelhändlern die gute Erreichbarkeit und die zentrale Lage genannt. Auch die Anliefermöglichkeiten sind für die meisten Geschäfte gut.
Die in anderen Stadtteilen viel diskutierten Themen Sicherheit, Vandalismus und Vermüllung sind für die Einzelhändler hier im Stadtteil kaum relevant. Als sehr positiv wird auch die gute Nachbarschaft untereinander gewertet. Das Gewerbe ist ein wichtiger Arbeitgeber im Stadtteil: In den befragten Geschäften arbeiten insgesamt 129 Menschen 16% davon wohnen im Stadtteil.

Die Nachteile des Standortes aus Sicht der Geschäftsleute liegen deutlich auf der Hand das Umfeld lädt nicht zum Einkaufsbummel ein, der Straßenraum und die Hausfassaden wirken teilweise desolat und renovierungsbedürftig, die großen Verkehrsachsen Hamburger Straße und Barmbeker Markt können nur umständlich überwunden werden und bilden Barrieren, die Angebotsvielfalt, das sogenannte Branchenmix stimmt nicht mehr.
Hier muss dringend etwas getan werden, denn ca. 1/3 der Ladeninhaber planen den Betrieb aus Altersgründen oder wirtschaftlichen Gründen zu schließen oder zu verlagern. Bereits in den letzten vier Jahren gab es 50% Betriebsneugründungen oder Übernahmen.

Wichtig ist es, den Standort Dehnheide wieder für Geschäfte interessant zu machen und das Einkaufen in den Straßen um die Dehnhaide attraktiv zu gestalten. Dazu gehört auch z.B. die sehr unterschiedlichen Öffnungszeiten zu vereinheitlichen.
Die Handlungsschwerpunkte, die sich aus der Untersuchung ergaben, wurden zu einem Konzept ausgearbeitet. Mit diesem Konzept möchte die IG ihre zukünftige Arbeit besser koordinieren und den zuständigen Gremien Handlungsempfehlungen geben. Aber ohne die Unterstützung der Bewohner und Institutionen im Stadtteil geht es natürlich nicht.

Britha Krause



Dütt un datt op Platt -
Erbauliches von Helga Kelling

Goarden in'n Fröhjohr
Also, ick weet nich; datt heet doch jümmers datt sick uns Eer ümmer mehr "erwärmt"? Dorfun mark ick nicks! Ditt Fröhjohr wär jed een Nacht jümmers ünner 0 Grad.
Stiefmütterchen all lang in'n Angebot, aber wie du de inne Eer kregen tschast stünn door nich bi! Müsst mit 'n Hammer un Meißel bi!
Wie hett de Nahber datt mookt ? Datt blöht bi emm an alle Ecken! Kanns rein niedsch warrn! Mutt ick woll grote Pött opstellen un Blomeneer keupen.

Heff mien Hackenporsche ut denn Keller holt, denn drägen kann ick de groten Büddels nich mehr.
Kumm an bi datt Center un quäl mi mit Inkeupwagen un mien "Träler" dorch de Riegen. Keen Blomeneer door. Utverkofft!! (Datt wärn wiss mien Nahbers!)
Door heff ick denn mien Blomenampeln ophangt mit Geranien un Fuchsien.
Ick wär richtig stolz op mien Trick!
Kloor, datt mien Nahbers door achter komen sind.
Hebbt mi ganz schöön dormit optrocken!
De Geranien un Fuchsien wärn nämlich ut Plastik!



Datt wärn noch Tieden
Datt wärn noch Tieden, as Lokalitäten
"Zur Linde" oder "Zur Einkehr" hebbt heten!
De Linnen sünd nu lang all wech.
Jüst heff ick mol lest "Bernis Eck".
Heff ick dacht, door geihst mol rin.
Door weest glieks wokeen door binn´n.
Wull ringohn un seggen: "Hi, Berni! Goden Dag!"
Aber Berni hätt datt längst verpacht.

Twee swatte Ogen kiekt di an
un de Wirt froogt, watt he för di dohn kann?
Egentlich wuss bloot son böten klön´n
bi son Halwen un 'n duppelten Kööm!
Huukst di ersmol op denn Hocker.
Is bi Ali jo ganz propper!
Ward över 'n Urlaub snackt.
Süh an, de Ali snackt sogor 'n böten Platt!

