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BaSta Nr. 7, Dezember 2004



Redaktionsteam & BeitragsverfasserInnen:

Carsten Müller, Erika Draeger (Druckvorlagen, Layout, Text),
Helga Kelling, Petra Steinborn, Melanie Voß, Claudia Falk, Alina Steinborn, Barbara Haake, Arif-Andreas Islam, Museum der Arbeit, Projekt Flohbay, Medienbüro LogIn, KiFaZ Barmbek Süd, Kulturhaus Dehnhaide, Quartiersbüro Dehnhaide, IG Barmbek Süd.

V.i.S.d.P.: Medienbüro LogIn/KiFaZ,
Vogelweide 36, 22081 Hamburg,
Tel.: 2000 48 00
eMail: info@medienburo-barmbek.de
Druck: P+N Offsetdruck, Auflage: 3000
Online-Ausgabe: E. Draeger

Inhalt   (online-Ausgabe unbebildert)  

Vorwort
Kurzmeldungen
Neues aus KiFaZ + LogIn
Als das Brot lebte
Nistkästen für Falken
Barmbini - die Kinderseite
Kunst in der Schule
Stadtteilgenossenschaften
Pinnwand
Quo vadis - Barmbek Süd?
Kalinka oder: Russenmütze
www.dabei-sein.de
Nachrichten aus dem Quartiersbüro
Bilderbogen
Dütt un datt op Platt
1 Jahr Flohbay
IG Gewerbe Barmbek Süd
Kolumne: Mellos
Kulturhaus / Veranstaltungen
Adressen in und um Barmbek Süd


 
Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr ist fast vorbei, es hat leider nicht nur Freude gebracht sondern auch viele Sorgen.
Nicht nur die Weltpolitik wirkt bedrohlich und verändert sich rasant, auch bei uns zu Hause spüren wir große Veränderungen und manche von uns trifft es hartz... ähh, hart. Ja, nicht wenige haben ihre Arbeit verloren rechnen in der nächsten Zeit damit oder sind sogar schon eine ganze Weile betroffen. Es scheint, als müssten wir uns auf eine längere Dürreperiode einstellen.
Arbeit? Nicht immer geliebt, nur wenige haben einen "Traumjob" oder erleben ihren Beruf als Berufung, doch sie sichert die Existenz und ist uns kostbar.

Sind Verluste nicht auch eine Zeit, in der wir uns auf Dinge besinnen, für die sonst nie Raum war? Nicht nur Advents- und Weihnachtszeit verführen zu besinnlichen Betrachtungen, auch der Zerfall einer Ordnung lässt uns Nachdenken über sogenannte Werte, die es noch lohnen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Vielleicht fragen wir auch, wer sie mit uns teilt und stellen fest, dass uns über Kulturen und Religionen hinweg mehr verbindet als trennt.

Zeiten des entstehenden oder vermeintlichen Vakuums, der tatsächlichen oder vermeintlichen Bedrohungen werden als tiefe Krisen empfunden. In offiziellen/politischen Kreisen denkt man gerade wieder über eine "Leitkultur" nach, als könnten Werte verordnet werden.
In unserem kleinen Lebensraum, dem Mikrokosmos eines Stadtteils, der alltäglich und näher dran ist, machen sich auch verschiedene Menschen Gedanken über Ursachen von Problemen und über Möglichkeiten, sie beim Schopfe zu packen und konstruktiv damit umzugehen.

Krisen können auch positive Veränderungen mit sich bringen - wenn wir uns genauer umschauen, sehen wir sogar bereits ein paar Beispiele: Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner rücken zusammen, treffen sich, um Gemeinschaftsprojekte zu realisieren, Begriffe wie Nachbarschaftshilfe und Netzwerke spielen immer öfter eine Rolle.
Unsere kleine BaSta-Redaktion versucht, ein wenig darüber zu informieren und zur Teilnahme zu ermutigen - machmal wäre es nur ein kleiner Schritt, einfach hinzugehen, wo solche Leute sich treffen oder selbst eine Idee zu entwickeln und zu fragen: wer macht mit?

In diesem Sinne wünschen wir uns und Ihnen allen: weiter so, ein Anfang ist gemacht, die guten Ideen sollen sprießen und sich vermehren. Wir helfen gern, sie zu verbreiten, schreiben Sie uns, damit wir berichten können!
Ihnen allen ein frohes und besinnliches Fest, gleich, unter welchen Vorzeichen Sie es feiern, und ein erfolgreiches neues Jahr, das zum Frieden in der Welt beitragen möge.
Ihr BaSta-Redaktionsteam


Kurzmeldungen aus dem Stadtteil

Zentrale von SAGA und GWG ist fertig
Die Mitarbeiter-Innen der SAGA und GWG haben ihre neuen Büros bezogen:
nach zweijähriger Bauphase sind die Gebäude am Osterbekkanal zwischen Pop-penhusenstraße und Maurienstraße nun fertig. Der gemeinsame Unternehmensverbund der beiden Wohnungsgesellschaften hat rund 33 Millionen Euro in die beiden Neubauten mit einer Gesamtbürofläche von 14 500 Quadratmetern investiert.
Die neue Anschrift:
Poppenhusenstraße 2, 22305 Hamburg
Telefon: 426 66 -0 und Fax: 426 66 -66 05


WichtigerTermin
Alle Menschen, die sozialhilfeberechtigt und vielleicht nicht ausreichend informiert sind, seien daran erinnert: nur noch in diesem Jahr können Sie die sogenannten einmaligen Hilfen beantragen für sich oder Ihre Kinder - mit Hartz IV entfallen diese Leistungen.

Wenn also die Waschmaschine kaputt, der Wintermantel zu klein geworden ist, ein Kind bald eingeschult wird oder ein größeres Bett braucht: bis Ende Dezember ist Gelegenheit. Danach erwartet man künftig von Sozialhilfeempfängern, dass die leichte Erhöhung der monatlichen Zuwendungen für Sonderausgaben zurückgelegt wird.


Veränderungen im EKZ
Das Gesicht des EKZ an der Hamburger Straße wird sich verändern, die Planer setzen auf Investition. 45 Millionen soll die Umgestaltung des 600 Meter langen, größten Hamburger Einkaufszentrums kosten. Architekten haben eine Vision von einer "Stadt in der Stadt", schöner und attraktiver als je zuvor, ein richtiges Einkaufserlebnis wird versprochen, "Highlights", die zum Kaufen und Verweilen animieren sollen wie Märkte, Restaurants, Ruhezonen, Veranstaltungsbereiche und Esplanaden zum Flanieren.

Ein weiteres langjährig ansässiges Warenhaus wird zuvor noch schließen: P&C, deren Fläche anders genutzt werden soll. Die bisherige Innenpassage soll verlängert werden bis zum ehemaligen Möbelhaus von Karstadt, das bereits Anfang des Jahres 2004 seine Flächen geräumt hat. Hier sollen sich ein Verbrauchermarkt und ein Tech-nikmarkt ansiedeln. Die noch vorhanden Türme sollen verschwinden und durch Tore ersetzt werden: Ecke Adolph-Schönfelder-Straße ein "Barmbeker Tor", an der Mundsburg ein "Winterhuder Tor", dass sich aber eigentlich nach Uhlenhorst öffnet.

Sechs Grundeigentümer haben auf einer Gesellschafter-Versammlung die Zukunft des EKZ besiegelt; Architekt Heine, der gerade das Alsterhaus umbaut, hat neben anderen Wettbewerblern das Rennen gemacht, weil sein Konzept am kostengünstigsten war. Nun ja, 45 Millionen müssen auch erstmal investiert werden, doch ein anderer Entwurf wäre quasi einem Neubau in dreistelliger Millionenhöhe gleichgekommen und hanseatische Kaufleute können rechnen.


Theater
Noch bis zum 19. Dezember gastiert das Theater im Sternenzelt mit seinem Familien-Musical "Sinbad der Seefahrer" an der Hamburger Straße, gleich hinter der Fußgängerbrücke zum Einkaufszentrum auf der Wiese des Parks zwischen Adolph-Schönfelder- und Elsastraße.


Damals war's...
Mit Hilfe des Verfügungsfonds hat der Quartiersbeirat eine Dauerausstellung gestiftet: ab 2005 finden Sie im AWO-Raum im Kulturhaus Dehnhaide eine Sammlung von Bildern des Alten Barmbek aus der Zeit vor den Weltkriegen, zusammengestellt von der Geschichtswerkstatt Barmbek.
Auf einer Veranstaltung im Frühjahr (Termin wird im Programm des Kulturhauses bekanntgegeben) wird Herr Thiele von der Geschichtswerkstatt zu den Bildern etwas erzählen, Sie können Fragen stellen oder selbst etwas dazu beitragen, wenn Sie sich an "Barmbek - Damals" noch erinnern.

Das obige Bild wird auch dabei sein: Blick von der Vogelweide in die Wohldorfer und Hansdorfer Straße, im Hintergrund die von-Essen-Straße. Es wurde ca. 1910 aufgenommen, alle abgebildeten Häuser wurden in den Kriegsjahren zerstört. Etwa auf dem Standort des dargestellten Eckgebäudes (rechts) befindet sich heute die Kreuzkirche.


Trockendock fast fertig!
BaSta wollte es wissen und besuchte die Baustelle.
Das neue Gebäude an der Elsastraße 41 mit seinen hellen Farben in warmen Gelb- und Orangetönen wirkt einladend freundlich, es soll, wie versprochen, im Januar bezugsfertig sein und der Verein Trockendock kann in den Veranstaltungs- und Gruppenräumen seine Arbeit fortsetzen.
Das Barmbeker Jugendzentrum "Trockendock", das wöchentlich bis zu 450 Besucher hat, Suchtprävention betreibt und Proberäume für fast 40 Bands bietet, musste seine Räume in der Spohrstraße 2003 zugunsten der Erweiterung des Bürokomplexes "Alstercity" räumen und vorübergehend auf Standorte in Dulsberg und Eimsbüttel ausweichen.



Als das Brot noch lebte....
Urlaub auf dem Bauernhof mit Folgen


Meine Tochter war ein Fleisch fressender Sprössling. Egal ob Schwein, Rind, Lamm, Geflügel oder Kaninchen - wenn es Mittag gab, waren die zerschnittenen Fleischstückchen - obwohl gut unter den kohlehydrat- und vitaminreichen Beilagen versteckt - immer zuerst verschwunden. Fein säuberlich aussortiert lagen Kartoffeln und Gemüse wie Blei auf Claras Teller oder finden nur bei großem Hunger den Weg in ihren Magen. Diese Situation änderte sich allerdings schlagartig, als wir der Großstadt den Rücken kehrten und in die Ferien auf einen Bauernhof fuhren.

"Ach wie süß, das kleine Flauschknäuel ", rief Clara entzückt aus, als ein Lamm an uns vorüber stakste. Sie nannte das Lamm Flocki und streichelte es jeden Tag, durfte ihm sogar die Milchflasche geben. Auch die anderen Bauernhofbewohner schloss sie spontan in ihr Herz - vor allem Fohlen und Küken.

Am dritten Tag unseres Aufenthaltes wurde sie nachdenklich und wollte wissen, warum so viele Tiere auf dem Bauernhof leben. Ich entschied mich für die Wahrheit: "Sie werden hier gefüttert, großgezogen und anschließend geschlachtet." Und erbarmungslos fügte ich hinzu: "Damit du etwas zu essen hast. " Meine Vierjährige bekam Tränen in die Augen: "Nein, die esse ich nicht, niemals." Fortan betrachtete sie ihr Mittag mit ganz anderen Augen: Wenn ich ein Steak servierte, fragte sie ängstlich: "War das auch mal ein Flocki?"
Übrigens war ihre Ess-Zurückhaltung gegenüber dem lieben Vieh sehr selektiv - auf ihre Spaghetti mit Hackfleisch und Tomaten mochte Clara nach wie vor nicht verzichten. Aber das gemeine Hausschwein stand ja nie ganz oben auf ihrer Kuscheltierskala, und außerdem ist es in der roten Soße auch gut getarnt.
Ich versuchte die Tier-Lektion auch auf andere Naturerscheinungen auszudehnen. Als Clara einen Ast vom Strauch rupfen wollte, rügte ich sie: "Nicht abreißen, das ist eine Pflanze, und Pflanzen sind schließlich auch Lebewesen!" Erschrocken ließ meine sensibilisierte Tochter den Zweig zurück schnappen und sammelte nur noch vertrocknete Ruten vom Waldboden auf.

Unser Ferien- Bauer hatte auch Felder mit verschiedenen Getreide-Sorten. Auf ausgedehnten Spaziergängen erklärte ich Clara, wie und wofür man Weizen, Hafer und Roggen verarbeitet. Sie nahm es schweigend bis gelangweilt hin.
Dachte ich. Bis wir wieder zu Hause waren. Beim Abendbrot blieb ihr plötzlich der Bissen Brot - übrigens mit Käse belegt ! - im Halse stecken. Würgend brachte sie hervor: "Hat das Brot auch mal gelebt?"
Claudia Falk



Schöner Nisten rund ums Museum der Arbeit

Das Gebiet um den Barmbeker Bahnhof könnte sich zur bevorzugten Wohnlage für Stadtvögel mausern: Auf dem Dach des Museums der Arbeit sollen in Zukunft Falken nisten.
Gesichert mit Klettergurten und Seilen montierten zwei Mitarbeiter der benachbarten Firma Globetrotter-Ausrüstung einen Falkennistkasten auf der "Neuen Fabrik".
Der rund zehn Kilo schwere Kasten ist aus Pflanzenfaserbeton und farblich an das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen New-York-Hamburger Gummiwaaren-Compagnie angepasst.
Die Aktion wurde von Globetrotter gesponsort und vom Naturschutzbund NABU in Hamburg begleitet. Globetrotter hatte bereits sein 2003 eröffnetes neues Gebäude mit 99 Nistkästen für Fledermäuse, Sperlinge, Meisen und Mauersegler versehen.

Turmfalken sind Nischenbrüter, erklärt Diplom-Biologe Sven Baumung vom NABU Hamburg. Nachdem sie in den letzten Jahren rund die Hälfte ihres Verbreitungsgebiets in Hamburg eingebüßt haben, helfen Nistkästen ihnen bei der Rückkehr in die Stadt. Außerdem brauchen die Falken Freiflächen wie den Museumshof oder den nahen Stadtpark, um Mäuse, ihre bevorzugte Nahrung, zu jagen. Dem Museum der Arbeit sollen die neuen Bewohner helfen, Tauben vom Gebäude fernzuhalten: Zwar jagen Turmfalken allenfalls kranke Tauben, doch allein ihre Silhouette am Himmel wird diese verschrecken und die Verschmutzungen und Schäden am Gebäude reduzieren helfen.
Schon im Herbst, so Baumung, halten junge Falken nach Nistplätzen fürs nächste Frühjahr Ausschau. Mit etwas Glück sind am Museum der Arbeit im nächsten Frühjahr 3-4 junge Falken zu erwarten.

Das Timing wäre jedenfalls perfekt: Im März startet im Museum eine neue Sonderausstellung zum Thema "Stadt Natur", in der es um das Verhältnis von Stadtmenschen zu Natur und Grün gehen wird - und auch um Tiere, die sich in der Großstadt einrichten.
Infos: www.museum-der-arbeit.de



BARMBINI - die Kinderseite

Der kleine Seestern

Es war einmal ein kleiner Seestern. Er lebte in einem Schiffswrack mitten im Ozean.
Der kleine Seestern hatte einen geheimen Wunsch: immer wenn er schlafen wollte, lag er auf dem Schiffsdeck und schaute nach oben. Da sah er immer die Himmelssterne und er wünschte sich: "Ach wär' ich doch auch so ein schöner Himmelsstern, ich würde leuchten und oben im Himmel sein!"
Eines nachts sah der kleine Seestern eine Sternschnuppe und weil er wusste, dass wenn man eine Sternschnuppe sieht, man sich etwas wünschen darf, tat er das dann auch. Er wünschte sich ganz fest, dass er ein Himmelsstern würde. Danach war er so müde, dass er einschlief.

Am nächsten Morgen, als er aufwachte, war er noch ganz schläfrig. Er wunderte sich: eigentlich war das nie so, na ja, dachte er, vielleicht ist es gestern Abend ein bisschen spät geworden.
Auf einmal passierte es: er guckte nach unten und sah die ganze Welt auf einmal.
Da wusste er, was passiert war. Er war in der Nacht ein Himmelsstern geworden, darum war er auch so müde, denn Himmelssterne schlafen tagsüber und leuchten nachts.
Schnell drehte er sich um und schlief ganz schnell weiter, um am nächsten Abend ganz doll zu funkeln und zu leuchten.