Kannst di ok bi emm utkotzen
un mol över allens motzen!
Watt he denkt, marks emm nich an.
He hofft op niejen Kunnenstamm!
Du schimpst op allens bannig dull!
He schenkt datt nächste Glas di vull.


Fröhjohrsputz
Gifft jo Lüüd, de hebbt een ganz fastes Programm föör datt Reinmoken.Mondag sugen, Deensdag Badstuv gründli, Middewoch de Finsters putzen un so wieder.
Datt klappt bi mi nu gornich!
Door kümmt jümmers watt doortwischen! Denn bünn ick richtig froh, watt ick sowieso keen Lust ton Reinmoken heff!
Stoff wischen do ick bloot bi Sünnschien. Denn is datt nämli to sehn, datt ick door mol wedder lang mutt! Un vorr allens süht man datt denn ok, datt ick doorbi west bünn!!
So geiht mi datt ok mit de Schieben vonne Finsters.
De mööt bannig dreckig sien, datt ick no datt Putzen een "Erfolgserlebnis" heff! de Freid, de ick denn heff, datt ick door wedder dorchkieken kann!!
Sühstwoll Schütt! So mook ick mi jümmers sülben een Freid!!

Putzen, weil datt anne Reech is, datt's nix föör mi!
Heff ick gorkeen Tied föör!
Gifft doch veel watt Wichtigeres: Een Book lesen - Krützwordrätsel moken - mit 'n Nahber klönen - inne Badwann liggen bitt de Huut schrumpelig ward - Kaffee drinken mit mien Swiegerdochter oder een Fründin.
Tohörn, wenn een anner Sorgen hett! Doorför heff ick veel Tied!! Un dascha ok veel nödiger! Finds nich ok?
Datt heet doch, man schall jeden Dag een godet Wark dohn!! Doormit is wisslich nich datt Reinmoken meent!


Frietied - Platz
Ick wahn jo direktemang an datt Stück vonne Vogelweid, watt noch Bustell is un in´n Tokunft son lütten Frietied - Platz för grote Lüüd warrn schall.
Een Wochenmarkt schall door ok henn.

Uns hebbt se to Tied bannig affschott! Wi mööt över "Bagdad", wenn wi no Sky wüllt! Na jo - hett jo allens mol een Enn´n! Schull egendlich in´n Januoor ferdig
sien. Aber datt ward woll nicks?
Wenn datt kloor is, ward datt schoin sinnig för uns!
Tschä, de een sien Freid, is denn annern sien Leid...
Ick loot mi överraschen!


Datt Casting!
Uns Hook- un Plattdüütsch ward jo dorch de velen utländschen Wöör toschannen mookt. Tomeist dorch de inglischen. Nich bloot inne Werbung - ok in uns Alldag treckt datt in!
Ick heff mol ´n Geschicht door ut mookt:

Mien Fründin Anke harr sick bi sonne Casting-Show anmeld. (Se müch woll ook geern mal een Superstar sien?) Vördem hett se sick noch son böten in eer Jeans op de Couch leggt ton relaxen! Dorno hett se sick vörn Spegel stellt un no son Peeling un mit ´n vullkamen Make-up een Beauty-girl ut sick mookt. Denn karjolte se los mit eern Mini.Op de Straten wär grood Rushhour un se stunn meistdels in´n Stau.Se wär aber clever un swutschte op denn nächsten Park-and-ride Platz, jump inne U-Bahn, pett son Bodybuilder op de Fööd un wisper: "sorry!"
De müch de lütte Deern glieks lieden, hett mit sien Insider-Weten prohlt un eer ton Cappuccino inlod. Se hett antert, datt se to een Event müss.
Son poor Kids klabasterten rin un hebbt nu mien Anke op de Fööd pett. Datt hett eer bannig weh doon, denn se hett een Fulltime-job un se harr all Wehdag inne Fööd eh se eer pedd hebbt. De Bahn suust an Sky un annere Centers vörbi, aber Anke harr door keen Viduutz to. Se mookt homeshopping!