Der kleine Seestern, der jetzt ein Himmelsstern war, gewöhnte sich schnell an den neuen Takt. Nach einem Jahr sagte unser Himmelsstern zu den anderen Sternen: "Jetzt will ich auch mal eine Sternschnuppe sein. Es war schön bei euch."
Dann sprang er und fiel und fiel und fiel immer weiter, immer schneller und auf einmal machte es "platsch" und er fiel in den Ozean immer tiefer, bis es auf einmal "rums" machte.
Da lag der kleine Himmelsstern wieder auf seinem alten Schiffswrack und wurde wieder ein Seestern!
Autorin Alina Steinborn, noch 10 Jahre


Ein ganz einmaliges Geschenkbuch

Zu Weihnachten werde ich Bücher verschenken!
Aber keine aus dem Buchladen, ich werde sie nämlich selber basteln. Habt ihr Lust, mitzumachen?
Zuerst müssen wir natürlich wissen, was das Buch enthalten soll: eine Geschichte, Bilder, ein Märchen oder Gedichte?
Die schreibe ich auf schönes Papier, dazu klebe ich passende Bilder oder zeichne selber welche. Einer Freundin schreibe ich tolle Salatrezepte ab, weil sie nämlich gern endlich dünner werden möchte und viiiel zu viele süße Sachen isst - sie weiß einfach nicht, wie leicht es ist, leckere und gesunde Salate zuzubereiten....

Sind die Seiten fertig, muss eine schöne Buchhülle her, natürlich passend zum Inhalt.
Ich habe einige farbige oder helle Kartons zur Auswahl, aber auch Tonpapier oder - sehr edel - festes Büttenpapier ist geeignet. Im Papiergeschäft gibt es große Auswahl, doch auch einfacher Karton reicht aus, denn ich will ja selbst kreativ sein.
Passend zu meinen beschriebenen Seiten wird eine Rückseite zugeschnitten und ein Deckblatt, das ich dekorieren will: ich kann es bemalen oder bekleben oder Motive herausschneiden.

Zum Schluss lege ich alle Innenblätter passgenau zwischen die Deckblätter und loche sie auf einer Seite mit einem Locher. Ein schönes Band wird hindurch gezogen, eine Schleife gebunden und das Buch ist fertig!
Viel Spaß dabei wünscht euch eure Bastelhexe



Spannende KUNST
(nicht nur für Kinder)

Die ASS (Adolf-Schönfelder-Schule) im Quartier Dehnhaide ist eine kunstbegeisterte und kunstbegeisternde Schule.
Sie hat eine eigene Galerie, die intensiv und jeden Tag von Kindern, Eltern und Lehrern besucht und genutzt wird. Die Galerie hat ihren Ort in der Pausen- und Eingangshalle. Dort werden nicht nur Werke ausgestellt, es finden auch richtige Wettbewerbe statt.

Von einem möchte ich nun genauer berichten:
Wir besuchten im Sommer die Moma-Ausstellung in Berlin. Meine Tochter Lisann (Schülerin in der Klasse 2b) ging zielstrebig auf die Bilder von Paul Klee zu und schaute sie interessiert an. Sie kannte sie aus der Schule. Dort war ein Kunstwettbewerb veranstaltet worden und alle Schülerinnen hatten sich daran beteiligt. Dieser Wettbewerb fand in der Pausenhalle in der Zeisigstrasse statt.
Die Kunstlehrerin Frau Schneider hatte zusammen mit den vierten Klassen zum Maler Paul Klee gearbeitet. Die Kinder hatten dafür Kunstpostkarten von Klee originalgetreu kopiert

Diese Bilder der Kinder und die Originale wurden in der Pausenhalle ausgehängt. Die Aufgabe bestand nun darin alle Bilder zu betrachten und dann die Fälschungen den Postkarten-Originalen zuordnen. Auf einer Liste werden diese notiert und zur Auswertung im Sekretariat abgegeben. Diejenigen, denen es gelang die meisten Übereinstimmungen herauszufinden, gewannen attraktive Preise. Es war ein großer Ansporn bei den Kindern da, denn der Hauptpreis war eine Kamera.
Bei den Kindern wurde noch darüber hinaus erreicht, dass sie in eine Auseinandersetzung mit der Kunst gekommen sind. So macht den Kindern die Kunst Spaß und spornt sie an, sich die Bilder genau und detailliert anzusehen. Auf diesem Weg setzen sich spielerisch und unbefangen damit auseinander. Durch den Vergleich kommen sie mit anderen ins Gespräch und erleben ganz nebenbei, wie vielfältig ein Bild wirken kann.

Ganz aktuell läuft wieder ein neuer Wettbewerb. Dabei geht es um die Vielfältigkeit von Materialien und Möglichkeiten.
Dafür wurden von der Klasse drei aus den unterschiedlichsten Materialien Pinsel erstellt und damit dann Abdrücke gemacht. Es sind "Pinsel" aus Schwämmen, alten Glühbirnen, aus Watte, aus Stroh. Im Wettbewerb geht es darum, zu erkennen, mit welchen Pinseln welche Bilder und Formen entstehen.
Auch diese Idee hat mich sehr fasziniert. Der Schule gelingt es, einen spannenden Kunstunterricht über die Stundentafel hinaus zu machen. Es ist nicht der langweilige Kunstunterricht alter Tage, sondern ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Kinder auf verschiedenen Ebenen anspricht. Die Phantasie ist gefragt und gleichzeitig erleben die Kinder an praktischen Beispielen, was man mit Materialien alles machen und mit kreativem Elan neu erschaffen kann.

Das ist eine Art Schule, wie ich sie mir vorstelle für mein Kind - eine Schule, die Spaß macht, die neugierig macht und in die ich jeden Tag mit Spannung gehe!
Petra Steinborn, Mutter



Stadtteilgenossenschaften stellen sich vor
Am Freitag, d. 28. Januar ab 18.00 Uhr findet im Kulturhaus Dehnhaide eine interessante Veranstaltung statt: Vertreter und Vertreterinnen zweier Stadtteilgenossenschaften aus Berlin und Hamburg werden von ihrer Arbeit und ihren Zielen erzählen, Fragen beantworten, neue Wege aufzeigen. Eine Idee auch für Barmbek Süd? Nach den Vorträgen wissen wir mehr!

Berlin Wedding
Am 18.10.2000 wurde von 37 Bewohnern, Arbeitslosen und Vertretern aus Organisationen die Stadtteilgenossenschaft Wedding für wohnortnahe Dienstleistungen e.G. gegründet. Die Gründungsmitglieder wollten sich nicht mehr abfinden mit der hohen Dauerarbeitslosigkeit im Ortsteil Wedding (seit Jahren um die 20%) und der wirtschaftlichen und sozialen Abwärtsspirale in ihrem Quartier. Mit der Unternehmensgründung wollten sie neue wirtschaftliche Perspektiven entwickeln und zugleich den sozialen Zusammenhalt im Stadtteil verbessern.

Für das soziale Unternehmen wurde die Rechtsform einer Genossenschaft gewählt, da diese auf den Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung aufbaut, wodurch soziale und wirtschaftliche Probleme der Betroffenen bewältigt werden sollen. Der soziale oder gemeinnützige Charakter der Stadtteilgenossenschaft ist in der Satzung verankert, in der festgelegt wurde, dass Bilanzüberschüsse nicht an die Mitglieder ausgeschüttet werden, sondern als Rücklage im Unternehmen verbleiben und zum Aufbau neuer Geschäftsbereiche oder Projekte genutzt werden können.

Ziele
Die Stadtteilgenossenschaft Wedding verfolgt wirtschaftliche und soziale Zielsetzungen. Gegenstand der Stadtteilgenossenschaft ist

  • die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb
  • die Entwicklung und Durchführung insbesondere von beschäftigungswirksamen sozialen, kulturellen und ökologischen Projekten und Dienstleistungen
  • die Förderung des lokalen Gewerbes
  • das Schaffen individuell angepasster Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und
  • die Verbesserung der Lebensqualität und des interkulturellen Zusammenlebens im Stadtteil.
Mitgliedergruppen
Die Stadtteilgenossenschaft Wedding ermöglicht die Beteiligung unterschiedlicher Gruppen im Stadtteil wie Bewohner, Arbeitslose, vorhandene Wirtschaftsbetriebe und Institutionen oder Einrichtungen, individuelle Existenzgründer und gemeinnützige Organisationen und die Verknüpfung der jeweils spezifischen Interessen sowie gegenseitige Förderung und Stärkung.


Hamburg Lurup
Lurup hat viele Arbeitslose und keinen guten Ruf. Engagierte Bürger wollen das jetzt ändern und haben "LuSt" gegründet - die erste Stadtteilgenossenschaft Hamburgs.

Wie das Quartier Dehnhaide in Barmbek Süd ist ein Teil Lurups Stadtteilentwicklungsgebiet, in dem die öffentliche Förderung für Projekte in absehbarer Zeit ausläuft. Parallel zum Quartiersmanagement haben engagierte BürgerInnen sich die Frage gestellt, wie es anschließend weitergehen kann, denn mit Wegfall der Zuschüsse sind viele Probleme noch lange nicht gelöst. Die Entwicklung soll auch anschließend weitergehen und dazu werden Strukturen gebraucht, die eine weitere Zusammenarbeit ermöglichen.

"Lurup braucht Orte der Begegnung, mehr Kulturangebote, Arbeit für die Menschen, bezahlbaren Wohnraum und ein besseres Image", formuliert eine der Initiatorinnen das Fernziel.
Gemeinsam wurde überlegt, wie diese Pläne am besten verwirklicht werden könnten. 2003 entstand die Idee, eine Genossenschaft zu gründen, einige hatten bereits Erfahrung als Mitgründer einer Wohnungsgenossenschaft für ein größeres Wohnprojekt.

Aber eine Stadtteil- oder Sozialgenossenschaft?
Man sah sich um, erfuhr auch von dem Berliner Projekt, nahm Kontakte auf und ließ sich umfassend beraten. Ein genossenschaftlicher Prüfverband gab Hilfestellung, vieles ist zu bedenken.
Eine Genossenschaft braucht Gründungsmitglieder, einen Vorstand, evtl. einen Aufsichtsrat, muss ein klares Konzept entwickeln, weil es ja auch um wirtschaftliche Betätigung und mögliche Steuervorteile geht. Der Verband prüft, zunächst ist eine Genossenschaft "i.G.", das heißt: in Gründung. Nach erfolgten Prüfungen wird sie eine "e.G.", eine eingetragene Genossenschaft. Dieses Ziel ist seit März 2004 erreicht.

Zukunftspläne
Stadtteilgenossenschaft heißt für die Luruper:

  • ein Zentrum für den Stadtteil und Orte der Begegung wie Entwicklung schaffen
  • sinnvollen Broterwerb ermöglichen, auch in Form einer guten Kombination von bezahlter und ehrenamtlicher Arbeit in Verbindung mit vorhandenen Stadtteilressourcen
  • ein Netzwerk kleiner Unternehmen aufbauen und eine Lurup-Werbegemeinschaft
  • Kultur, Anregung, Schönheit und Ausgleich vor der Haustür, von- und miteinander lernen.


Das Genossenschaftsprinzip

Genossenschaften sind zunächst einmal Wirtschaftsgemeinschaften. Es soll durchaus Gewinn erwirtschaftet werden, doch allein die Mitglieder entscheiden über dessen Verwendung, niemand sonst. Sie entscheiden auch über Besetzung der Gremien und haben jedes Recht einer demokratischen Kontrolle über alle erfolgten Maßnahmen.
Genossenschaften basieren auf dem demokratischen Prinzip, dass jedes Mitglied stimmberechtigt ist, aber nur eine Stimme hat - egal, wie zahlreich die erworbenen Anteile sind.

Die Höhe der Genossenschaftsanteile wird in einer Satzung festgelegt. In Stadtteilgenossenschaften, die ein breites Spektrum von Bewohnern erreichen wollen, ist der Anteil eher gering, in Lurup beträgt er z.B. 150 Euro pro Mitglied.
Eine Genossenschaft ist eine Fördergesellschaft, d.h. sie dient dem Zweck, zum Nutzen der Mitglieder tätig zu sein. Es geht nicht um Gewinnmaximierung wie in Kapitalgesellschaften, sondern um ein Maximum an Förderung der einzelnen Mitglieder.

Weitere wichtige Merkmale sind das Gemeinschaftsprinzip und das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe, Mit- und Selbstverantwortung sowie Selbstverwaltung. Aktive Teilhabe kann identitätsstiftend sein, ein Ziel, dass gerade in Zeiten sich anbahnender sozialer Nöte nicht zu unterschätzen ist.
Historisch gesehen haben Genossenschaften besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihre wichtigen Rollen gespielt. ed



Wohnprojektetag
im Kulturhaus
Am Sonnabend den 29. Januar haben alle Wohnprojekte und Baugemeinschaften, die sich um ein Grundstück auf dem zur Bebauung vorgesehenen Gelände des AK Eilbek bewerben, Gelegenheit, ihre Projekte im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren. Stadtteilbewohner/innen erhalten Einblick in die Kosten und Konzepte und können Kontakte knüpfen, um sich bei Interesse an den Gruppen zu beteiligen.
Vorgesehen sind Eigentums- und Genossenschaftsprojekte für junge und ältere Menschen.

Die Ausstellung ist geöffnet von 15.00-18.00 Uhr.



Quo vadis - Barmbek Süd
Eine Betrachtung aufgrund der geplanten Schließung des Gymnasiums Uhlenhorst-Barmbek.

Über vierzig Jahre nun schon wohne und lebe ich in diesem Stadtteil und dies sehr gerne.
Es gehört nicht zu den Szenevierteln, wo alle naselang Läden, Besitzer und Anwohner wechseln, weil es trendig ist. Nein, hier herrschen Konstanz und eine gewisse Beschaulichkeit. Seit Ewigkeiten kauft man Brötchen bei Daube oder Hönig, tanzt im Big Apple, trinkt Bier im Tobac oder lässt sich bei Frau Stubbe in der Wohldorfer Strasse die Haare schneiden. Trotz dieses fast dörflichen Charakters gibt es hier jedoch die Weltoffenheit und Akzeptanz, die eine "Weltstadt" wie Hamburg ausmacht. Jeder kann nach seiner Fasson glücklich werden.

Doch seit geraumer Zeit entwickeln sich Dinge, die Sorge bereiten. Der Niedergang des Einkaufzentrums Hamburger Strasse und der Weggang vieler Geschäfte auch im Umkreis und somit ein etwas beklemmendes Gefühl, dass die schlechte wirtschaftliche Lage Deutschlands sich so direkt im eigenen Umkreis sichtbar widerspiegelt.
Die Schließung und der geplante Abriss der Heiligen-Geist- Kirche an der Hufnerstrasse ist aufgrund der demoskopischen Entwicklung der Bevölkerung und der extrem hohen Sanierungskosten wohl nicht anders zu machen. Obwohl ich mich noch nicht mit dem Gedanken anfreunden kann, diesen Kirchturm eines Tages nicht mehr zu sehen.
Und nun die geplante Schließung des GUB. Dieses gilt es etwas genauer zu betrachten.

Kurz die Hintergründe:
Anfang November hat die Behörde für Bildung und Sport einen Referentenentwurf zur Schulentwicklungsplanung vorgestellt.

Für den Bezirk Hamburg Nord - N3 wurde darin die Notwendigkeit von nur 2 Gymnasien statt 3 festgestellt. Das GUB soll geschlossen und die Schüler auf die umliegenden 2 Gymnasien verteilt werden. Das Hauptargument der Behörde gegen das GUB ist dabei der hohe Sanierungsbedarf, der nach Schätzungen der Behörde bei 3 Mio. Euro liegt. Es gibt eine Vielzahl von Sach- und Finanzargumenten, die für den Erhalt des Standortes sprechen, z.B. gibt es für die ca. 600 Schüler des GUB gar keinen Platz in den umliegenden Gymnasien, das GUB ist eine von zwei Hamburger Medien Pilotschulen mit einer entsprechenden vernetzten PC Infrastruktur, am GUB existiert die älteste und größte Schulschachgruppe Deutschlands, die und das ist einmalig, sich selbst organisiert.

Doch was hat dies mit dem Stadtteil zu tun?
Über viele Jahre ist es zu einer Symbiose von Stadtteil und Schule gekommen. Mit dem hier herrschenden Geist ist ein beispielhaftes und integratives Miteinander deutscher und ausländischer Mitschülerinnen und -schüler entstanden, was es so selten gibt, sowie eine starke Identifikation der Eltern und Schüler mit "Ihrer Schule". Daraus resultierend ein großes soziales Engagement der Schülerinnen und Schüler, welches sich durch die große Teilnahme an den Ausbildungen zu Schulsanitätern, Streitschlichtern und Jugendübungsleitern (Sport) beweist. Zurück gegeben heißt das: keine Drogenproblematik und Vandalismus, wie es in vielen anderen Stadtteilen zu beobachten ist.