Datt Casting wär de reinste thriller! Door wär action!! No time to dream! Wo wär se bloot lann´d? Ob datt föör son Soap wär? Se wüss vun nix!! Wieldatt se keen connection harr, hebbt se eer ook glieks affiedelt! Se föhr trurig trüch. Aber se hett datt mal live belewt, watt datt door so togeiht!
Inne U-Bahn stünn wedder de Bodybuilder. He griente in eer wittnäsig Snuut un wisper: "cool blieben, lütte Lady! Un jümmers keep smiling!" He harr een godet feeling för eern Kummer! Se hebbt denn doch noch denn Cappuccino drunken! Bi eer to Huus!! Is ´n schoinen Obend worrn!
Wär datt een One-night-stand??
Nee, nee! Morgen hebbt se wedder een date!!!


Datt wunnerbare Fröhjohr
Wenn de ersten Blomen blöht
un du büst sülben duernd mööd,
wenn de Snecken freet dien Tagetes,
denn is datt gewiss,
denn ward di kloor;
nu is datt Fröhjohr door!

Datt erste helle Gröön
wär all to sehn.
Nächsten Dag
wär allens aff!
Geihst jed een Dag denn sammeln,
datt dien Planten nich vergammeln.
Jümmers sünd de nächsten Opfreters door!
So geiht datt datt ganze Johr!

De koole Sophie
is ton Glück vorbi.
Dien Snuppen duert länger!
Buten piept de lütten Sänger!
Denn kümmt ok mol de Sünn.
Denn wedder Regen! Du mutts no binnen!
Datt Unkruut is as erstes door!
Arbeit noog in datt schöne Fröhjohr!

Aff un an kanns buten sitten.
Doch in'n Goarden mutts di bücken.
Föör de Knee is de Bodden to natt.
Letzt Johr hess noog Rheuma hatt!
Irgendeen Wehdag is jümmers door!
Tja, datt is datt wunnerschöne Fröhjohr!!

De ole Lyriker Mörike hett datt Fröhjohr anners beschreben!
De müss jo ok nich mit datt Unkruut lewen !!



Nachbarn: Der Künstler

Wer an der Von-Essen-Straße 72 schon mal einen Blick gewagt hat durch den teilweise offenen, begrünten Zaun, wird sich gefragt haben, was hier wohl eigentlich passiert und wer dahintersteckt. Skulpturen aus Stahl stehen unter einem alten Tankstellendach im Vorgarten und haben die natürliche Farbe von dem Wetter ausgesetzten Metall angenommen. Unterschiedlichste Materialien liegen daneben und warten auf die Verarbeitung.

Die BaSta-Redaktion war ebenfalls neugierig und fragte nach, ob der Hausherr Zeit für ein Interview haben würde. Hatte er, darum können wir ihn heute als umtriebigen und interessanten Nachbarn aus dem Stadtteil vorstellen.

Bei Betreten des geheimnisvollen Grundstücks wissen die Augen gar nicht, wo sie zuerst hinschauen sollen. Herr Schubert ist sehr aktiv, das Tor zur Werkstatt weit offen, ein neues Werk entsteht gerade. Sind da nicht Schriftzüge aus farbigen Neonröhren zu erkennen? Schon kommt er fröhlich zur Begrüßung heraus und fordert auf, mal alles in Ruhe anzuschauen. Der Blick fällt auf weitere Skulpturen, aus denen sich einzelne Buchstaben herauslesen lassen. Er wandert zu zwei mehrere Meter hohen Figuren aus Stahlteilen, die irgendwie vertraut und doch ganz anders wirken... wo habe ich so etwas schon gesehen?
Im Hintergrund ein kleiner Skulpturenpark: in einer hellen Kiesfläche stehen auf weißen, gemauerten Sockeln kleine Figuren unterschiedlichster Art, auch wieder zusammengefügt aus Einzelteilen, die bekannt vorkommen und in ihrer Anordnung etwas völlig Neues darstellen.