Es existiert hier eine funktionierende Gemeinschaft, deren integrative Kraft in einem Stadtteil wie Barmbek Süd mit seinen heutigen Problemen unbedingt notwendig ist.
Auch wenn das GUB nicht mit dem Elite-Gymnasium Johan-neum zu vergleichen ist, wo ehemalige Schüler Millionen spenden können, um Bauten zu sanieren, und oft auf Lebzeiten mit der Schule verbunden bleiben, so gibt es doch auch hier die folgende Einstellung :
"Wir sind Barmbek, es ist unsere Schule, sie ist ein Teil unserer Biografie und Identität."
Nicht viele Schüler können das von ihrer Schule sagen.

Wie geht es weiter?
Bis zum 7.12.2004 wurden bei der Behörde noch Stellungnahmen eingereicht, Anfang 2005 wird dann von einem "Deputierten Gremium" die Sache entschieden. In der Zwischenzeit laufen diverse Aktionen. Natürlich ist auch klar, dass die Schule Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek in dieser Form nicht mehr so wie bisher weitermachen kann, dagegen sprechen allein die immer weiter sinkenden Schülerzahlen.
Doch unabhängig wie die Schule nun heißt oder welche Form dort betrieben wird, der Standort und das soziale Leben, welches dort praktiziert wird, darf nicht sterben. Ist das GUB vielleicht nicht das Herz von Barmbek Süd, so jedoch vielleicht das Gehirn, der Geist, der seit 1908 zur Einmaligkeit dieses Stadtteils beigetragen hat.
Sollte das GUB geschlossen werden, denke ich, wird der Stadtteil ärmer. Was wird mit dem Gelände, das über Jahre leer stehen wird ? Wie wirkt sich das auf die umliegenden Geschäfte und auch Wohnquartiere aus? Viele Fragen, über die ich mir Sorgen mache und mich auch ärgere.
Ist es beim Einkaufzentrum die Konjunktur und vielleicht auch schlechtes Management, bei der Kirche der Zahn der Zeit, die für den jetzigen Zustand verantwortlich sind, so ist es hier ein mutwilliger Eingriff in die Kultur eines gebeutelten Stadtteils.
Hoffen wir, dass die Damen und Herren Deputierten sich von Weisheit leiten lassen oder zumindest rechnen können. Die Kosten, welche eine Schließung nach sich zieht, werden um einiges höher sein als die Kosten für die räumliche Sanierung, die übrigens von einem unabhängigen Gutachter auf nur ca. 200.000 Euro geschätzt wurden.

Quo vadis Barmbek Süd, wohin gehst Du?
Ich weiß es nicht, aber Sorgen mache ich mir schon.
Arif-Andreas Islam

P.S. Teile dieses Artikels beruhen auf der Argumentation des Elternrates des Gymnasium Uhlenhorts-Barmbek zu finden auf deren WebSite www.gub-bleibt.de

Anmerkung der BaSta-Redaktion: es besteht Diskussionsbedarf. Wie kurz vor Redaktionsschluss zu erfahren war, hat das GUP gegenüber der Schulbehörde die Schließung der benachbarten Schule am Käthnerorrt empfohlen. Schule und Eltern sind entsetzt...



Kalinka in der Spitaler Straße
oder: Russenmütze

Jeder kennt sie: die sogenannte Russenmütze. Dieses flauschig-pelzige Exemplar von Kopf-bedeckung, das hoch oben auf dem Kopf thront. Manche Russenmützen haben auch Ohrklappen, was die Herkunft noch deutlicher hervorzuheben scheint.
Ich habe so ein Schädeloutfit. Und damit ein Problem. Trage ich es, unterstellt man mir automatisch eine fremde Nationalität, nämlich die russische. Das wäre an sich nicht weiter schlimm, nur kann ich als Russenmützen-Trägerin leider nicht auch automatisch russisch sprechen, deutsch aber schon noch.
Verwirrend kommt hinzu, dass ich mit ein paar Freunden Straßenmusik mache. Das habe ich ebenfalls mit einigen Russen gemeinsam, die gerne die Passanten der Spitaler Straße mit Volksweisen erfreuen. Gerade in der Weihnachtszeit. Und dafür muss man sich warm anziehen, auch oben rum. Also Bärenfell aufgesetzt und aufgespielt.

So um den 2. Advent herum schmetterten wir gerade "Oh Tannenbaum" in der Fußgänger-passage, als sich ein älteres Ehepaar näherte. Andächtig blieben die Leute stehen, lauschten unserem traditionellen Weihnachtslied.
Als wir fertig waren, warf der Mann ein paar Münzen in den bereit gestellten Saxofonkoffer und trat auf mich zu. Dann begann er mit lauter Stimme, ganz langsam und gedehnt, zu fragen:
"K o m m e n   S i e   a u s   S t.  P e t e r s b u r g?"
Kichernd brachte ich das Ehepaar um eine Illusion, und die beiden setzten sofort zu Erklärungen an: "Ich dachte nur, wegen der Mütze....", meinte der Mann kleinlaut, und seine Frau ergänzte eilig: "die Russen spielen doch auch immer so schön..."
Meine Musikerfreunde und ich haben uns zwar über das Kompliment gefreut, aber trotzdem beschlossen, künftig statt des Sax-Koffers meine Kopfbedeckung als Münzen-Mütze aufzustellen.

Ein paar Tage später wollte ich mir Geld von meinem Postbank-Konto auszahlen lassen. Da ich erkältet und deshalb heiser war (wahrscheinlich hatte mich die Russenmütze nicht ausreichend gewärmt, aber ich trug sie wacker weiter) krächzte ich meinen Wunsch wohl etwas undeutlich über den Tresen. Die Postbeamtin beugte sich sehr nah zu mir herüber und brüllte mit besorgtem Blick auf meine Kopfbedeckung: "Ich nicht verstehen, wie viel du abheben wollen?" Als ich in fließendem Deutsch mein Anliegen wiederholte, lief sie rot an und schob wortlos die Scheine `rüber.
Gewarnt sei vor diesem Hintergrund also auch vor dem leichtsinnigen Tragen von Baskenmützen, Kopftüchern, Turbanen und Alpaka-Strickmützen. Hat eigentlich mal einer eine Statistik darüber geführt, ob Ausländer in Deutschland schwerhöriger sind als Inländer? Könnte ja sein, wenn man permanent angeschrieen wird.

Ach übrigens, ich vermute, dass sich meine Mütze bei mir nicht wohl gefühlt und mich deshalb böswillig verlassen hat: Auf der Zugfahrt nach Leipzig, also in den tiefen Osten, habe ich meine Kalinka-Kopf-bekleidung verloren. In einem Abteil mit lauter Ossis. Zwar schauten die Zugbegleiter, die ich sofort telefo-nisch über meinen Kummer verständigt hatte, noch rasch auf der Hutablage nach, aber: Fehlanzeige. Vielleicht wärmt meine Mütze jetzt das Haupt eines Sachsen, der glücklich in einer Nostalgiewelle schwelgt - und vielleicht sogar russisch spricht. Claudia Falk



".......ausführliche Informationen erhalten Sie unter www......."

Mal ehrlich, wie oft haben Sie sich schon über diesen Satz geärgert? Ja hat man denn ganz vergessen, dass es noch Menschen gibt, die nicht mit einem Computer im Kinderzimmer aufgewachsen sind?
Anfang diesen Jahres war ich es nun endlich leid - sind mir doch immer wieder wichtige Informationen entgangen. Nun hatte ich schon einen PC mit Internetanschluß und konnte nur bedingt damit "umgehen". Ich wollte unbedingt etwas gegen diese Situation unternehmen.

Da kam mir eine Anzeige im "Wochenblatt" ganz gelegen. Hier wurden vom KiFaZ Barmbek Kurse im "LogIn" - Medienbüro Barmbek - zu moderaten Preisen angeboten, welche mein kleines Haushaltsbudget durchaus noch verkraften konnten.
Unter anderem wurde auch ein INTERNET-Kurs offeriert (hier werden erste Erfahrungen im Umgang mit dem Internet gesammelt, wie z. B. das Versenden und Empfangen von E-Mails etc.). Ich rief gleich unter der genannten Telefon-Nr. an und hatte Glück, noch einen Platz zu ergattern.

Wir waren insgesamt 7 Teilnehmer, alle schon etwas älter, was für jeden von uns erst gar keine "Schwellenangst" aufkommen ließ. Wir hatten mehr oder weniger den gleichen PC-Kenntnisstand und konnten somit am ersten Schulungsabend (von insgesamt 10) gleich loslegen. Unsere "Lehrerin" hat sich mit viel Einfühlungsvermögen unserer Lerngeschwindigkeit angepasst, so dass eigentlich keiner den Anschluß und vor allem nicht den Mut verlor.
Einigen von uns hat es sogar so viel Spaß gemacht, dass sie sich gleich zu anderen Kursen und Workshops anmeldeten, wie z.B. zu BASIS (vermittelt Grundkenntnisse rund um den Computer); WORD (ein Textverarbeitungsprogramm); KREATIV (hier erlernt man z.B. die Erstellung von Visitenkarten, Gruß- und Einladungskarten, etc.).

Seit Mai diesen Jahres bis jetzt habe ich an einigen der o.g. Kurse teilgenommen. Na ja, ein Profi bin ich bei weitem nicht geworden. Es macht aber viel Spaß, hinter die Geheimnisse der Computerwelt zu steigen und das Internet zu "erobern". Ich kann jetzt z. B. meine Freunde in Australien und Japan mal kurz mit einem Wochenendgruß per E-Mail überraschen. Ich habe mir für dieses Jahr meine Weihnachtskarten individuell selbst gestaltet und ich habe mich auch (in einem Workshop) über die "Sicherheit im Internet" aufklären lassen und vieles mehr.
Ich kann jedem älteren Menschen nur Mut machen, einen dieser Kurse zu besuchen, um Schritt für Schritt alles Wichtige über einen PC, über das Betriebssystem WINDOWS und das Internet zu erfahren. Sie sollten die riesigen Möglichkeiten, die diese Technik bietet, kennen und vor allem nutzen lernen. Ihre Kinder und Enkel werden staunen, was Sie in kurzer Zeit alles am PC und im Internet beherrschen!

Für mich haben sich diese Kurse allemal gelohnt, habe ich doch wieder etwas mehr an Lebensqualität durch meine erworbenen Kenntnisse erhalten. Ich fühle mich jetzt wieder "dazugehörend", ich habe nicht nur neue und nette Menschen kennen gelernt und verstehe nicht mehr nur "Bahnhof", wenn über "E-Mail", "ebay", "chatten", "surfen" etc. geredet wird. Ich kann jetzt ohne weiteres "www. ......." aufrufen und bekomme im Handumdrehen meine gewünschten Informationen. Ich freue mich riesig, jetzt mit dem Rest der Welt per Internet verbunden zu sein.

Ach, und übrigens: Alles über die Kurse, die im "LogIn" - Medienbüro Barmbek, Vogelweide 36, 22081 Hamburg, stattfinden, erfahren Sie unter www.medienbuero-barmbek.de,
Tel.: 040/200 48 00, Fax: 040/2000 48 01.
Soweit mir bekannt ist, steht das Kursprogramm für 2005 und man kann sich anmelden.
Also, nur Mut!
Barbara H.



Dütt un datt op Platt
Erbauliches von Helga Kelling

Advent
Wenn de Lichters brennt
un de Nöten knackt,
denn hebbt wi Advent.
Ward över Wiehnacht snackt.

De Lütt wünscht sick een Popp.
Een PC de Söhn.
"Door kann ick op"
de Vadder stöhn.

"Woher kummt de Moneten
för son PC?"
Will Vadder weten.
De Jung: "O kay!

Ji snackt doch jümmers
vun denn Wiehnachsmann,
de de braven Kinners
allens bringen kann!"

Jan hett sien Vadder tofoten!
De süüht de Lütt eer Snuut.
(In us Tied ward so veel logen!)
Datt kümmt door nu bi ruut !!


Alle Johrn wedder
Alle johrn wedder....
so steiht in´n denn Kalenner
kümmt bi uns de Wiehnachsmann.
Jeden een sick watt wünschen kann.
He mööt sick aff. Kümmt op denn Sleden.
Will jed een siene Gaben gewen!

Jo, he meent datt würklich good!
Un so truschüllig is he ook!
He hett in siene hele Welt
noch nicks vun de Raketen höört.
He kümmt noch jümmers mit sien Gespann
op de Melkstraat entlang!

Datt he se nie nich hett dropen?
Meisttied deiht he jo slopen!
He is all old! Ook woll blind?
So, as veel Lüüd datt sünd!
Denn öftiens süht he bannig sleggt
un verdeelt de Gaben ungerecht.

De, de watt hett, de kricht noch mehr!
Bi denn nächsten is de Sack denn leer!
Wenn de lütte Mann meent, he is ook mol an?
Denn gleuft he würklich an denn
Wiehnachsmann!!!


Door bitt sick doch de Katt in'n Steert!
Wenn ick mi datt so överlegg, wo eenfach uns datt hüüt mookt ward.
Wi fohrt mit 'n Auto. Wi goht nich mehr to Food. Höchstens, wenn de Parkplatz to wiet wech is!
Wi hebbt een Waschmaschin und bruukt nich mehr ruffeln.
Plätten? Ick keup mi "bügelfreie" Klamotten un heff Frottee-Betttüch. Datt kümmt in'n Tümmler un ward fein week! Inkeupen? Gifft jo Versandhüüser. Bringt de Post oder Hermes di direktdemang vorr de Huusdöör.

De jungen Lüüd mookt sick datt ganz licht. Lött Pütt un Pannen glieks bobenop stohn. In datt Schapp kümmt datt gornich erst! Gardins hebbt se ok nich. Bloot Jallusetten. Een lütten Dreih - Licht kümmt rin oder binnen ward datt duster. Gardins mutt man jo waschen! Ick meen, datt is allens reine Fuulheit.
Kinner höden un mit jim speeln? Datt mookt de Kita (oder Oma!)

Lang Tied an 'n PC sitten, is nich good föör datt Krüüz! Aber datt Ding denkt sogor föör di! Bruuks di gornich mehr anstrengen. Orthographie un Reknen? He mookt datt!
Termin vergeten? He erinnert di! Mutts bloot de richtigen Soken anklicken!
Foodball speelt de Annern. Wi kiekt to. Op 'n Platz oder in'n Sessel vöör de Flimmerkist. Een Nohdeel hett datt man! Wi bewegt uns veel to wenig un datt is nich gesund! Also - rin in'n Bodyfit - center! Datt kost aber Geld!!

Tschä, uns kommodig Lewen ward schöön düer! Datt schall ersmol verdehnt sien! (Meistdeels ok wedder in'n Sitten!) Egentlich hebbt de Murers un Timmerlüüd, de Stratenkehrers un Aschammer-Lüüd datt würklich good !! De doot sick noch bewegen un kricht door sogor Penunsen dorför!!!


Hilligabend
De Wiehnachsmann steiht vör de Döör.
Mantel un Näs hebbt rode Klöör.
De Kinner höögt sick all dorop
un kiekt all luernd op de Klock.

Door! Datt klabastert all door buten
un de Göörn kricht dicke Snuten.
Denn groten Sack. Datt güllen Book!
Watt door bin´n steiht, datt is son Sook...!

Nu kümmt datt ruut! All de driesten Soken!
He bruukt bloot datt Book opmoken.
Woneem he datt woll allens weet ?
Egol! Nu is datt sowieso to spät!

Modder hett datt inne Backen kettelt,
as de Lütten so dull bettelt.
Vadder? "De drinkt anne Eck noch `n Glas"
un hett doch glatt denn Kerl verpasst!

All de schoinen Speelsoken
ward veel Spooß moken!!!
Wenn man bloot datt Gesabbel vorrher
över denn Kinnerdööskroom nich wär!!!


Wiehnacht 2004
Datt nu Wiehnachen is, weet wi all lang!
Ward uns in´n Oktober all angst un bang!
Engels, Steern un Wiehnachsmänner!!!
Kieks gau op denn Kalenner ?
Wär noch nich so wiet.
Harrs noch Tied!

Man, nu is he door, de "stille" Advent
un männig een hett datt liekers verpennt.
Ick meen datt Inkeupen föör all de lew Minschen,
de man will een schoines Fest wünschen!
Aber datt Gedudel!!
Datt kann een datt vergrulen!

"Ihr Kinderlein kommet" un "Single bell"!
Wedder buten bünn ick op de Stell!
De armen Verköpers! Watt mööt de lieden!
Watt ward de froh sien, wenn vorbi de Tieden?
Eer Nerven liggt blank
bi denn "himmlisch" Gesang!