Die Sonne scheint, wir setzen uns zu einer Tasse Tee auf die Terrasse vors Haus und der Gastgeber beantwortet geduldig neugierige Fragen.
Benjamin Schubert, geboren 1961 in Hamburg, hat in Hannover Maschinenbau und Kunst studiert. 1988 eröffnete er ein Atelier in Hamburg, führte Aufträge und freie Arbeiten als Bildhauer durch und war bis 1999 zusätzlich als Ingenieur tätig. Seither konzentriert er sich auf freie Arbeiten und verschiedene sehr spannende Projekte.
Er lebt nun seit mehr als 10 Jahren im Stadtteil. Das Grundstück, eine ehemalige Tankstelle mit großzügigen Werkstatt- und Büroräumen, in denen es sich auch gut wohnen lässt, eignet sich ideal für einen Künstler und Bildhauer, dessen Werke viel Platz brauchen und die auch aufgestellt werden sollen.

Die Kunstwerke
Zu den Stahlarbeiten befragt, sagt er: "Geschichten stehen im Vordergrund. Was sagt das Fundstück, wo kommt es her, was bedeutet seine Vergangenheit, welche zukünftige Form möchte ich Ihm geben…. Das ist mein Ansatzpunkt.
Der geübte Betrachter verlässt sofort die offensichtlich sichtbare Ebene. Er fragt gleich nach den Bezügen. Diese in der Skulptur "sichtbar" zu machen, ist meine Aufgabe."
Dem vorübergehenden Betrachter soll das Werk einen Anstoß geben: schaut mich an, woraus bestehe ich, was kommt euch vertraut vor, welche Zusammenhänge könnten bestehen zwischen dem Ort, auf dem ich stehe und den Materialien, die mich ausmachen?
Wir kommen auf die Wortskulpturen zu sprechen. Ja, tatsächlich: es handelt sich um ehemalige Neon-Schriftzüge, wie sie früher über Geschäften zu finden waren. Auch hinter diesen Namen verbergen sich Geschichten, Benjamin Schubert kennt sie, sie sollen nicht verloren gehen.
Als Lichtobjekte setzen die neu montierten Einzelteile der alten Namen ein Zeichen: kommt näher, wir haben etwas zu erzählen, unsere Geschichte hat auch etwas mit der Vergangenheit und den Erinnerungen der Betrachter zu tun - schaut mal genau hin!

Corso der Lichtgestalten
Dem Künstler Benjamin Schubert geht es um den Einsatz der Kunst für gesellschaftsrelevante Themen. Im Zusammenhang mit der UNESCO Alfabetisierungs-dekade hat er ein Projekt initiiert, auf das sich im Augenblick alle Arbeit konzentriert: der Corso der Lichtgestalten. Im August 2004 geht es los.
Das non-Profit-Projekt ist ein bundesweites Kunstkonzept und eine sozial ambitionierte Bildungsver-anstaltung. Beginnend am 1. August im Norden, fährt der Corso durch alle Bundesländer und endet Anfang September in Berlin (am 5./6. August wird er durch Hamburg kommen). An allen 36 Standorten wird der Aufenthalt genutzt für Informationsveran-staltungen, um zusammen mit den Partnern, dem Bundesverband Alphabetisierung und anderen, die sich für dieses Thema einsetzen (z.B. die Stiftung Lesen, die örtlichen VHS, Vorlesegruppen, Bookcrosser, die örtlichen Büchereien), auf Hilfen hinzuweisen, die betroffenen Menschen in diesem Land geboten werden. Jeder Lesende kann beim Versuch, die Objekte zu buchstabieren, selbst erfahren, wie ca. 4 Millionen Menschen in Deutschland täglich zumute ist, wenn sie vor Texten stehen, die sie nicht oder nur mühsam entziffern können...

Mit den Erlösen von Tombola, Essen und Trinken und auf den abendlichen Feiern soll ein Projekt unterstützt werden, für das sich bisher weder Bund noch Länder zuständig fühlten: das Alfa-Telefon: Betroffene sollen rund um die Uhr die Sammeltelefonnummer 0251 - 53 33 44 anonym anrufen können, Rat und Hilfe finden und erfahren, an wen sie sich in ihrer Wohnumgebung wenden können.
Benjamin Schubert: "Ich möchte mit meinem Projekt Stellung beziehen. Wir weisen auf die unglaubliche Tendenz hin, dass wir im Land der Dichter und Denker das Lesen und Schreiben verlernen und durchleben die Erfahrung, wie schwer sich unsere Gesellschaft damit tut, als richtig Erkanntes auch umzusetzen."
Das ganze Projekt ist ausführlich unter
www.corsoderlichtgestalten.de dargestellt