In de Medien gifft datt Rock, Pop un Techno.
Tonoot gifft datt een Utschaltknopp dorto.
Denn inne Werbung kümmt he noch jümmers
de Wiehnachsmann to de Kinners!
Ob he de Lütten datt verklort,
datt ditt Johr bannig ward spoort?

Datt Lebkokenhart
Opa wär op denn Jahrmarkt mit sien Enkel.
Vör de Zuckerbood güng datt los, datt Geprensel:
"Opa, son Lebkokenhart
harr ick ok geern hatt!"

Opa kofft nu för denn Lütten
een Hart mit buntig Zuckerstücken.
Datt hung de Lütt sick ok glieks ümm.
Datt bummel emm teemlich ünnen rümm!

Watt geef door all to kieken!
Op Stuss müss he Opa mal anpieken:
"Opa, ick mutt mal Lütt!"
Un Opa meent:"Denn kumm mal mit.

Datt hett allens keen Not.
Wi goht achter disse Bood!"
Wär bannig koold, de Wind, de weiht
un Opa isern Wache steiht.

De Lütt fummel an sien Büx;
ah, door wär he jo de Schlitz!
Datt wär nu ok all höchste Tied,
aber he wär noch nich sowiet!!

Datt Kokenhart, datt wär in'n Wech!
Dorüm kööm he door nich mit trecht.
Datt Kokenhart wöör ers natt, dann week!
Dorüm de Enkel datt Huulen kreeg:

"Mien Hart, datt geiht nu ganz in`n Dutt
un allens bloot, weil ick mal mutt!"
Watt mookt Opa? He kofft een niejet Hart
doormit de Lütte nich mehr blarrt!

Nu harr he twee! Doch een wär natt
un Opa wär denn reinwech platt,
as sien Enkel meen:"Nu kunn he datt Weke good affbieten.
Wi köönt datt doch nich wechsmieten!!"

Un Opa dacht: nu bruuk ick een Idee!
"Hess recht! Wechsmieten ? Nee, nee!
Weest watt, mien Jung, datt mookt wi so -
datt giffst du dien Oma, de stippt sowieso!

(Als Witz gefunden und ins Plattdeutsche gebracht von Helga Kelling)



Glückwunsch:
seit einem Jahr läuft das "Flohbay"-Projekt

Flohbay richtet sich an benachteiligte Jugendliche und Jungerwachsene aus Jugend- und Straßenszenen. Die Jugendlichen kommen zum Verein Basis e. V. über die Anlaufstelle KIDS am Hamburger Hauptbahnhof. Ziel von Flohbay ist es, diese jungen Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen und ihnen die Chance zu legalem Gelderwerb zu geben.
Der Name ‚Flohbay' steht für das spezielle Tätigkeitsfeld eines Second-Hand-Projekts: in einem Laden und über eine Webseite sollen Artikel zum Verkauf angeboten werden, die Basis e. V. kostenlos überlassen worden sind. Das Projekt soll sich aus dem Erlös der Verkäufe soweit wie möglich selbst tragen.

Die Jugendlichen werden ihren Fähigkeiten entsprechend an allen Arbeiten beteiligt. Es können praktische handwerkliche Fähigkeiten wie reparieren, sortieren, lagern und verpacken auch von denjenigen erlernt werden, die nicht über derlei Erfahrungen verfügen. Im Umgang mit dem Internet ist die Beteiligung und Schulung der jungen Leute geplant.
BASIS e. V. hat jahrelange Erfahrung und ein fundiertes Wissen über die Zielgruppe und kann diese mit einem genau zugeschnittenen Angebot erreichen. Die gängigen Schul- und Ausbildungsmaßnahmen sind dagegen oft eine zu hohe Hürde. Die große Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt bietet völlig unvorbereiteten Menschen ebenfalls kaum Chancen.

Um hier überhaupt bestehen zu können, müssen die jungen Leute zum einen Sozialkompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ausdauer und Teamfähigkeit erwerben und üben. Und sie müssen oft erst (wieder) lernen, einen normalen Arbeitstag durchzuhalten. Zum Beispiel, wenn ihr Alltag dominiert wird durch das Straßenleben, den Erwerb und Konsum von Drogen und der damit oft einhergehenden Umkehr des Tag-Nacht-Rhythmus.
Das Flohmarktkonzept orientiert sich deshalb an den Lebensumständen der Jugendlichen: Es ist also genau umgekehrt: nicht der Jugendliche muss seine Lebensumstände als Vorbedingung für eine Arbeitsaufnahme ändern, sondern der "Arbeitgeber" richtet sein Angebot auf die Möglichkeiten seiner "Arbeit-nehmer/innen" aus.

Konkret heißt das: Arbeitsbeginn ist der späte Vormittag, gearbeitet wird stundenweise. Die Entlohnung erfolgt nach dem Tagelöhnerprinzip unmittelbar am Ende des Arbeitstages.
Durch kontinuierliche pädagogische Begleitung sollen Arbeitsrhythmus und -dauer langsam gesteigert und dem "normalen" Alltag angepasst werden.
Arbeitsrechtliche und verwaltungstechnische Hürden versuchen wir, so gering wie möglich zu halten. Das Erleben von Arbeit und das Gefühl "ich kann es schaffen" soll motivieren, sich um die nötigen weiteren Schritte aktiv zu kümmern: Besorgung von Arbeitspapieren etc.

Die Ansprechpartner für das Flohbay-Projekt sind: Uta Lindner (Projektleitung), Burkhard Czarnitzki, Sven Mohr, Anna Ehlers und Tillmann Seekamp.

Unsere Öffnungszeiten:
Do und Fr 11-18 Uhr und Sa 10-16 Uhr
Während der Öffnungszeiten
erreichen Sie uns im Laden in der
Von-Essen-Straße 46, 22089 Hamburg

Tel.: 040 - 1888 65 27, Fax: 040 - 1888 65 28
e-Mail: flohbay@hamburg.de
Homepage: www.flohbay.de
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Melldung: Als die Lettern laufen lernten

Ich konnte weder schreiben noch lesen, noch war ich in der Lage mit meinem Märchenlöffel jene Buchstaben aus der Suppe zu löffeln, die mir besonders gefielen und die mir zum Essen zu schade schienen. Diese verflixten kleinen Nudeldinger tauchten immer wieder ab ins rote Meer, bevor ich sie auf die Schippe nehmen konnte, wie lästig. Einige hatte ich allerdings schon überlistet. Die lagen jetzt fein und weniger säuberlich unter meinem Tellerrand auf dem ehemals blütenweißen Set angeordnet und bildeten eine Botschaft, die meine Mutter offensichtlich nicht verstand. Es setzte was auf die besagten vier und von da an wollte ich mir nicht mehr von einer dumpfen Dosensuppe den Text diktieren lassen, ich wollte vom An- zum Alphabeten werden, wollte in der Welt meiner Barbies und Kuscheltiere literarisches Quartett spielen. Ja, her mit der Schultüte!

Als frischgekürter ABC-Schütze hatte ich dann endlich, zumindest theoretisch, die Lizenz zum Schreiben nebst einer sonnengelben Pudelmütze aus Acryl, die einem die Haare zu Berge stehen ließ, riss man sie sich abrupt vom Kopf, nun ja.
Ich fühlte mich privilegiert, endlich brauchte ich vor den Großen nicht mehr nur so zu tun, als könnte ich meinen Namen schreiben. Jetzt zog mein nigelnagelneuer Füller mein zartes Händchen in abenteuerlichen Pirouetten und mit quietschgrüner Tinte übers Papier und bisweilen auch über die Tischplatte, huch, und keiner der Buchstaben guckte mehr verschämt in die verkehrte Richtung, weil sie sich alle einträchtig an der Hand hielten. Man nannte das Schreibschrift!
Und wenn einer aus der Reihe tanzte, wurde er einfach rigoros mittels eines Tintenkiller-Kommandos eliminiert, prima.

* * *

Einmal jährlich in den großen Ferien stand der obligatorische Familienurlaub an. Dies war die Hochzeit für den Inhalt meiner Federtasche, jetzt wurde das Equipment sorgsam überprüft und selektiert, neue Kollegen in innovativem Design und auffälliger Farbe kamen dazu und alte gingen in Rente bzw. in den Papierkorb, weg mit dem Filz(stift).
Ich nannte das den Tinten-TÜV.
Ziel oder Hintergrund war, den Daheimgebliebenen möglichst anschaulich und in den buntesten Farben auf postalischen Wege Urlaubsgrüße aus der Ferne zu senden, die sie vor Fernweh Aua schreien ließen. Sei es wegen der geschmacklosen Farbzusammenstellung des Geschriebenen oder wegen der abenteuerlichen Schilderungen unserer entsetzlichen Erlebnisse.