Standpunkte
Am Ende des Gesprächs bitten wir Benjamin Schubert um eine Zusammenfassung seines Wirkens. Seine Kernaussagen:

"Kommunikation ist der Baustein zur Entwicklung und Konfliktlösung in Menschengruppen.
Meine Skulpturen wollen einen Beitrag leisten, Menschen an die Kunst heran zu ziehen und sie zum Sprechen zu bringen. Sie erzählen von ihrer Geschichte und ihrer Bedeutung. Sie wollen den Betrachter anziehen und damit zu einer Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt bringen.
Mir bringt es Spaß, Menschen dazu zu verführen, miteinander zu kommunizieren. Ich meine nicht allein Reden, sondern Hören, Durchdenken und Verstehen.
Mir bringen meine Skulpturen ausgesprochenen Spaß, nicht nur visuell, sondern die Geschichte, die mir das Material und die "Erlebnisse" der Schrift erzählen.
Diese Geschichten machen das Leben für mich reizvoll - dafür stehen meine Arbeiten."

Menschen, die sich für Kunst interessieren oder die ausgestellten Objekte in der Von-Essen-Straße selbst ansehen möchte, können übrigens zu Herrn Schubert Kontakt aufnehmen und einen Termin mit ihm absprechen. Der Quartiersbeirat Dehnhaide hat Benjamin Schubert als Künstler empfohlen, der zusammen mit anderen aufgefordert werden soll, an einem Wettbewerb für eine Skulptur auf dem neuen Quartiersplatz an der Vogelweide teilzunehmen. Eine Anregung aus dem Beirat war, es möge ein Bezug zur Geschichte des Platzes und zu seinem Namen hergestellt werden.
Auf diesem Platz sollen Begegnungen und Kommunikation stattfinden und ein Beitrag zur Stadtteilidentität geleistet werden, die letztlich ja auch etwas mit Geschichtsbewusstsein zu tun hat.
Ich meine, dass Benjamin Schubert mit seinen Ansprüchen an die Aussagen seiner Kunst die besten Voraussetzungen mitbringt.
ed



Hi, liebe Erdlinge!
Heute muss ich mal eine Geschichte von einem Freund berichten, wie er sie mir kürzlich bei einem gepflegten Gläschen Bier erzählt hat:

"29. Februar, müde & abgespannt von der Arbeit fuhr ich in die Wohnung meiner Freundin, die selbst noch nicht zu Hause war. Im Kühlschrank wartete etwas zu essen. Nachdem ich mir den Magen vollgeschlagen hatte, machte ich es mir auf dem Sofa bequem.
In diesem Moment klingelte es an der Wohnungstür. Ich ging zur Tür und blickte durch den Spion. Draußen stand ein etwa 40 Jahre alter, gut gekleideter Mann. Kaum hatte ich die Tür geöffnet, entspann sich folgender Dialog:

Besucher: "Guten Tag, mein Name ist Lars Lästig, ich bin ihr Rundfunkgebühren-Beauftragter... blabla... blabla......sind sie Frau Sabine R.?"
Hat der wirklich gefragt, ob ich Sabine R. (meine Freundin) bin? (Ich sehe wirklich nicht wie meine Freundin aus, zudem trug ich einen deutlich sichtbaren 3-Tagebart.) Das verschlug selbst mir die Sprache. Stille machte sich im Hausflur breit. Plötzlich traf mich der Hammer der Erkenntnis. Es gibt ein Leben nach dem Gehirntod, der Beweis steht vor dir. Pack den Typen ein und der nächste Nobelpreis ist dir sicher.
Ich entschied mich dagegen, denn der gute Mann war irgendwie etwas unhandlich, und ich antwortete ihm stattdessen, dass ich Gina W. sei, die uneheliche Tochter von Sabine R..

Besucher: "Na gut , lassen wir das, sie wissen sicher..... blabla...... blabla........ verpflichtet....... blabla....... anzumelden......."
Ich unterbrach seinen Redestrom nur ungern, aber ich teilte ihm mit, dass ich mal auf Toilette müsste, versprach jedoch, gleich wieder da zu sein und schloss die Tür hinter mir.
Nach 5 Minuten gab es die ersten zarten Klingelversuche. Nach weiteren 3 Minuten klingelte es Sturm und ich öffnete wieder die Tür.

Besucher: "Was haben sie denn solange gemacht?"
Wahrheitsgemäß antwortete ich ihm, dass ich ein lauwarmes Bier getrunken habe. Außerdem mussten mal wieder meine Fußnägel geschnitten werden.

Besucher: "So eine Frechheit, so was habe ich noch nie erlebt..."
Ich musste dem guten Mann leider recht geben und versprach, meine Freundin noch heute Abend darauf anzusprechen, warum sie das Bier nicht in den Kühlschrank gestellt hatte. Wirklich eine Frechheit.
Nun lief dieser geistige Tiefflieger rot an und rastete aus.
Besucher: "Wenn sie noch weiter so ein Kasperltheater veranstalten, kann ich auch Ihre Wohnung... blabla..... das wird sehr teuer für Sie.... blabla".
Logisch, mit Bundesgrenzschutz und Sondereinsatzkommando. Sichtbar eingeschüchtert versprach ich nun, effektiv mitzuarbeiten und mein Kasperltheater bleiben zu lassen.

Besucher: "Haben sie einen Fernseher oder ein Radio?"
Freundlich gab ich dem Mann Auskunft: "Ja klar, ich besitze 4 Fernseher, 3 Radios, noch ein Radio in meinem Büro und zwei in meinen Autos."

Besucher: "Haben sie diese angemeldet?"
"Nein."
Besucher: "Wie alt sind die Geräte?"
"Ca. 40-60 Jahre."

Uiiiiii... jetzt schien mir, dass er seine Provision in Gedanken überschlug. Nun ja, um es kurz zu machen, er hielt mir nach 1-2 Minuten zwei Zettel zur Unterschrift unter die Nase: Eine Anmeldung bei der GEZ und einen Schrieb, dass ich schon seit mindestens 5 Jahren die Geräte besitze. Beides auf den Namen und die Adresse meiner Freundin ausgestellt. Freundlich, wie ich nun mal bin, teilte ich ihm noch einmal mit, dass ich weder Sabine R. bin, noch hier wohne.
Besucher: "Wo wohnen sie denn?"
Ich: "Wissen sie das nicht?"
Besucher: "Nee"
Ich: "Super, schönen guten Abend."

Ich schloss die Tür, schaltete die Klingel ab und den Fernseher ein. Das Bier war auch schon etwas kühler und während der Tagesschau beschäftigte mich die Frage: Was verdienen solche Leute eigentlich? Wer meldet sich freiwillig für so einen Job? Falls demnächst mal die Zeugen Jehovas vorbeikommen - ob die mich auch für meine Freundin halten?

Als Sabine nach Hause kam, erfuhr ich: Rundfunk- und Fernsehgebühren werden - sie ist ein braves Mädchen - regelmäßig von ihrem Konto abgebucht. Sie ist nur noch nicht lange in dieser Wohnung und hat versäumt, der GEZ den Adresswechsel mitzuteilen..."

Nun ja, mein Freund (der übrigens Hobbybastler ist und die genannten, defekten und antiken Geräte im Keller stehen hat,) hat sich als tapferer Ritter schlagen und seine Holde vor Ungemach bewahren wollen, vielleicht auf eine etwas eigenwillige Art. Aber wer rechnet schon damit, von einem fremden Besucher mal eben einer Geschlechtsumwandlung bezichtigt zu werden?
Ihr Erdlinge seid sonderbar, aber... irgend-
wie so... so menschlich...J Bis bald!

Euer Kellalien
(heute aus dem neuen Raumschiff!)


Aus dem Kulturhaus:

Kinder-Hörclub
Der Kinder-Hörclub Dehnhaide startete am Mittwoch, den 24. März 2004, um 10 Uhr. Das gemeinsame Pilotprojekt von Bücherhalle und Kulturhaus Dehn-haide sowie der Grundschule Richardstraße orientiert sich am erfolgreichen Modell der "Stiftung Zuhören"des Hessischen Rundfunks.