Ich sammelte Brieffreundschaften!
Wenn man auch in den paar Urlaubswochen nicht die Zeit hatte, sich wirklich kennen zu lernen, so konnte man es doch später auf dem Brief-Weg tun. Schnell trennte sich auch hier die Spreu vom Gelbem vom Ei und es selektierten sich ein, zwei Kandidaten heraus, für die es sich lohnte das Porto samt einigen privaten Details in den gelben Kasten zu werfen. Je reger der Kontakt dann wurde und je mehr persönliche Dinge man sich somit mitzuteilen hatte, desto mehr dachte man auch über einen etwaigen Lausch- oder vielmehr Leseangriff nach. Denn wie komme ich dazu jemandem zu trauen, den naturgesetzmäßig jeder Hund beißen würde und von dem man schon die absonderlichsten Geschichten gehört hat, sofern er dreimal klingelte!

Meine Brieffreundin und ich klügelten nun also ein System aus, das eigentlich ursprünglich im Inneren eines zweischichtigen Schokoladen-Ei´s ausgebrütet wurde und irgendwann plötzlich in meiner Hand schlüpfte: Zwei Reihen des Alphabets waren nebeneinander um den Plastikkern der spannenden, spielspaßigen Überraschung gelegt und einer der Ringe ließ sich drehen. So konnte man nun dem "A" beispielsweise ein "G" zuordnen und dem "B" entsprach dann ein "H" usw. So kommunizierten wir also von nun an via Geheimschrift und waren uns unserer Sache ziemlich sicher.

* * *

Aber es gab ja auch noch andere potenzielle Spione, die in eigenem Interesse handelten und es als Fürsorge vermarkteten. Sogenannte Mütter, die einem mit geradezu beängstigender Neugier im Nacken saßen, wenn man im Begriff war, seine - wohlgemerkt persönliche - Post zu öffnen.
Vorher erstürmte sie wild mit dem Umschlag wedelnd meine Puppenstube. Denn leider Gottes besaß nur sie die Schlüsselgewalt zum gelben Tresor und hatte somit den Exklusivvertrag, den Inhalt zu verwalten. Die Rechnungen landeten selbstredend ungeöffnet beim männlichen Oberhaupt unseres Clans auf dem Schreibtisch und meine Briefe landeten, gerade noch ungeöffnet, aber immer samt meiner Mum bei mir im Zimmer. Da stand sie nun, scheinheilig irgendwelche nichtssagenden Dinge runterlamentierend, in der Hoffnung, einen Blick in meine Privatsphäre wagen zu können, um die Akte "Kind" um weitere wichtige Details aufzustocken. Um das zu vermeiden legte ich, gelangweiltes Desinteresse heuchelnd, den Brief erst mal ungeöffnet zur Seite und schob Hausaufgaben vor. Eine Taktik, bei der ich wenig Gegenargumente erwartete. Die Rechnung ging auf! So spielten wir "Ich lese was, was du nicht liest".

Denn kaum hatte sie enttäuscht den Raum verlassen und die Tür hinter sich geschlossen, riss ich den Umschlag auf und verschlang den Inhalt mit Spannung. Doch meine Mutter wäre nicht meine Mutter, hätte sie nicht längst schon Plan B statuiert. Als Putzkolonne getarnt ging sie ihrer geheimdienstlichen Tätigkeit im Namen der Familie nach und operierte während meiner Abwesenheit unbemerkt in meinem Territorium. Dabei ging sie äußerst geschickt vor, denn lange bemerkte ich nicht die eigentlichen Hintergründe ihrer akribischen Säuberungsaktionen.

Eines Tages plauderte sie dann dusseligerweise einige Internas aus dem Nähkästchen und in meinem kleinen Oberstübchen dämmerte es langsam bis Sonnenaufgang.
Sie war überdurchschnittlich informiert und dass nicht, weil sie hellsehen konnte! So flog ihre Deckung auf, ohne dass ich es sie wissen ließ, und die Geheimschrift wurde konzipiert, entwickelt wohlgemerkt vom FB-Ei und angewendet von meiner Wenigkeit und meiner in weiter Ferne agierenden Adressatin. Von nun an ließ ich meine Briefe offen herumliegen, denn die Botschaften waren ja codiert und meine Mutter hatte was gegen Logik, und der Tüftler unter unserem Dach schmökte lieber eine Pfeife, als in meinen Schriftstücken zu schmökern, geschweige denn sie zu entschlüsseln.

* * *

Mittlerweile cruise ich mehr und mehr auf dem Datenhighway herum und trage meine Korrespondenzen dort aus. So eine Maildung ist halt fixer und flexibler als die Post und auf die Briefträger haben es Hunde auch heute noch abgesehen wie zu Kindheitstagen, was meine Vorurteile schlichtweg untermauert.
Der knöchelhohe Dackel unseres Nachbarn beispielsweise mutiert regelrecht zur Kampfmaschine, sobald sich das besagte Subjekt samt Bebriefung nähert; und so ein sensibles Hundenäschen muss doch instinktiv den richtigen Riecher haben, oder?

Ein schreibfreudiges 2005 wünscht Euch
Mellos


Aus dem Kulturhaus:
Durch den Atem zu mehr Vitalität

Manchmal hat man wirklich Glück! Schon lange war ich auf der Suche nach einer Möglichkeit, meine Erfahrungen mit Atemarbeit fortsetzen zu können.
Kennen gelernt habe ich diese Methode des Erfahrbaren Atems nach Ilse Middendorf vor ein paar Jahren. Damals hatte ich starke Rückenschmerzen, litt unter Verspannungen und fühlte mich energielos. Ein kontinuierlicher Kurs hat mir richtig gut getan. Atemarbeit lässt mehr Vitalität, Freude und Lebenskraft wach werden und wirkt sich wohltuend auf die Gesundheit aus.
Eigentlich ist das gar kein Wunder - schließlich ist der Atem etwas, was uns vom ersten bis zum letzten Atemzug im wahrsten Sinne des Wortes bewegt. Wenn wir uns den Atem also einmal ganz bewusst erfahrbar machen, können wir beweglicher, aufrechter und selbstbewusster werden.

Am meisten Spaß bringt es, diese Erfahrungen in einer Gruppe zu machen, in der ein unmittelbarer Austausch möglich ist. Aber wer möchte, kann die Erfahrungen in Einzelarbeit intensivieren und daraus eine richtige Atemtherapie werden lassen. Schon mit ganz kleinen Atemübungen lässt sich im Alltag sofort für Entspannung oder Anregung zu sorgen.
Ich freue mich jedenfalls schon auf den Januar und auf den Kurs Atem und Bewegung von Monika Wacker in unserem Kulturhaus Dehnhaide. Im Programmflyer des Kulturhauses ist der genaue Termin zu erfahren. Vielleicht sehen wir uns ja? Ihre Heike Schoof


Job Offensive Barmbek
Von Arbeitslosigkeit bedrohte oder schon betroffene Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner wollen sich mit dieser Situation nicht abfinden, sich nicht verwalten oder mit 1-Euro-Jobs abstrafen lassen, sondern Eigeninitiative entwickeln nach dem Motto: gemeinsam sind wir kreativer als allein.
Wir wollen uns intensiv mit dem vorhandenen Arbeitsmarkt im Stadtteil und der Umgebung befassen, uns mit dem Thema "Selbstvermarktung" auseinandersetzen, kreative Techniken und Strategien in Workshops erproben und offensiv, durch Werbung und in Form von Stadtteilexkursionen, auf potentielle Arbeitgeber zugehen.

Ein Antrag auf Förderung für dieses Projekt ist leider gerade abgelehnt worden, doch wir finden es wichtig und ausbaufähig, darum soll nun in Eigeninitiative, in Kooperation mit der "Initiative Stadtteilnetz" und mit beratenden sowie qualifizierenden Einrichtungen vor Ort ein Netzwerk zur gegenseitigen Stärkung und zur Schaffung von wohnortnahen Arbeitsplätzen entstehen. Wir suchen Mitstreiter/innen!

Kosten: Eigeninitiative und verbindliche Teilnahme,
Treffen: nach Absprache
Info: E. Draeger 299 14 00