Gemeinsames Hören stärkt Kinder.
In unserem Hörclub treffen sich Kinder regelmäßig zu gemeinsamen Hörerlebnissen. Die Pädagogin Carola Liebig begleitet sie dabei. Kinder der 3. Grundschulklasse Richardstraße sind die ersten Hörclub-Mitglieder. Nach den Sommerferien öffnet sich der Hörclub Dehnhaide für alle Kinder zwischen acht und zwölf Jahren.

Wenn Kinder spannenden Detektivgeschichten lauschen, Geräusche identifizieren, sich über Spuren und Verdächtige miteinander austauschen, wenn das Gehörte zum Spielen einlädt oder zum Lesen und die Phantasie Purzelbäume schlägt, stärkt das wie von selbst Konzentration und Lesekompetenz.
Über 100 Hörclubs, betreut von der "Stiftung Zuhören", gibt es bereits deutschlandweit. Sie arbeiten mit großem Erfolg: Hörclub-Kinder sind aufmerksamer, kreativer, stärken ihre sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten und das soziale Miteinander.

Kontakt:
Kulturhaus Dehnhaide
Anke Amsink, Tel: 040 - 299 50 10
kulturhaus-dehnhaide@t-online.de


Initiative Stadtteilnetz - wer macht mit?
Am Donnerstag d. 27. Mai ab 18 Uhr möchte ich im oberen Raum des Kulturhauses zu einem Treffen einladen, aus dem eine Ideenbörse entstehen kann.
Willkommen sind alle Menschen, die sich mit unserem Stadtteil auseinandersetzen, die Barmbek Süd und seine Angebote besser kennenlernen wollen, sich Veränderungen wünschen und sich vorstellen können, selbst ein wenig dazu beizutragen - wenn andere mitmachen!
Als eine der BewohnerInnen, die seit 4 Jahren aktiv die Interessen von Bewohnern im Quartiersbeirat Dehnhaide zu vertreten versuchen, weiß ich, dass jedem offiziellen Gremium Grenzen gesetzt sind und für sozial- und gesellschaftspolitische Fragen wenig Raum bleibt.
Als eines der neuen Vorstandsmitglieder des Vereins Kulturhaus Dehnhaide möchte ich zum Gelingen eines Netzwerks zwischen allen sozialen/kulturellen und anderen aktiven Gruppen und Einrichtungen in Barmbek Süd beitragen.

Wer sich im Stadtteil ein wenig auskennt, weiß, dass nicht nur Gewerbetreibende ihre Sorgen haben. In schwierigen Zeiten, wie wir sie erleben, sind auch hinter manchen verschlossenen Wohnungstüren Existenznöte und soziale Probleme vorhanden. Der als "Reform" bezeichnete Sozialabbau wird uns künftig stärker auffordern, nicht nur über Ursachen, sondern auch über Eigeninitiative, Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe nachzudenken:

> Was können wir selbst, was können wir gemeinsam tun?
> Wo ist Beratung und Hilfe zu finden?
> Wie lässt sich das Leben trotzdem lebenswert gestalten?
> Wie lassen sich die vorhandenen Angebote im Stadtteil nutzen?

Auf einer weiteren Veranstaltung sollen Sie Vetreter/innen der verschiedenen Einrichtungen kennenlernen, die von ihrer Arbeit erzählen.
Kontakt: Erika Draeger, Tel. 299 14 00


Ideen - Frühstück
Am Sonntag, den 9. Mai von 11.30 - 14.00 Uhr

Eine interessante Alternative für ein sonntägliches 2. Frühstück, für alle, die gerne beim Essen über ein Thema diskutieren, Kontakte knüpfen und vor allem: Mit anderen Leuten Ideen entwickeln möchten.

Thema heute:
Was würde ich wirklich gerne tun? Wie komme ich vom Berufs - Traum zum Traumberuf???

Bringt bitte mit:
für unser Büffet etwas Frühstückgeeignetes
Lust auf Gepräche

Ihr bekommt:
Kaffee und Tee
Austausch von Informationen
Die Möglichkeit, mit anderen neue berufliche
Perspektiven zu entdecken

Mitnehmen werdet ihr:
neue Kontakte
Neue Ideen und Perspektiven
Mehr Energie

Bitte melden bei:
Heike Schoof (Dipl. Psych),
Kreativ Service
Moderation und Organisation

Tel.: 040 - 2999 1257 oder
e-mail: heike_schoof@web.de